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Erweiterung des Selektivvertrages zu Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation (MUK)

Projektleitung: Prof. Dr. Jens Boenisch

Ansprechpartner: Prof. Dr. Jens Boenisch, Dr. Tobias Bernasconi, Dr. Stefanie Sachse

Laufzeit: 12/2017 - 11/2020

Fördernde Institution: Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Der Versorgungsalltag von Menschen ohne Lautsprache, die auf Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation (UK, z. B. Kommunikationstafeln, elektronische Kommunikationshilfen/Talker) angewiesen sind, ist derzeit vielfach von ungeklärten Zuständigkeiten in der Versorgungskette, Hilfsmittel-Fehlversorgungen, fehlenden Qualitätskriterien und Standards, eingeschränkter Nachsorge sowie großer regionaler Unterschiede in der Versorgung geprägt. Das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Projekt MUK strebt die Verbesserung der individuellen Versorgung, der Kommunikationsfähigkeit sowie der Lebensqualität von Personen an, die auf Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation angewiesen sind. Das zu evaluierende neue Versorgungsmodell geht über einen bestehenden Selektivvertrag hinaus und umfasst im Wesentlichen ein individuelles Case Management, ein mehrmaliges Patiententraining und bei Bedarf eine Therapie zur Unterstützten Kommunikation. Die Umsetzung findet in drei spezialisierten UK-Zentren bundesweit statt.

Aufgrund der Komplexität der neuen Versorgungsform und der Heterogenität der Personengruppe werden eine summative und eine formative Evaluation durchgeführt. Die summative Evaluation mittels quasi-experimenteller Längsschnittstudie überprüft die Wirksamkeit der neuen Versorgungsform gegenüber der bereits bestehenden Versorgung im Selektivvertrag und der bisherigen ungeregelten Versorgung. Die summative Evaluation wird durch eine begleitende formative Evaluation anhand qualitativer und quantitativer Erhebungen der Perspektiven der Beteiligten ergänzt. Während in der marginal existierenden Versorgungsforschung im UK-Bereich aufgrund der mit den Einschränkungen der Patient*innen einhergehenden Problemen bei der Datenerhebung fast ausschließlich Fallstudien vorliegen, ist das hier vorliegende Studiendesign ein wichtiger Schritt in Richtung Evidenzbasierung in der Unterstützten Kommunikation.