Versorgungsforschungsrelevante Projekte

Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE)

Bestimmung der Inzidenz von akutem Nierenversagen bei Operationen am Herzen und Übergabe der Informationen an den weiterbehandelnden Arzt

Projektleitung: Prof. Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: K. Lorrek, D. Simic, Dr. M. Redaelli, Priv.-Doz. Dr. med. O. Liakopoulos

Start: 03/2016

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

Die Inzidenz des akuten Nierenversagens (ANV) liegt international bei 0,5 %. Entgegen früheren Erkenntnissen regeneriert sich die Niere nur in 50-70 % der Fälle vollständig. In 20-40 % der Fällte entwickeln die Betroffenen eine chronische Nierenerkrankung (Chronic Kidney Disease = CKD), in 5-10 % gar eine terminale Niereninsuffizienz. Überleben die Patienten ein ANV, dann sind sie in der Folge von zahlreichen kardiovaskulären Komplikationen betroffen. Ein einmaliges Auftreten eines ANV, z.B. im Rahmen eines intensivmedizinischen Aufenthalts nach einem kardiochirurgischen Eingriff kann dabei einen negativen Einfluss auf den Verlauf haben. Oftmals sind Ärzte und Patienten nur ungenügend über die prognostische Bedeutung eines solchen Ereignisses sowie über die zu ergreifenden Maßnahmen informiert. Zu den wichtigsten Maßnahmen über die ein Patient nach einem ANV im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs aufgeklärt werden sollte, gehören dabei die Aufklärung über Präventionsmaßnahmen wie z.B. die Vermeidung nierenschädigender Medikamente (z.B. Antibiotika). Ziel der Studie ist, die Inzidenz von akutem Nierenversagen (ANV) bei kardiochirurgischen Eingriffen zu ermitteln. Dies soll mit Hilfe des Kriteriums des Akute Kidney Injury Network (AKIN) erfolgen, welches neben einem allgemeinen Kriterium für ein akutes Nierenversagen zusätzlich drei verschiedene Stufen zur Beurteilung der Schwere des ANV bietet. Darüber hinaus soll anhand der Arztbriefe der Patienten ermittelt werden, ob der weiterbehandelnde Arzt (z.B. in der Reha oder den Hausarzt) über das Auftreten eines akuten Nierenversagens informiert wird.


Entwicklung einer Gesundheitsinformation für Frauen mit pathogener Mutation von Genen, die Risiko für Familiären Brust- und Eierstockkrebs moderat erhöhen (moderate Risikogene)

Projektleitung: Prof. Dr. R. Schmutzler

Projektpartner: Prof. Dr. Stephanie Stock, Dr. med. S. Kautz-Freimuth

Start: 01/2016

Fördernde Institution: Europäische Kommission für das HORIZON 2020 Projekt BRIDGES (Breast Cancer Risk after Diagnostic Gene Sequencing)

Projektkurzbeschreibung:

Einer familiären Häufung von Brust- und Eierstockkrebs kann eine pathogene Mutation eines Risikogens zugrunde liegen. Während es zum Risikoprofil bei pathogenen Mutationen der Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2 sowie zu den präventiven Handlungsoptionen für die betroffenen Frauen bereits ausführliche evidenzbasierte schriftliche Informationen zur Verfügung stehen, gibt es für Frauen, die ein pathogene Mutation in einem moderaten Risikogen aufweisen, noch kein solches Informationsmedium. Um die Versorgungssituation dieser speziellen Gruppe zu verbessern, soll eine laienverständliche, strukturierte Patienteninformation entwickelt, validiert und evaluiert werden. Die Information soll über die klinische Bedeutung der moderaten Risikogene und die Optionen für das genbezogene präventive Vorgehen informieren. Ziel der Information ist es, das Verständnis der Betroffenen für ihre medizinische Situation zu verbessern und die Kommunikation im Arzt-Patienten-Gespräch zu fördern. Die Entwicklung der Information orientiert sich methodisch an national und international etablierten methodischen Herangehensweisen, die eine Nutzerbeteiligung bereits während des Entwicklungsprozesses vorsehen.


Präferenzmessung bei Parodontopathien

Projektleitung: M. Danner, Dipl.Vw. MPH, V. Vennedey, Prof. Dr. med. Stephanie Stock

Projektpartner: M. Hiligsmann, Assistant Professor at Maastricht University

Laufzeit: 11/2015- 05/2016

Fördernde Institution: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Projektkurzbeschreibung:

Patienten, die an einer Parodontitis leiden, und sich einer Behandlung unterziehen wollen, stehen vor der Situation, dass nur ein Teil der Behandlung – die mechanische Therapie selbst – auf Antrag von den Krankenkassen erstattet wird bzw. werden kann. Die Kosten für Vor- und Nachbehandlung müssen jedoch meist vom Patienten selbst getragen werden. Dabei ist eine Vorbehandlung verpflichtend für die eigentliche Behandlung und eine Behandlung ohne Nachsorge meist nicht von dauerhafter Wirkung. Patienten haben verschiedene Behandlungsoptionen zur Ergänzung oder an Stelle der mechanischen Therapie zur Auswahl, die sich in unterschiedlichem Maß auf die verschiedenen Symptome der Erkrankung auswirken, verschiedene Nebenwirkungen haben können, mit unterschiedlichen Kosten einhergehen und nicht zuletzt die eigene Mitarbeit des Patienten und die Bereitschaft, regelmäßige Nachsorgetermine wahrzunehmen, in unterschiedlichem Maße einfordern. Inwiefern Patienten zwischen den verschiedenen Eigenschaften der Erkrankung und Zielen deren Behandlung abwägen und welche Ihnen wichtiger als andere bei Ihrer Therapieentscheidung sind, soll diese Studie mittels eines Discrete-Choice-Experimentes (DCE) klären. Weiterhin soll geprüft werden, ob eine Präferenzerhebung mittels DCE im zeitlichen Rahmen (drei Monate) einer IQWiG- Nutzenbewertung durchgeführt werden kann.


Machbarkeitsstudie eines telematisch vernetzen Versorgungsangebotes für die kardiologische und orthopädische Rehabilitation in der Klinik Roderbirken und der Aggertalklinik (Kurzname: Tele-Assist)

Projektleitung: Dr. M. John (Fraunhofer FOKUS)

Projektpartner: Prof. Dr. Stephanie Stock, D. Simic (IGKE) Dr. S. Klose, Dr. G. Kock, B. Häusler (Fraunhofer FOKUS), Dr. med. W. Mayer-Berger, M. Gatscher (Klinik Roderbirken), Dr. J. Hekler, B. Kavelaars (Aggertalklinik)

Start: 10/2015

Fördernde Institution: Refonet

Projektkurzbeschreibung:

In dem Projekt Tele-Assist soll mit den Patienten, Ärzten und Therapeuten der beteiligten Kliniken Klinik Roderbirken (Kardiologie) und Aggertalklinik (Orthopädie) ein multimediales, interaktives und telematisch vernetztes rehabilitatives Trainingsprogramm für die Indikationen Orthopädie und Kardiologie entwickelt und im stationären Betrieb erprobt und validiert werden.

Im Rahmen des Projektes werden dafür zwei multimediale und interaktive Übungskataloge (Orthopädie und Kardiologie) mit insgesamt 20 Übungen für das eigenverantwortliche und telemedizinisch assistierte Training in der Klinik entwickelt und praktisch erprobt. Hierfür werden die entsprechenden grafischen Elemente, die Algorithmen für die Bewegungsanalyse, die Feedbackgebung an den Patienten sowie die integrativen Kommunikationsmöglichkeiten entwickelt und mit Patienten sowie Therapeuten getestet. In der abschließenden Systemevaluation sollen Erkenntnisse dazu gewonnen werden, welchen Beitrag die Therapie- und Trainingsumgebung "Tele-Assist" leisten kann, die Informations- und Prozesslücken für die Rehabilitation und Sekundärprävention zu schließen. Das Projekt strebt an, die therapeutischen und technologischen Voraussetzungen für den möglichen Einsatz eines telematisch vernetzten Betreuungsangebotes in der Nachsorge zu schaffen.


Evaluation des Bonusprogramms „aktiv pluspunkten“ der BARMER GEK nach §65a Abs. 4 S.2 SGB V

Projektleitung: Prof. Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: K. Lorrek, D. Simic, K. Möhlendick (BARMER GEK)

Start: 06/2015

Fördernde Institution: BARMER GEK

Projektkurzbeschreibung:

Mit dem Gesundheits-Modernisierungsgesetz §65a SGB V hat der Gesetzgeber den Krankenkassen die Möglichkeit eröffnet, ihren Versicherten Anreize zur Inanspruchnahme präventiver Aktivitäten zu geben. Dies kann zum Beispiel in Form von Bonusprogrammen geschehen. Die Krankenkassen sind allerdings verpflichtet, die Bonusprogramme kosteneffektiv zu implementieren. Dazu müssen die Programme in regelmäßigen Abständen evaluiert werden, um Rechenschaft über die Einsparungen abzulegen. Hierzu wurden die Leistungsausgaben der Interventionsgruppe, also der Versicherten der BARMER GEK, die am Bonusprogramm teilnehmen, mit den Ausgaben einer Kontrollgruppe verglichen. Diese Kontrollgruppe wurde durch ein Matching-Verfahren aus der Gesamtheit der Versicherten, die nicht am Bonusprogramm teilnehmen, gebildet. Als Matching-Kriterien wurden unter anderem Leistungsausgaben, Alter, Geschlecht und Versichertenstatus herangezogen. Die Ergebnisse der aktuellen Evaluation des Bonusprogramms „aktiv pluspunkten“ zeigen, dass die Steigerung der Leistungsausgaben für die Interventionsgruppe im Evaluationsjahr 2014 gegenüber dem Basisjahr 2010 signifikant unter dem jeweiligen Vergleichswert der Kontrollgruppe liegt. Damit konnte der Nachweis über die Kosteneffektivität erbracht werden.


Begleitung der Einrichtung von gesundheitskompetenzförderlichen Hausarztpraxen in Deutschland (EMPOWER)

Projektleitung: Sibel Altin M.Sc. ; Prof. Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Prof. Ingo Froböse (Deutsche Sporthochschule Köln), Prof. Holger Pfaff (IMVR)

Laufzeit: 03/2015 - 03/2018

Fördernde Institution: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektkurzbeschreibung:

Internationale Studien zu den Zusammenhängen zwischen individuellen Gesundheitskompetenzen und Gesundheitsoutcomes zeigen, dass unzureichende Gesundheitskompetenzen eine bisher unterschätze Determinante der Bevölkerungsgesundheit darstellen und Gesundheitssysteme auf diese vielfältig reagieren müssen. Ein Ansatz in der Förderung von Gesundheitskompetenzen der zunehmend an Bedeutung gewinnt, besteht darin, Gesundheitsorganisationen zu stärker patientenzentrierten und an der Gesundheitskompetenz der Patienten orientierten Einrichtungen zu transformieren. Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass Gesundheitsorganisationen ihre Versorgungsstrukturen und Prozesse an die jeweiligen Gesundheitskompetenzen der Nutzer von Gesundheitsleitungen anpassen. Insbesondere die hausärztliche Versorgung wird als besonders geeignetes Setting zur Einrichtung gesundheitskompetenzförderlicher Strukturen angesehen. Im Rahmen der EMPOWER Studie erfolgt eine Querschnittsbefragung bei ca. 800 chronisch kranken Patient/Innen und ihren behandelnden Hausärzten im primärärztlichen Setting in Nordrhein Westfalen (NRW). Ziel der Befragung ist es die Gesundheitskompetenzförderlichkeit von Praxisstrukturen und -prozessen zu eruieren und darauf aufbauend Empfehlungen zu entwickeln und zu distribuieren. Hierzu wird aus den in NRW befindlichen kassenärztlichen Allgemeinarztpraxen eine Zufallsstichprobe von ca. 30 Praxen konsekutiv rekrutiert. Die Rekrutierung der Patient/Innen erfolgt durch die Praxen. Eingeschlossen werden deutschsprachige und kognitiv nicht eingeschränkte Patienten im Alter zwischen 18 und 75 Jahren, mit mindestens einer chronischen Erkrankung und mindestens einer Hausarztkonsultation in den letzten 12 Monaten vor der Befragung. Der Fokus auf chronisch kranke Patient/Innen erfolgt aufgrund derer erkrankungsbedingt größeren Erfahrung mit den Strukturen und Prozessen der Hausarztpraxis. Darüber hinaus besteht insbesondere für diese Patientenpopulation ein erhöhter Bedarf für ein gesundheitskompetenzförderliches Umfeld in der Gesundheitsversorgung.


Trisearch – Querschnittsprojekt Gesundheitsökonomie

Projektleitung: Prof. Dr. Stephanie Stock

Projektmitarbeiter: Dr. A. Alayli, Dr. D. Müller

Projektpartner: Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)

Start: 02/2015 bis 01/2018

Fördernde Institution: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektkurzbeschreibung:

Mit der Zunahme chronischer Erkrankungen bei Berufstätigen, steigt auch der Bedarf nach effektiven Maßnahmen der Prävention. Der Forschungsverbund Trisearch entwickelt und testet innovative Interventionen der Primärpävention und Gesundheitsförderung mit einem Arbeitsplatzbezug. Das Querschnittsprojekt Gesundheitsökonomie berät und unterstützt die Teilprojekte des Verbunds bei der Beantwortung gesundheitsökonomischer Fragestellungen. Es werden Instrumente und Tools entwickelt, welche die Teilprojekte zur Erhebung gesundheitsökonomischer Daten nutzen können, wie z.B. der Inanspruchnahme gesundheitsbezogener Leistungen, krankheitsbedingter Produktivitätsverluste und Interventionskosten. Mit Hilfe dieser Daten können alternative Interventionen hinsichtlich ihrer Kosten und ihrem erzielten Nutzen, wie beispielsweise eine Verbesserung des Gesundheitsverhaltens Berufstätiger, verglichen werden. Die Ergebnisse ermöglichen besser informierte Entscheidungen bezüglich der praktischen Umsetzung der Interventionen und leisten einen Beitrag zu der geringen gesundheitsökonomischen Evidenz im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung.


Cluster-randomisierte kontrollierte edukative Interventionsstudie mit pragmatischem Ansatz zur Evaluation einer Intervention zur kardiopulmonalen Reanimation bei Jugendlichen ab dem 14. Lebensjahr im Raum Köln

Projektleitung: Sibel Altin M.Sc. ; Univ.-Prof. Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Univ.-Prof. Dr. med. B. W. Böttiger, DEAA, FESC, FERC Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. A. M. Lechleuthner

Laufzeit: 01/2015 – 12/2016

Fördernde Institution: RheinEnergie Stiftung

Projektkurzbeschreibung:

Bei dieser Studie handelt es sich um die Evaluation einer Intervention zum Thema kardiopulmonale Reanimation mit ca. 800 Schülern in ca. 30 Schulklassen an ca. 5 weiterführenden Schulen. Dabei sind alle weiterführenden Schulformen abgedeckt. Die Evaluation der Schulung erfolgt im pragmatischen Cluster-RCT Design. Die geplante Schulung beinhaltet theoretische und praktische Elemente zum Themenkomplex kardiopulmonale Reanimation und wird in den Räumlichkeiten von weiterführenden Schulen im Kölner Raum durchgeführt. Die Evaluation der Schulung erfolgt durch den Vergleich der Veränderung der theoretischen Kenntnisse, praktischen Fertigkeiten und Gesundheitskompetenzen im Hinblick auf die kardiopulmonale Reanimation zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe.


Forschung im Nationalen Krebsplan: More Risk Studie

Projektleitung: Prof. Dr. R. Schmutzler

Projektpartner: Dr. Dirk Müller; Prof. Dr. Stephanie Stock

Fördernde Institution: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektkurzbeschreibung:

Im Rahmen der More Risk Studie geht es um eine Modellierung der oekonomischen, rechtlichen, ethischen und risikokommunikativen Auswirkungen einer risikoadaptierten Früherkennung beim familiären Mamma-, Ovarial- und Kolonkarzinom. Damit soll eine Etablierung eines systematischen und prototypischen Konzeptes zur Validierung und Optimierung einer risikoangepassten Früherkennung erreicht werden. Für unterschiedliche Strategien erfolgt eine Modellierung und Konzeptentwicklung auf der Basis von zwei nationalen prospektiven Kohorten- und Interventionsstudien. Die Datenbasis besteht dabei aus Primärdaten der Konsortien Familiäres Mamma-/Ovarial- und Kolonkarzinom. Die Stichprobe beinhaltet Anlageträger und Personen mit hohem Anlageträger- und Erkrankungsrisiko. Die Stichprobengröße beträgt hierbei rund 14.000 Familien mit Brust-/ Eierstockkrebs und 8.000 Familien mit Darmkrebs.

Ziel: Evaluierung der gesundheitsökonomischen Konsequenzen unterschiedlicher Früherkennungsmaßnahmen beim Mamma- und Kolonkarzinom mittels entscheidungsanalytischer Verfahren.


Eruierung förderlicher und hemmender Faktoren für die Implementierung der Systemmedizin

Projektleitung: Prof. Dr. med. Christiane Woopen, Forschungsstelle Ethik, Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin

Projektpartner: Prof. Dr. med. Stephanie Stock, IGKE (Teilprojekt: Gesundheitsökonomie), Prof. Dr. jur. C. Katzenmeier, Institut für Medizinrecht, Rechtswissenschaftliche Fakultät (Teilprojekt: Recht) Prof. Dr. med. S. Ruhrmann, Früherkennungs- und Therapiezentrum für psychische Krisen (Klinischer Partner)

Laufzeit: 08/2014 bis 07/2017

Fördernde Institution: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektkurzbeschreibung:

Die Systemmedizin ist ein medizinischer Ansatz, der auf der Zusammenführung einer großen Menge und einer großen Vielfalt an biologischen, neuropsychologischen und sozio-demographischen Daten beruht. Sie zielt auf Fortschritte im Verständnis, in der Erkennung, in der Vermeidung und in der Behandlung von Krankheiten. Dabei werden biologische, biomarkerbasierte Ansätze mit klinisch-medizinischen Daten sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren verknüpft. Im Idealfall können Erkrankungen des Individuums vermieden, Prädispositionen als Risiko erkannt und deren Folgen minimiert werden. Die Gesundheitspolitik steht vor der Herausforderung Rahmenbedingungen für die Implementierung der Systemmedizin zu schaffen, um eine breite Verankerung im Gesundheitssystem zu erreichen. Die Zielsetzung des Teilprojektes ist es förderliche und hemmende Faktoren für die Implementierung der Systemmedizin im deutschen Gesundheitssystem zu eruieren. Im sequentiellen explorativem Mixed-method Design werden Barrieren und Anreize für die Implementierung aus der Perspektive relevanter Stakeholder im Gesundheitswesen erhoben und bewertet. Auf dieser Grundlage sollen Barrieren und Anreize identifiziert und zwischen relevanten Stakeholdern im Gesundheitswesen konsentiert werden. Abschließend werden gesundheitspolitische Handlungsempfehlungen für die Implementierung der Systemmedizin im deutschen Gesundheitssystem abgeleitet. Die gewonnenen Handlungsoptionen sollen mit Stakeholdern in geeigneten Formaten in Ihrer Bedeutung erörtert werden, um in die gesundheitspolitische Diskussion einzufließen.


Determinants and effects of inadequate health literacy among the chronically ill.

Projektleitung: Sibel Altin, M.Sc. ; Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Jun.-Prof.'in Priv.-Doz.'in Nicole Ernstmann, Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt

Laufzeit: 01/2014 – 12/2015

Fördernde Institution: Universität zu Köln

Projektkurzbeschreibung:

The rising burden of chronic diseases poses a tremendous financial and societal burden on healthcare systems of industrialized countries. To be able to ensure appropriate care for this population in the future requires effective instruments to disease prevention and management programs such as the German disease management programs as well as adequate support of disease self-management. However, several studies show that the effect of such measures are influenced by the health literacy (HL) of the targeted population. The research partnership “Determinants and Effects of inadequate Health Literacy among the chronically ill” (DHL-C) focuses on enabling chronically ill to gain access to health-related information as well as to understand, judge and act upon this information in all cases of health-related decision making.

Research questions:

  • Identification of determinants of HL among the chronically ill in Germany Analysis of the impact of HL on health related decision making among the chronically ill
  • Investigation of the effects of HL among the chronically ill on health care utilization, decision making, health outcomes and coping / illness behavior
  • Identification of a theoretical framework on which to base future research on health literacy among the chronically ill
  • Development of patient centered structures, processes and services of care which enable the chronically ill to develop adequate competences and use health care services in an informed way to strengthen patient safety and quality of care and to decrease unwarranted utilization

 


Development of a multi domain tool to assess the population based cancer literacy in Germany.

Projektleitung: Sibel Altin, M.Sc. , Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 01/2014 – 12/2015

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

The rising burden of cancerous diseases poses a tremendous financial and societal burden on healthcare systems of industrialized countries. To be able to ensure appropriate care for this population in the future requires effective instruments to disease prevention and management. Several studies show that preventive health behavior is influenced by the health literacy level (HL) of the population. Unfortunately there is no instrument to quantify the role of health literacy in cancer prevention in Germany. Therefore the aim of the project is to develop a comprehensive generic instrument and assess the population based cancer literacy in the German health care context.

Research questions:

  • How can the construct cancer literacy be operationalized in the German health care context ?
  • Which cancer literacy level does the general German population have?
  • How does the cancer literacy level correlate with preventive behavior and uutilization of preventive services?

 


Erhebung von Patientenpräferenzen in der altersbedingten Makuladegeneration (AMD): Ein Methodenvergleich

Projektleitung: M. Danner, Dipl.Vw. MPH, V. Vennedey, Prof. Dr. med. Stephanie Stock

Projektpartner: Prof. Dr. med. S. Fauser, Augenzentrum der Uniklinik Köln, S. Evers, LLM, PhD Professor for Public Health Technology Assessment, Maastricht University

Laufzeit: 11/2013 – 02/2015

Fördernde Institution: Eigenmittel, Drittmittel beantragt

Projektkurzbeschreibung:

Die multikriterielle Entscheidungsanalyse (Multi-Criteria Decision Analysis, MCDA) kann eingesetzt werden, um komplexe Entscheidungssituationen im Gesundheitsbereich zu unterstützen und Patientenpräferenzen in Bezug auf verschiedene Nutzen-, Schaden- oder Anwendungsaspekte einer Behandlung zu erheben. Zu den Techniken der Präferenzerhebung zählen der vom Mathematiker Thomas L. Saaty entwickelte „Analytische Hierarchie-Prozess“ (englisch: Analytic Hierarchy Process, AHP) und die Wahlexperimente (englisch: Discrete Choice Experiments, DCE). Ziel dieser Studie ist es, mit den genannten Methoden Präferenzen von an altersbedingter Makuladegeneration (AMD) erkrankten PatientInnen in Bezug auf verschiedene Ziele und Charakteristika einer AMD-Behandlung zu erheben. Folgende Forschungsfragen sollen beantwortet werden:

1. Welche Ziele / Charakteristika sind für die PatientInnen bei einer Behandlungsentscheidung relevant, und wie relevant sind diese im Vergleich zueinander?

2. Welche methodischen Vor- und Nachteile haben AHP und DCE bei der Präferenzerhebung in einer älteren Patientenpopulation in derselben Indikation?

3. Wie gut stimmen die auf Basis der beiden Methoden geschätzten Priorisierungen und Gewichtungen überein?

4. Welche methodischen / inhaltlichen Aspekte erklären gegebenenfalls Unterschiede in den geschätzten Priorisierungen / Gewichtungen?


Einbindung von Präferenzen verschiedener Akteure in gesundheitsbezogene Entscheidungsprozesse: eine systematische Recherche

Projektleitung: M. Danner, Dipl.Vw. MPH, S. Altin, M.Sc. , D. Happel, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 04/2013 – 06/2014

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

Auf verschiedenen Ebenen der gesundheitlichen Versorgung und der gesundheitspolitischen Gestaltung kann das Wissen über die Präferenzen von Akteuren im Gesundheitswesen Entscheidungsprozesse informieren, anleiten und verbessern. Ein systematische Erhebung und Einbindung dieser Präferenzen kann über qualitative Befragungen der betroffenen Akteure (z.B. PatientInnen, ÄrztInnen, gesundheitspolitische EntscheidungsträgerInnen) oder über Methoden der quantitativen Präferenzerhebung erfolgen. Zu den quantitativen Techniken der Präferenzerhebung zählen u.a. der vom Mathematiker Thomas L. Saaty entwickelte „Analytische Hierarchie-Prozess“ (englisch: Analytic Hierarchy Process, AHP) und die Wahlexperimente (englisch: Discrete Choice Experiments, DCE).

Ziel dieser systematischen Literaturrecherche und Auswertung ist es, eine Übersicht zu erlangen, mittels welcher Methoden und mit welchen Ergebnissen auf verschiedenen Ebenen und im internationalen Vergleich die Präferenzen von PatientInnen und anderen Akteuren im Gesundheitswesen systematisch erhoben und in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

An die Auswertung der systematischen Recherche soll sich eine Bewertung der identifizierten DCE-Studien in ausgewählten Indikationen und Anwendungsbereichen mit Hilfe der im Jahr 2011 publizierten ISPOR (International Society for Phamacoeconomics and Outcomes Research) Qualitätscheckliste anschließen.


Gesundheitskompetenzen in Deutschland. Eine populationsbezogene Erhebung des Einflusses von Gesundheitskompetenzen auf das Entscheidungsverhalten älterer Bevölkerungsgruppen bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. (HEALSEE)

Projektleitung: Sibel Altin, M.Sc. , Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Prof. Dr. C. Wendt , N. Reibling M.A. , M. Mischke PhD M.A. , D. Böhr M.A. Lehrstuhl für Soziologie der Gesundheit und des Gesundheitssystems, Universität Siegen

Laufzeit: 01/2012 – 12/2015

Fördernde Institution: DFG

Projektkurzbeschreibung:

Zur Erhaltung der Lebensqualität älterer Bevölkerungsgruppen ist eine zielgerichtete und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung von besonderer Bedeutung. Individuelle Gesundheitskompetenzen spielen eine zentrale Rolle bei der Frage, ob PatientInnen (insbesondere ältere Menschen mit multimorbiden Erkrankungen) Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung erhalten und sich im Gesundheitssystem zurechtfinden. Zahlreiche Studien bringen ein geringes Niveau an Gesundheitskompetenzen mit einem schlechteren Gesundheitszustand, verminderten Selbstmanagementfähigkeiten bei chronischen Krankheiten sowie einer erhöhten Frequentierung von Notfallambulanzen und vermeidbaren Hospitalisierungen in Zusammenhang. Für das deutsche Gesundheitswesen sind bisher keine repräsentativen Daten zum Niveau der populationsbezogenen Gesundheitskompetenzen vorhanden.

Forschungsfragen:

  • Über welches Niveau an Gesundheitskompetenzen verfügen Personen zwischen dem 40. und 75. Lebensjahr und ihr enges soziales Netzwerk in Deutschland?
  • Welchen Einfluss haben Gesundheitskompetenzen auf das Krankheits- und Entscheidungsverhalten?
  • Haben das Niveau an Gesundheitskompetenz sowie der sozioökonomische Hintergrund älterer Bevölkerungsgruppen einen Einfluss auf deren allgemeinen Gesundheitsstatus, Lebensqualität und die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen?
  • Welche weiteren Variablen (Self-care, Health Beliefs) dienen als Mediatoren zwischen Gesundheitskompetenzen und Gesundheits-Outcomes?
  • Welche Rolle spielt die Gesundheitskompetenz des sozialen Netzwerks?

 


Assessment of the population based functional health literacy of the German general population. – Insights from the Commonwealth Fund International Health Policy Survey.

Projektleitung: Sibel Altin M.Sc. , Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: started in 04/2013 (longitudinal study)

Fördernde Institution: Eigenmittel / Commonwealth Fund

Projektkurzbeschreibung:

The influence of institutional factors on health care utilization and illness behaviour is an area of intensive research in medical socioplogy and health economics. However there is limited evidence on the role of the populations health literacy on the perceived patient centeredness of the health care system. In this regard the longitudinal assessment of the health literacy level of the German population will help to identify it’s role in the physician patient relationship, health care system responsiveness and accessability.

  • Main research question: Which health literacy level does the general German population have?
  • How does the individual health literacy level influence the perceived accessability, quality and responsibilty of the health care system?
  • How health literacy friendly is the German health care system?
  • How does the health literacy level of the population change over time?

 


International Health Policy Survey des Commonwealth Fund – Kooperationspartner Deutschland.

Projektleitung: Dr. C. Veit, Dr. D. Hertle, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Ansprechpartner: Dr. rer. pol. D. Müller, Lisa Borsi, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: seit 2011 (fortlaufende Erhebung)

Fördernde Institution: Eigenmittel / Commonwealth Fund / BQS und BMG

Projektkurzbeschreibung:

Der Commonwealth Fund führt jährlich eine internationale Befragung im Bereich Health Policy in 11 Ländern durch. Im Jahr 2013 nahmen daran die USA, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Schweden, die Schweiz und Großbritannien teil. Befragt werden intermittierend chronisch kranke PatientInnen bzw. Haus- und KinderärztInnen. Im Jahr 2013 wurden chronisch kranke PatientInnen mit mindestens einem Krankenhausaufenthalt in den letzten 2 Jahren bezüglich ihrer Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem befragt. Thematische Schwerpunkte sind die Allgemeine Bewertung des Gesundheitssystems, der Zugang zur Versorgung, die Koordination der Versorgung, PatientInnensicherheit und Versorgungsmanagement.


Evaluation des Modellvorhabens zur Darmkrebsfrüherkennung mittels Kapselendoskopie der AOK Bayern

Projektleitung: D. Simic, Dipl.-Kfm., Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: AOK Bayern, MVZ Hochfranken, Libertamed, Given Imaging, Pie Data Elektronik

Laufzeit: 11/2013 – 05/2017

Fördernde Institution: AOK Bayern

Projektkurzbeschreibung:

Das kolorektale Karzinom ist bei Männern und Frauen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Das Risiko an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Die Koloskopie gilt derzeit immer noch als Goldstandard zur Diagnose und Früherkennung des kolorektalen Karzinoms. Trotz der belegten Effektivität der Koloskopie lehnt die Mehrheit der Vorsorgeberechtigten die Untersuchung ab. Damit fehlt eine ausreichende Akzeptanz des Screeningverfahrens in der Bevölkerung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Senkung der Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms. Im Rahmen des Modellprojekts wird geeigneten PatientInnen, die zu einer Koloskopie an ein MVZ überwiesen werden, die Kapselendoskopie (CCE) als Alternative zur Koloskopie angeboten.

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Akzeptanz der Kapselendoskopie (CCE) als Screeningangebot für die Darmkrebsvorsorge bei PatientInnen ab 50 Jahren und mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko.

Mit diesem Pilotprojekt sollen:

  • Daten zur Akzeptanz des Darmkrebsscreenings bei einem zusätzlichen Angebot der CCE erhoben werden, u.a. durch eine Befragung der Versicherten, die sich für die CCE entscheiden
  • Kosten eines Darmkrebsscreenings mittels Koloskopie und CCE aus Sicht der GKV verglichen werden
  • Versorgungsprozesse und Qualitätsparameter eines Einsatzes der CCE beschrieben werden

Kosten-Nutzen-Analyse des Einladungs- und Erinnerungswesens nach dem Landeskinderschutzgesetz

Projektleitung: R. Tebest, Dipl. Ges.-ök, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Prof. Dr.  Frank Schulz-Nieswandt, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS)

Laufzeit: 01/2013 – 06/2014

Fördernde Institution: Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz

Projektkurzbeschreibung:

Die Effektivität des bestehenden Kinderschutzes in Deutschland wird von vielen Experten kritisiert. Genannt werden u. a. ein Mangel an evidenzbasierten Verfahren, eine lückenhafte Früherkennung, eine unzureichende Elternberatung und die geringfügige Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen. Um den Schutz von Kindern und die Kooperation zwischen den am Kinderschutz beteiligten Akteuren zu verbessern hat das Land Rheinland-Pfalz im März 2008 ein Landeskinderschutzgesetz verabschiedet. Ein zentraler Punkt ist das Einladungs- und Erinnerungswesen. Die Zielsetzung dieser Intervention besteht in erster Linie darin, die Teilnahmequoten an den Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen. Darüber hinaus sollen aber auch weitere medizinische und pädagogische Hilfebedarfe identifiziert und behoben werden.

Folgende Datenquellen werden zur Kosten-Nutzen-Erhebung der Intervention verwende

1. Strukturierte Literaturrecherchen zum Nutzen von Vorsorgeuntersuchungen und frühen Hilfen sowie zu vergleichbaren Interventionen in anderen Bundesländern

2. Qualitative Interviews mit ÄrztInnen, Eltern, MitarbeiterInnen von Gesundheits- und Jugendämtern sowie weiterer an der Intervention beteiligten Akteuren.

3. Schriftliche Befragung aller Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz.

Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Einladungs- und Erinnerungswesens abgeleitet.

 


Theorie und Handlung zur Infektionsvermeidung in der Krankenpflege! (THINK!)

Projektleitung: Dr.  M. Redaelli Ralf Tebest, K. Westermann, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Dr.  Barbara Strohbücker (Pflegedirektion der Uniklinik Köln), Dr. med. Hans-Martin Wenchel (Krankenhaushygiene der Uniklinik Köln), Dr. h.c. (RUS) Christoph Stosch (Kölner interprofessionelles Skills Lab und Simulationszentrum der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln)

Laufzeit: 04/2012 – 05/2016

Fördernde Institution: Bundesministerium für Gesundheit

Projektkurzbeschreibung:

In deutschen Krankenhäusern kommt es im Jahr zu ca.400.000-600.000 nosokomialen Infektionen, an denen etwa 10.000-15.000 PatientInnen versterben. Die Experten sind sich darüber einig, dass etwa 30 Prozent dieser Infektionen vermeidbar wären. Mangelndes Wissen über hygienisches Arbeiten und Kommunikationsprobleme gehören zu den Hauptursachen. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat das Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie der Uniklinik Köln (IGKE) in Zusammenarbeit mit der Pflegedirektion, der Krankenhaushygiene und dem Skills-Lab der Uniklinik Köln eine Fortbildung entwickelt, in der insbesondere Wissen über hygienischen Arbeiten und kommunikative Kompetenzen vermittelt werden. Ein großer Vorteil dieser Fortbildung besteht darin, diese im SkillsLab durchgeführt werden kann. Hierdurch ist es möglich viele alltägliche Situationen im Beruf zu simulieren und den TeilnehmerInnen dadurch die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Kompetenzen im Bereich der Hygiene zu reflektieren und unter Anleitung das Gelernte direkt praktisch auszuprobieren

Die Fortbildung besteht insgesamt aus 1,5 Fortbildungstagen. Auf eine eintägige Auftaktveranstaltung folgt etwa ein halbes Jahr später eine weitere Schulung, in der die bis dahin vermittelten Inhalte wiederholt und an einigen Stellen vertieft werden.

Die Wirksamkeit der Schulung wird u. a. durch Beobachtungen der TeilnehmerInnen auf den jeweiligen Stationen untersucht. Hierbei werden die TeilnehmerInnen vor und nach den Schulungen bei bestimmten Arbeitsschritten beobachtet und eine Bewertung unter hygienischen Gesichtspunkten vorgenommen und dokumentiert.


Entwicklung einer Checkliste zur Begutachtung von Krankheitskostenstudien

Projektleitung: Dr. Dirk Müller; Prof. Dr. Stephanie Stock

Projektpartner: Prof. Dr. Andrea Icks

Laufzeit: 01/2012 – fortlaufend

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

Die gemeinsam mit der AG Gesundheitsökonomie zu entwickelnde Checkliste soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Versorgungsforschung bei der Erstellung von (Krankheits-)Kostenstudien unterstützen, da sie Fehlerquellen und Unvollständigkeiten vorbeugt. Gleichzeitig kann sie Reviewern und interessierten Lesern als Hilfe-stellung zur Beurteilung der Qualität von (Krankheits-)Kostenstudien dienen. Insgesamt kann eine solche Checkliste dazu beitragen, die Transparenz, Qualität sowie Vergleichbarkeit von (Krankheits-)Kostenstudien zu erhöhen und letztlich – wenn diese in vollständigen gesundheitsökonomischen Evaluationen eingesetzt werden – zu einer verbesserten Entscheidungsunterstützung beitragen.

Dieses Vorhaben untergliedert sich in zwei Teilziele. Zunächst soll eine Checkliste für (Krankheits-)Kostenstudien speziell im deutschen Kontext erstellt werden. In einem zweiten Schritt, welcher jedoch in diesem Exposé nicht weiter ausgeführt wird, soll die entwickelte Checkliste auf ein konkretes Beispiel angewendet werden, indem eine systematische Literatur-recherche zu deutschen (Krankheits-)Kostenstudien in einem speziellen Indikationsgebiet durchgeführt und die Qualität der Studien anhand der Checkliste bewertet werden soll. Es wird angestrebt, die entwickelte Checkliste als auch die Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche in einem peer-reviewed-Journal zu veröffentlichen.


Gesundheitsschäden, psychosoziale Beeinträchtigungen und Versorgungsbedarf von Contergangeschädigten Menschen aus Nordrhein-Westfalen in der Langzeitperspektive

Projektleitung: Prof. Dr. med. K. Peters, Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik, Nümbrecht

Projektpartner: Prof. Dr. Chistian Albus, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Uniklinik Köln, Prof. Dr. Holger Pfaff, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Uniklinik Köln, Prof. Dr. Markus Lüngen, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Hochschule Osnabrück Statistische Konzeption und Auswertung der Daten: G. Büscher, L. Borsi, C. Samel

Laufzeit: 07/2011 – 11/2013

Fördernde Institution: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Projektkurzbeschreibung:

Zwischen 1957 und 1961 wurde unter dem Namen „‘Contergan“ der Wirkstoff Thalidomid als Schlaf- und Beruhigungsmedikament verkauft. Im ersten Trimester der Schwangerschaft eingenommen, führt Contergan zu schweren Schädigungen der Neugeborenen. Allein in Deutschland leben heute noch rund 2700 Contergangeschädigte, davon über 800 in Nordrhein-Westfalen. Knapp 90 % der Contergangeschädigten wurden mit Fehlbildungen der Arme oder Sowohl der Arme als auch Beine geboren. Über fünf Jahrzehnte nach der Marktrücknahme von Contergan dominieren jedoch inzwischen schmerzhafte Folgeschäden das Beschwerdebild der Contergangeschädigten, häufig münden die Folgeschäden in chronischen Schmerzen.

In diesem vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenen Forschungsprojekt stand erstmals die systematische Erfassung des ursprünglichen Schädigungsmusters der Betroffenen (Ursprungsschäden) sowie der daraus resultierenden Folgeschäden im Mittelpunkt. Ebenso wurden die psychosozialen Auswirkungen der Thalidomidschäden und die aktuellen als auch lebenszeitlichen psychischen Störungsmuster untersucht. Ziel des Projektes war es, unter Berücksichtigung des aktuellen und zukünftigen Versorgungsbedarfes und gesundheitsökonomischen Betrachtungen ein Versorgungskonzept für contergangeschädigte Menschen in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln.


Entwicklung einer evidenzbasierten Entscheidungshilfe für Eltern zum Thema: Benötigt mein Kind mit einer akuten Mittelohrentzündung (akute Otitis media) ein Antibiotikum?

Projektleitung: Dr. med. Sibylle Kautz-Freimuth, Dr. med. Marcus Redaélli, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 10/2012  -  voraussichtlich 07/2014

Fördernde Institution: Bundesverband der AOK, Berlin

Projektkurzbeschreibung:

Die akute Otitis media (AOM) ist der häufigste Anlass für Kinder, antibiotisch therapiert zu werden. Obwohl die Erkrankung in ca. 80 % der Fälle spontan ausheilt, wünschen bis zu zwei Drittel der Eltern eine Verordnung von Antibiotika für ihr Kind. So werden mehr als 50% der Kinder mit akuter Otitis media im Alter von 3 bis 7 Jahren antibiotisch behandelt. Der frühe Antibiotikaeinsatz ist jedoch nicht effektiver als die Gabe von Placebo und wird in nationalen und internationalen Leitlinien nur bei bestimmten Konstellationen angeraten. Unnötige bzw. nicht indizierte Antibiotikagaben verschärfen zudem das Problem der Resistenzentwicklung.

Evidenzbasierte Entscheidungshilfen sind von großem Wert, wenn mehrere Therapiewege eingeschlagen werden können und die Gründe, die für oder gegen eine Behandlung sprechen, gegeneinander abzuwägen sind. Bei akuter Otitis media im Kindesalter stellt sich die Frage, ob zunächst eine symptomatische Therapie mit Beobachtung des Verlaufs (watchful waiting) ausreicht oder sofort ein Antibiotikum notwendig wird. Da Eltern auf diese Entscheidung Einfluss nehmen können, ist es wichtig, sie als gleichberechtigte Partner in den Entscheidungsprozess der Behandlung einzubeziehen

Das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) erarbeitet eine strukturierte evidenzbasierte Entscheidungshilfe für Eltern von Kindern zwischen 2 und 7 Jahren, die über Ursachen, Symptomatik, Diagnostik, Verlaufsformen und Therapiemöglichkeiten der akuten Otitis media informiert und individuelle Präferenzen von Eltern einbezieht. Ziel ist, eine Informationsplattform zu entwickeln, die die Eltern unterstützt, gemeinsam mit ihrer Ärtzin eine verantwortliche Entscheidung über die Behandlung ihres Kindes mit akuter Otitis media treffen zu können.

Die Realisierung des Projekts schließt ein: Systematische Literaturrecherchen, Durchführung einer strukturierten Befragung deutscher Haus- und Kinderärzte zum Therapieverhalten bei Otitis media und zum Einfluss des Elternwunsches, Durchführung einer strukturierten Befragung von Eltern mit Kindern im Vorschulalter zu Wissen, Einstellungen und Erfahrungen in Bezug auf die Behandlung ihrer Kinder mit akuter Mittelohrentzündung. Im Sinne der Qualitätssicherung ist die Einbindung professioneller Kooperation vorgesehen.


Risikostratifizierte Kosten-/Nutzenbewertung der risikoangepassten Früherkennung beim Mamma-, Ovarial- und Kolonkarzinom

Projektleitung: Prof.'in Dr. Rita Schmutzler

Ansprechpartner: Dr. Dirk Müller, Lisa Borsi, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 08/2012 – 07/2014

Fördernde Institution: BMG

Projektkurzbeschreibung:

Dieses Projekt ist Teilprojekt der More-risk-Study „Modellierung der ökonomischen, rechtlichen, gesundheitlichen, ethischen, und risikokommunikativen Auswirkungen einer risikoadaptierten Früherkennung beim Mamma-, Ovarial- und Kolonkarzinom“. Projektkoordinatorin und Leiterin ist Frau Prof. Rita Schmutzler (Uniklinik Köln). Das Ziel dieses Projektes ist es, ein Konzept für die Validierung und Optimierung von konkreten Maßnahmen der risikoangepassten Krebsfrüherkennung zu erarbeiten. Dem liegen zwei Konsortien zu Grunde: das deutsche HNPCC Konsortium und das Deutsche Konsortium für Familiären Mamma- und Ovarialkarzinom.

Familiäre Häufungen und pathogene Mutationen sind Gründe für ein erhöhtes Krebsrisiko. Oft nehmen diese Hochrisikopatienten an einem intensivierten Früherkennungsprogramm teil. Eine andere Option kann aber auch eine prophylaktische Operation sein. Deshalb betrachten wir aus gesundheitsökonomischer Sicht im Rahmen von Kosten-Nutzen Analysen prophylaktische Operationen mit der intensivierten Früherkennung beim Mamma-, Ovarial- und Kolonkarzinom für HochrisikopatientInnen. Hierfür werden anhand von Markov-Modellierung mehrere Strategien in Bezug auf Kosten und Nutzen verglichen.


Kosten-Effektivitätsstudie zu multimodalen Interventionen für eine Sturz- und Frakturprophylaxe bei Pflegeheimbewohnern

Projektleitung: Dr. Dirk Müller

Ansprechpartner: Dr. Dirk Müller

Laufzeit: 10/2011 - fortlaufend

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

Frakturen stellen insbesondere für ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eine Gefährdung dar, weil sie zu dauerhafter Immobilität, Pflegebedürftigkeit oder zum Tod führen können. Für frakturprophylaktische Maßnahmen besteht eine gute Evidenzlage dahingehend, dass sich die Häufigkeit der Stürze reduziert, womit eine Reduktion der aus Stürzen resultierenden Frakturen ebenfalls wahrscheinlich ist.

Ziel der Analyse ist es, für Deutschland die Kosten-Effektivität einer multiinterdisziplinären Intervention zur Sturzvermeidung bei PflegeheimbewohnerInnen aus gesellschaftlicher Perspektive zu evaluieren. Hierfür wurde ein Markov-Modell entwickelt, in dem basierend auf deutschen aktuellen Literaturdaten Frakturen der Hüfte und der oberen Extremität betrachtet werden. Das mit TreeAge entwickelte Modell besteht aus 6 Zuständen und betrachtet den Verlauf der Patienten bis zum Tod.


Kosten-Effektivitätsstudie zu Osteoporose-Screening bei postmenopausalen Frauen mit Depression

Projektleitung: Dr. Dirk Müller

Ansprechpartner: Dr. Dirk Müller

Laufzeit: 06/2011 - fortlaufend

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

In großen Kohortenstudien haben sich Hinweise darauf ergeben, dass depressive Störungen mit einer Verringerung der Knochendichte und einer Zunahme osteoporotischer Hüftfrakturen einhergehen. Während Screeningverfahren zur Vermeidung osteoporotischer Frakturen, die auf die Knochendichte allein abzielten, sich als nicht oder nur bedingt kosten-effektiv erwiesen haben, ist die Effizienz einer Screen-and-Treat Strategie bei PatientInnen mit einer depressiven Störung unklar. Die Analyse ermittelte die Kosten-Effektivität einer Screen-and-Treat Strategie zur Vermeidung osteoporotischer Frakturen bei PatientInnen mit depressiven Störungen im Vergleich zu keinem Screening aus Sicht der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Die Evaluation wurde mittels einer inkrementellen Kosten-Nutzwert Analyse vorgenommen. Hierfür wurde eine Markov-Modellierung für verschiedene Altersgruppen (50-90) durchgeführt. Eine Erhöhung des Hüftfrakturrisikos wurde basierend auf einem Update einer Meta-Analyse epidemiologischer Studien angenommen. Die Interventionsgruppe erhielt eine Messung der Knochendichte mittels Doppelröntgenabsorptiometrie (DXA-Messung) und, bei Diagnose einer Osteoporose, eine medikamentöse Behandlung mit den Knochenabbau hemmenden Bisphosphonaten. Für die Analyse wurde die Zahl von Hüft-, Handgelenks- und Wirbelkörperfrakturen über einen lebenslangen Zeitraum aus der Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung modelliert. Als Nutzenparameter wurden qualitäts-adjustierte Lebensjahre (QALYs) verwendet. Es wurden sowohl deterministische als auch probabilistische Sensitivitätsanalysen durchgeführt.

Im Vergleich zu keinem Screening zeigte eine Screen-and-Treat Strategie für osteoporotische Frakturen bei bestehender Depression eine mit ansteigendem Alter zunehmende Kosten-Effektivität. Für die einzelnen Altersgruppen ergaben sich Kosten-Nutzen Verhältnisse von 20.100€ (50-60), 5.200€ (60-70) und 1.400€ (70-80) sowie eine Ersparnis bei der Gruppe der 80-90-jährigen. Die Ergebnisse zeigten sich in der Sensitivitätsanalyse stabil.

Eine Abklärung des individuellen Osteoporose-Frakturrisikos mit optionaler Therapie bei PatientInnen mit depressiven Störungen scheint bei PatienteInnen ab dem 60. Lebensjahr kosten-effektiv zu sein und kann in der höchsten Altersgrupe zu Einsparungen führen.


Kosten-Effektivitätsanalyse zu Hüftprotektoren

Projektleitung: Dr. Dirk Müller, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Ansprechpartner: Prof.'in Dr. Stephanie Stock, Dr.  Björn Stollenwerk

Laufzeit: 01/2010 - fortlaufend

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

Hüftfrakturen stellen insbesondere für ältere Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eine Gefährdung dar, weil sie zu dauerhafter Immobilität, Pflegebedürftigkeit oder zum Tod führen können. Für den Einsatz von Hüftprotektoren liegt Evidenz dahingehend vor, dass sie zu einer Reduktion der Frakturinzidenz führen. Dennoch werden diese aktuell nicht von den Krankenkassen erstattet. In der Analyse sollte die Kosten-Effektivität eines Screen-and-Treat-Programms für Hüftprotektoren in geriatrischen Abteilungen von Krankenhäusern ermittelt werden. Als Perspektive der Analyse wird die des Krankenhauses gewählt.

Die Kosten-Nutzwert-Analyse wurde mittels der Erstellung eines Entscheidungsbaumes durchgeführt. Kosten und vermiedene Frakturen wurden als primäre Ergebnisparameter verwendet. Die für die Analyse verwendeten Daten stammten aus der Literatur und von Krankenhäusern.

Ein Screen-and-Treat Programm zur Einführung eines Hüftprotektors würde die Hüftfrakturrate um 45,4 % senken und damit zu einer Kostenersparnis von € 52,20 pro gescreenter Patientin führen. Die Resultate zeigten sich in einer Sensitivitätsanalyse stabil.

Die Implementierung eines Screening-Programms für Hüftprotektoren kann aus einer Krankenhausperspektive als kosten-effektiv betrachtet werden. Obwohl derzeit keine Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung erfolgt, erscheint eine Investition seitens des Krankenhauses sinnvoll.


Interprofessionelle Kooperation im CIO Köln Bonn

Projektleitung: Prof. Jürgen Wolf, Dr. med. J. Gärtner, Ralf Tebest, Sibylle Kautz-Freimuth, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Ansprechpartner: Ralf Tebest, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 12/2010 – 07/2013

Fördernde Institution: Robert Bosch Stiftung

Einleitung und Zielsetzung:

In dem Projekt „Entwicklung eines Curriculums für eine zertifizierte interprofessionelle Weiterbildung von Pflegekräften und ÄrztInnen im Bereich Interdisziplinäre Onkologie“ sollen zwei Module „Interdisziplinäre Tumorambulanz“ und „Palliativmedizin“ für die interprofessionelle Weiterbildung von Pflegekräften und ÄrztInnen entwickelt werden. Zur Verankerung der Module in der Weiterbildung sollen sie für die Pflege in die Fachweiterbildung Onkologie integriert werden. Für ÄrztInnen wird eine Zusatzbezeichnung angestrebt.

Methodik:

Das Curriculum soll Inhalte und Anforderungen für die Umsetzung der klinischen Module (z.B. „Logbuch“ zur Dokumentation der Weiterbildungsinhalte) sowie Inhalte und praktische Ausgestaltung der theoretischen Module beschreiben. Hierzu gehört die Entwicklung von Vignetten (klinische Fälle mit professionell trainierten SchauspielerpatientInnen) an Hand derer die Verankerung der neuen interprofessionellen Strukturen in der Klinikroutine trainiert wird. Im Modul „Interdisziplinäre Tumorambulanz“ ist dies der „Interprofessionelle Gesprächsleitfaden“; im Modul „Palliativmedizin“ ist es das „Interprofessionelle Konsil“. In den theoretischen Modulen lehren und lernen ÄrztInnen und Pflege gemeinsam.


Häufigkeit und Folgen der Anwendung potentiell nicht geeigneter Medikamente bei älteren Versicherten (Auswirkungen der Arzneimittel im Rahmen der _‚PRISCUS-Liste‘_ auf Deutschland)

Projektleitung: Prof.'in Dr. Stephanie Stock, Dr. Marcus Redaelli

Ansprechpartner: Dr. Marcus Redaelli, F. Henschel

Laufzeit: 12/2010 – 12/2013

Fördernde Institution: Dr. Werner Jackstädt-Stiftung

Einleitung und Zielsetzung:

Polypharmazie ist bei älteren Menschen ein häufiges Problem. Neben vermehrten Interaktionen und z.T. additiven Nebenwirkungen kommt es auf Grund fehlgedeuteter Symptome nicht selten auch zu vermeintlich neuen Verschreibungen („Prescribing Cascade“). Hinzu kommt, dass mit zunehmenden Alter verringerte Metabolisierung und renale Clearance einhergehen. Viele ältere Menschen reagieren dadurch auf manche Medikamente besonders empfindlich. Einer amerikanischen Studie zufolge gehen 30 % der Krankenhauseinweisungen von älteren PatientInnen auf Medikamenten bezogene Neben- und Wechselwirkungen zurück (Hanion et al. 1997). Genaue Arzneimittelwirkungen werden in der Regel jedoch nur an jungen und meist gesunden Probanden getestet und untersucht.

Um diesem Problem des Mangels an empirischen Untersuchungen an älteren PatientInnen nachzukommen wurden in den USA potentiell ungeeignete Medikamente (PIM) für ältere Menschen in der „Beers-list“ zusammengefasst. Eine vergleichbare speziell für Deutschland anwendbare Liste ist im August 2010 vom Priscus Verbundprojekt veröffentlicht worden. Sie umfasst 83 Medikamente bei denen das Risiko den klinischen Nutzen überwiegt und für die es bessere Alternativen gäbe.

Ziel der Studie ist es, epidemiologische Daten zum Stand der Verordnung potentiell ungeeigneter Medikamente bei älteren Patienten zu generieren. Zusätzlich sollen klinische und gesundheitsökonomische Aspekte untersucht werden.

Methodik: Es handelt sich um eine retrospektive Kohortenstudie. Die Auswertung erfolgt mittels Routinedaten der AOK Hamburg / Rheinland. Folgende Forschungsfragen sollen untersucht werden:

 

  • Quantifizierung der Gesamtverordnungshäufigkeit dieser Medikamente sowie einzelner Medikamente und deren Relevanz in bestimmten Indikationsbereichen
  • Ermittlung der soziologischen sowie klinischen Risikofaktoren, die eine PIM Verschreibung begünstigen
  • Hinweise auf die Häufigkeit von UAW bestimmter Medikamente, wie z.B. bei Stürzen
  • Vergleich ausgewählter Kostenaspekte der Interventionsgruppe mit einer Kontrollgruppe

 


Transparenz für Patienten fördern – Entscheidungskompetenz stärken

Projektleitung: Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Ansprechpartner: Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 11/2011 - 03/2014

Fördernde Institution: Dr. Werner Jackstädt-Stiftung

Projektkurzbeschreibung

Patientenvertretern obliegt eine wichtige Rolle bei der Erarbeitung von Leitlinien, der Mitarbeit in der gemeinsamen Selbstverwaltung wie z. B. bei der Erstellung von Versorgungsrichtlinien im Gemeinsamen Bundesausschuss. Grundlage für die Mitarbeit bei Entscheidungsprozessen im Gesundheitswesen ist die Verfügbarkeit evidenzbasierter Informationen und die Fähigkeit, deren Qualität und Aussagegehalt beurteilen zu können. Neben den Patientenvertretern profitieren auch die Patientenberater von Kenntnissen der evidenzbasierten Medizin, um Entscheidungshilfen für Patienten anbieten zu können.

Es liegen bereits verschiedene Curricula vor, die Patientenvertreter und Berater dabei unterstützen sollen, medizinische Maßnahmen nach Maßgabe der evidenzbasierten Medizin zu bewerten. Um die Qualität der Curricula für die Patientenvertreter und Berater weiter zu verbessern und deren Bedürfnisse genauer zu treffen, soll im Rahmen des Projekts „Transparenz für Patienten fördern – Entscheidungskompetenz stärken“ eine Befragung von Patientenvertretern und Beratern sowie von Multiplikatoren durchgeführt werden. Durch die direkte Einbindung der Patientenvertreter und Berater in den Qualitätssicherungsprozess soll der tatsächliche Bedarf an Weiterbildung im Bereich der evidenzbasierten Medizin erfasst werden. Auf Basis der Ergebnisse der Befragung von Patientenvertretern, Beratern und Multiplikatoren soll ein bestehendes Curriculum weiterentwickelt werden, welches sich zur Fortbildung von Patientenvertretern bereits als geeignet und wirksam erwiesen hat.


Befragung zum Disease Management Program Diabetes Mellitus der BARMER GEK

Projektleitung: Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Ansprechpartner: Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 09/2009 - 08/2014

Fördernde Institution: Commonwealth Fund

Ziel:

Anhand von Krankenkassendaten soll die Auswirkung des Disease Management Programms (DMP) für Diabetes Mellitus auf die Überlebenszeit der eingeschriebenen Versicherten untersucht werden.

Methodik:

Hierzu soll die Überlebenszeit von DMP-Teilnehmern mit der Überlebenszeit von Versicherten verglichen werden, bei denen die gleiche Erkrankung vorliegt, die aber nicht am DMP teilnehmen. Die Interventionsgruppe bilden alle Versicherten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ins DMP eingeschrieben waren. Die Kontrollgruppe wird aus einer gleich großen Versichertengruppe von Diabetikern gebildet. Um eine mögliche Verzerrung der Kontrollgruppe zu verhindern wird ein Propensity Score Matching durchgeführt. Dadurch wird die bestmögliche Vergleichbarkeit der beiden Gruppen unter „real life Bedingungen“ erreicht. Derzeit liegen Daten für den Zeitraum 2002 bis 2007 vor.


Evaluation des Bonusprogramms „Aktiv Pluspunkten“ der BARMER Ersatzkasse

Projektleitung: Prof.'in Dr. Stephanie Stock, Dr. Björn Stollenwerk

Ansprechpartner: C. Samel, Prof.'in Dr. Stephanie Stock

Laufzeit: 03/2004 - 06/2012; verlängert

Fördernde Institution: Barmer GEK bis 2012, seither Eigenmittel

Einleitung:

Zur Förderung der Prävention in der Gesetzlichen Krankenversicherung hat der Gesetzgeber den Gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit eingeräumt, ihren Versicherten Anreize zur Inanspruchnahme präventiver Angebote zu geben. Eine Form sind die sogenannten Bonusprogramme der Gesetzlichen Krankenversicherung. Sie sollen die Teilnahme der Versicherten an Maßnahmen der primären bzw. sekundären Prävention fördern. Die Implementierung der Programme durch die Gesetzlichen Krankenkassen ist an die Prämisse gebunden, dass die Programmkosten durch Verminderungen in den Leistungsausgaben der teilnehmenden Versicherten kompensiert werden.

Methodik:

Zur Prüfung der Hypothese, dass die in den Bonusprogrammen angebotenen Maßnahmen der Prävention zu einer Senkung der Leistungsausgaben teilnehmender Versicherter im Vergleich zu nicht teilnehmenden Versicherten führt, wird eine nicht-randomisierte, kontrollierte Studie mit Interventions- und Kontrollgruppe durchgeführt. Einschlusskriterien für die Interventionsgruppe sind der Nachweis der aktiven Teilnahme am Programm sowie die kontinuierliche Einschreibung bei der BARMER über den Interventionszeitraum. Die Kontrollgruppe setzt sich aus nicht am Programm teilnehmenden Versicherten zusammen, die mittels eines Matching-Verfahrens den entsprechenden Teilnehmern der Interventionsgruppe zugeordnet wurden. Zu den Matching-Kriterien gehörten Alter, Geschlecht, Postleitzahl, Versichertenstatus und Leistungsausgaben in drei Hauptleistungsbereichen vor Einschreibung in das Programm.


KOMBO: Kostenerfassung in der ambulanten onkologischen Versorgung

Projektleitung: Prof. Dr. Hans Tesch, Frankfurt; Dr. Marcus Redaelli

Ansprechpartner: Dr. med. Marcus Redaelli

Laufzeit: 03/2010 -12/2013

Fördernde Institution: Industriegelder

Projektkurzbeschreibung:

Die Studie soll klären, welche Kosten in einer qualitätsgesicherten ambulanten onkologischen Versorgung auftreten. Dazu wird ein Vollkostenansatz gewählt, der direkte Kosten aus der Sicht des Anbieters der Versorgung (dem niedergelassenen onkologisch tätigen Arzt/der Ärztin) aufgliedert. Die Erhebung und spätere Darstellung der Kosten erfolgt nach Diagnosen, Behandlungsregime und ggf. Krankheitsstadien getrennt. Weitere Differenzierungen der Patienten werden geprüft. Die Studienfrage lautet somit, welche Varianz sich in den Behandlungskosten zwischen Arztpraxen ergeben für medizinisch vergleichbare ambulante onkologische Behandlungen. Die Datenerhebung erfolgt in Praxen der Arbeitsgruppe „Klinische Studien“. Die Arbeitsgruppe verfügt über rund 90 Praxen und wird koordiniert von Prof. Tesch, Frankfurt.