Versorgungsforschungsrelevante Projekte

PMV forschungsgruppe - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Evidenzbasiertes Multimedikations-Programm mit Implementierung in die Versorgungspraxis (EVITA)

Projektleitung: Prof. Dr. F. Gerlach, Universität Frankfurt mit den Konsortialpartnern Universität Bielefeld, Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universität Heidelberg

Ansprechpartner: Frau Dr. I. Schubert, Frau Dr. V. Lappe

Laufzeit: 11/2017 – 10/2020

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

Projektkurzbeschreibung:

Unsere Gesellschaft verändert sich. Die Lebenserwartung steigt, gleichzeitig werden weniger Kinder geboren. Diese Entwicklung wird als demografischer Wandel bezeichnet. Die Folge: Es gibt mehr ältere und weniger junge Menschen. Das stellt auch die gesundheitliche Versorgung vor neue Herausforderungen, da insbesondere ältere Menschen unter zum Teil mehreren chronischen Erkrankungen leiden. Zunehmend mehr Patienten werden in Zukunft auf medizinische Hilfe und oftmals auch Mehrfachmedikationen angewiesen sein.

Eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung von Patienten mit Mehrfachmedikation umfasst aber nicht nur die Vermeidung einer verbreiteten Über- und Fehlversorgung mit Arzneimitteln. Auch eine Unterversorgung, etwa angesichts einer oft unzureichenden Schmerztherapie, kann Patienten schaden.

Das Projekt EVITA zielt darauf, ein umfassendes, wirksames und kosteneffektives Versorgungsprogramm für Patienten mit Mehrfachmedikation zu entwickeln. Zentral ist dabei die Frage, aus welchen Elementen ein solches Versorgungsprogramm bestehen sollte. Zunächst wird daher eine umfassende Übersicht der bestehenden und nachweislich erfolgreichen Behandlungskonzepte erstellt. Dann werden auf Grundlage von verfügbaren pseudonymisierten Krankenkassendaten Risiko-Konstellationen identifiziert. Dabei werden Erkrankungsgruppen und Situationen, die von einem höheren Risiko arzneimittelbedingter Probleme betroffen sind, dargestellt. Gleichzeitig werden die wirtschaftlichen Einflüsse der Multimedikation beurteilt. Das geschieht, indem u.a. Arztkontakte, Krankenhausaufenthalte oder weitere Leistungsinanspruchnahmen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse geben detaillierte Hinweise auf eine zukünftig bedarfsgerechtere Versorgung im Alltag. Im Erfolgsfall ist das neue Versorgungsprogramm für Patienten mit Mehrfachmedikation bundesweit einsetzbar und auf andere Bereiche der Gesundheitsversorgung übertragbar.


Implementierung von Routinedaten & PROMS in die evidenz-informierte intersektorale (zahn-)medizinische Versorgung (Dent@Prevent)

Projektleitung: Prof. Dr. Dr. S. Listl, Universität Heidelberg mit den Konsortialpartnern Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universitätsklinikum Heidelberg, SpektrumK GmbH, HRI - Health Risk Institute GmbH, Universitätsklinikum Köln

Ansprechpartner: Herr I. Meyer

Laufzeit: 05/2017 – 04/2020

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

Projektkurzbeschreibung:

Studien weisen darauf hin, dass es gemeinsame Risikofaktoren für chronische Zahnerkrankungen und andere chronische Erkrankungen gibt. Besonders auffällig ist dieser Zusammenhang bei Zahnfleischentzündung (Parodontitis), der Zuckerkrankheit (Diabetes) und Herzerkrankungen (koronare Herzerkrankungen).

Dent@Prevent will die Zusammenarbeit zwischen dem ärztlichen Personal inner- und außerhalb der Zahnmedizin verbessern. Ziel ist es, dass Ärzte und Patienten gleichermaßen informiert sind und so gemeinsam entscheiden können, wie weiter behandelt wird. Zunächst soll untersucht werden, wie und warum zahnmedizinische und chronisch-systemische Erkrankungen zusammenhängen. Dafür werden wissenschaftliche Artikel systematisch ausgewertet und anonymisierte Daten von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) analysiert. Gleichzeitig wird eine Smartphone-App entwickelt, mit deren Hilfe die Behandlungsentscheidung stärker auf den einzelnen Patienten ausgerichtet werden kann: mit der App können Patienten beispielsweise individuell Auskunft zu ihrem Befinden hinsichtlich ihrer Mundgesundheit und zu ihrem allgemeinen Gesundheitszustand geben. Diese Selbstauskünfte fließen gemeinsam mit den Ergebnissen der Literaturrecherche und der Analyse der Krankenkassendaten in die Entwicklung eines digitalen Tools zur Entscheidungsunterstützung ein.

Die im Vorhaben gewonnenen Erkenntnisse zum Zusammenhang von Zahn- und systemischen Erkrankungen können in die Aus-, Fort- und Weiterbildung von (Zahn-)Ärzten einfließen. Im Erfolgsfall können die entwickelte App und das digitale Tool auch in anderen Versorgungsbereichen zur Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden.


Anwendung digital gestützter Arzneimitteltherapie und Versorgungsmanagement (AdAM)

Projektleitung: Frau P. Kellermann-Mühlhoff (BARMER-GEK) mit den Konsortialpartnern Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Universität Frankfurt, Universität Bielefeld, Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universität Bochum, Universitätsklinikum Köln

Ansprechpartner: Herr P. Ihle

Laufzeit: 01/2017 – 12/2019

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

Projektkurzbeschreibung:

Für viele Krankheiten gibt es wirksame Medikamente. Doch gerade bei älteren Menschen, die unter mehreren Krankheiten leiden, kann die Zahl der verschiedenen Tabletten unübersichtlich werden und zu gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen führen.

Das Projekt AdAM soll Ärzte bei ihrem Arzneimitteltherapie- und Versorgungs-Management unterstützen. Ziel ist es, die Qualität und Sicherheit insbesondere für Patienten zu verbessern, die gleichzeitig mehrere Medikamente nehmen müssen und somit aufgrund von Neben- und Wechselwirkungen besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Patienten, aber auch die Ärzte, müssen ihre Bereitschaft zur Teilnahme schriftlich erklären.

Die Unterstützung der teilnehmenden Hausärzte erfolgt zum einen in elektronischer Form per Web-Anwendung über das geschützte Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Hier werden den Ärzten behandlungsrelevante wie auch medizinische und pharmazeutische Fachinformationen patientenbezogen und zeitnah zur Verfügung gestellt, so dass Hausärzte Risiken sofort und umfassend erkennen können. Der bundesweit eingeführte Medikationsplan ist hierbei ein Teil der Gesamtinformation. Wenn Patienten ins Krankenhaus aufgenommen werden, wird die Hausarztpraxis automatisch informiert, damit die Medikamenteneinnahme mit dem Krankenhaus abgestimmt werden kann. Darüber hinaus entwickeln die 20 medizinischen Fachgesellschaften Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Multimedikation, die im Rahmen der Pharmakotherapieberatung der KVWL praxistauglich an die verordnenden Hausärzte kommuniziert werden. Die Evaluation soll vor allem zeigen, inwieweit Krankenhauseinweisungen mit inadäquaten Arzneimitteltherapien einhergehen und wie sich Gesamtkosteneffekte darstellen.

AdAM ist strukturell in Basisprozessen der Regelversorgung gedacht und kann somit bundesweit in die Routineversorgung überführt werden.


10-Jahres Evaluation der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal in Aufbau- und Konsolidierungsphase (INTEGRAL)

Projektleitung: Dr. H.c. H. Hildebrandt (Gesundes Kinzigtal GmbH) mit den Konsortialpartnern Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universitätsklinikum Freiburg, Universität Marburg, Wissenschaftliches Institut der AOK (WidO)

Ansprechpartner: Frau I. Köster

Laufzeit: 07/2017 – 06/2019

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

Projektkurzbeschreibung:

In Deutschland ist die Gesundheitsversorgung bisher streng nach ambulanter, stationärer und rehabilitativer Versorgung getrennt. Diese sogenannten »Sektorengrenzen« können durch die fehlende Interaktion ein Problem sein. »Integrierte Versorgung (IV)« ermöglicht eine patientenorientierte und fachbereichsübergreifende medizinische Versorgung durch die enge Zusammenarbeit von Hausärzten, Spezialisten, Kliniken und anderen Beteiligten der Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, die Qualität der Patientenversorgung im Vergleich zur Regelversorgung zu verbessern und gleichzeitig Wirtschaftlichkeitsreserven zu erschließen.

Die »Integrierte Versorgung Gesundes Kinzigtal (IVGK)« ist ein Best-Practice-Beispiel für eine bevölkerungsbezogene Integrierte Versorgung. Im Unterschied zu anderen Selektivverträgen, die auf integrierte Behandlungsformen bei ausgewählten Krankheitsindikationen fokussieren, nimmt die IVGK das gesamte Krankheits- bzw. Gesundheitsspektrum einer definierten Wohnbevölkerung (mit Ausnahme der zahnärztlichen Versorgung) in den Blick.

In bisherigen Untersuchungen konnte eine kostengünstigere Versorgung durch die IVGK im Kinzigtal im Vergleich zur Regelversorgung realisiert werden. Die Versorgungsqualität ist allerdings bisher nur exemplarisch für die Aufbauphase der IVGK evaluiert worden: Im Vergleich zu anderen Gebieten Baden-Württembergs ist die Versorgungsqualität höher. Unklar ist, wie sie sich langfristig unter Alltagsbedingungen entwickelt. Deshalb soll die Versorgungsqualität der IVGK im Vergleich zur Regelversorgung über einen Zeitraum von 10 Jahren umfassend evaluiert werden. Hierzu werden zunächst Indikatoren zur Qualitätsmessung entwickelt. Die Evaluation erfolgt dann mittels dieser Indikatoren. In einem abschließenden Workshop werden die Ergebnisse hinsichtlich Praxisrelevanz und Transferpotenzial diskutiert. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 528.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse für die Ausgestaltung des Selektivvertrags zur Integrierten Versorgung sowie für die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen in Deutschland. Darüber hinaus können die entwickelten Indikatoren auf das Qualitätsmonitoring anderer Versorgungsformen übertragen werden.


Evaluation der Wirksamkeit von spezialisierter ambulanter palliativer Versorgung in Nordrhein (APVEL)

Prof. Dr. R. Rolke (Universitätsklinikum Aachen) mit den Konsortialpartnern Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universitätsklinikum Köln, Universitätsklinikum Bonn

Ansprechpartner: Herr I. Meyer

Laufzeit: 06/2017 – 05/2019

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

Projektkurzbeschreibung:

Die Versorgung von unheilbar kranken Patienten am Lebensende ist eine herausfordernde Aufgabe für Ärzte, Pflegekräfte, Angehörige und andere Beteiligte. Ziel ist nicht die Heilung der Erkrankung, sondern die Linderung von Symptomen und Leiden. Die Lebensqualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen sollen erhalten und verbessert werden, um ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen. Dies wird als »Palliativversorgung« bezeichnet.

Für gesetzlich krankenversicherte Betroffene gibt es eine besondere Form der Palliativversorgung in der häuslichen oder familiären Umgebung, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Sie wird durch einen Arzt oder eine Ärztin verordnet und umfasst je nach Bedarf ärztliche, pflegerische, psychologische und andere Leistungen sowie deren Koordination. Die behandelnden Personen müssen spezifische Kenntnisse und Erfahrungen haben und eng zusammenarbeiten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Verordnung in einer SAPV-Richtlinie geregelt. Um SAPV anbieten zu können, schließen die gesetzlichen Krankenkassen Verträge mit den Einrichtungen oder Personen, welche die Versorgung übernehmen. Daher sind die Strukturen der SAPV regional unterschiedlich. Im Jahr 2014 gab es in Deutschland 250 SAPV-Verträge und 40.913 Erstverordnungen von SAPV.

Das Projekt APVEL untersucht, wie gut die SAPV in der Region Nordrhein auf der Grundlage der SAPV-Richtlinie funktioniert. Wie wirksam ist die Versorgung? Wie viele Patienten werden durch SAPV versorgt? Welche Versorgungsleistungen nehmen sie in Anspruch? Gibt es Unterschiede zu schwerstkranken Patienten, die keine SAPV, sondern eine andere Versorgung erhalten? Bestehen Unterschiede zwischen Stadt und Land? Hierzu werden Patienten, Angehörige und Ärzte mit Fragebögen und in Interviews befragt. Auch Daten von Krankenkassen werden herangezogen und ausgewertet.

Im Erfolgsfall können aus den Projektergebnissen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, um die Palliativversorgung weiter zu verbessern. Die Untersuchungsmethoden sind auf andere Regionen in Deutschland übertragbar.


ADVOCATE – Added Value for Oral Care

Projektleitung für Work Package 3: Herr Prof. Dr. Dr. S. Listl (Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Sektion Translationale Gesundheitsökonomie, Universität Heidelberg)

Ansprechpartner für Routinedatenanalyse: Frau Dr. J. Küpper-Nybelen

Laufzeit: 05/2015 - 04/2019

Fördernde Institution: EU - Horizon 2020

Projektkurzbeschreibung:

Im Rahmen des EU-Projektes ADVOCATE („Added Value for Oral Care“) entwickelt ein internationaler Forschungsverbund neue präventions- und patientenorientierte Konzepte der zahnärztlichen Versorgung. Die Auswertung von Routinedaten aus sechs europäischen Ländern bildet dabei ein Kernstück des Projekts. Anhand dieser Daten soll sowohl die momentane Effektivität der zahnärztlichen Versorgung in Europa beurteilt werden als auch Indikatoren entwickelt werden, welche eine Beurteilung der zahnmedizinischen Vorsorgeleistung von Zahnärzten und ganzen Gesundheitssystemen ermöglichen. Die Indikatoren werden im Rahmen eines Delphi-Prozesses entwickelt. Ziel des Projektes ist es, mittels administrativen Versicherungsdaten auf Individualebene (Zahnarztpraxis) sowie durch die Bereitstellung konkreter Informationen über die Mundgesundheit und zugrunde liegender Versorgungsstrukturen, Aussagen zur Qualität zahnmedizinischer Versorgung zu treffen und daraus Handlungsempfehlungen für gesundheitspolitische Entscheidungsträger abzuleiten. Zudem sollen die Vorteile aufgezeigt werden, welche sich durch die Erfassung von Ergebnisvariablen der Mundgesundheit für eine zielgerichtete Ressourcenplanung im Gesundheitswesen ergeben.

Das Arbeitspaket zur Datenanalyse wird international von Herrn Prof. Dr. Dr. Stefan Listl, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Sektion Translationale Gesundheitsökonomie, Universität Heidelberg, betreut; die Auswertung von Routinedaten aus Deutschland erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der PMV forschungsgruppe, Universität zu Köln. Datenquelle: Für Deutschland werden die Daten von spektrum K GmbH analysiert.


Geriatrische Versorgungsstrukturen in Baden-Württemberg

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert in Kooperation mit IMVR (Dr. U. Karbach, Prof. Dr. H. Pfaff) und Fachbereich Allgemeinmedizin Universität Freiburg (Dr. A. Siegel, Prof. Dr. W. Niebling)

Ansprechpartner: Frau I. Köster, Frau Dr. I. Schubert

Laufzeit: 04/2016 - 10/2018

Fördernde Institution: Sozialministerium Baden-Württemberg

Projektkurzbeschreibung:

Im Fokus der Untersuchung steht die rehabilitative Versorgungssituation geriatrischer Patienten. Hintergrund ist das Bemühen, den Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ in der Versorgung älterer und hier insbesondere geriatrisch erkrankter Menschen flächendeckend umzusetzen. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist, dass geriatrische Patienten und ihr Rehabilitationspotential erkannt werden und den Patienten eine entsprechende rehabilitative Behandlung angeboten werden kann. Mittels der Analyse von Routinedaten werden Schätzungen zur Häufigkeit geriatrischer Patienten insgesamt sowie bezogen auf im Alter häufige Erkrankungen (Schlaganfall, Fraktur, Herzinsuffizienz) vorgenommen und deren Inanspruchnahme der gesundheitlichen Versorgung analysiert.

Voraussetzung für diese Analysen ist eine Identifikation geriatrischer Patienten in Routinedaten - hierzu werden Operationalisierungen erarbeitet. Zusätzlich werden mittels Fokusgruppen und Experteninterviews Einschätzungen der relevanten Akteure zur gegenwärtigen geriatrischen Rehabilitation in Baden-Württemberg und Vorstellungen zur Weiterentwicklung erhoben. Insbesondere werden hierdurch Erkenntnisse im Hinblick auf die tatsächlich realisierte Steuerung älterer Versicherter in einer konzeptionell vielgestaltigen Versorgungslandschaft erwartet. Die Studie soll einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Geriatriekonzeptes in Baden-Württemberg in Form von Empfehlungen leisten.


BARMER Arzneimittelreport 2017, Schwerpunktthema medikamentöse Tumortherapie

Projektleitung für Datenanalyse: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. V. Lappe

Laufzeit: 12/2017 – 05/2018

Fördernde Institution: BARMER

Projektkurzbeschreibung:

Der Fokus des BARMER Arzneimittelreports 2017 lag auf den Onkologika. Hier sind in den letzten Jahren neue Wirkstoffklassen eingeführt worden, die auch mit deutlichen Kostensteigerungen verbunden waren.

Der Report beschreibt im Schwerpunktkapitel zunächst die administrative Prävalenz onkologischer Erkrankungen. Als aktuellstes Jahr wurde das Jahr 2015 betrachtet. Die Prävalenz lag bei der untersuchten Population bei 5,6% und stieg erwartungsgemäß ab dem 50. Lebensjahr deutlich an. Die drei häufigsten Krebsarten in der Versichertenpopulation waren Brustkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs. Nicht alle Patienten mit einer dokumentierten Krebserkrankung wurden im Beobachtungsjahr 2015 medikamentös behandelt. Die Behandlungsprävalenz mit Onkologika lag im ambulanten Sektor bei 21,9% der Patienten mit einer Tumordiagnose, bei stationären Fällen war bei 19,4 % die Durchführung einer Chemotherapie dokumentiert.

Während die Zahl der Patienten mit einer ambulanten medikamentösen Tumortherapie zwischen 2011 und 2015 um 2,4% und die Anzahl der Tagesdosen um 3,8% gestiegen sind, nahmen die Kosten für Onkologika in diesem Zeitraum um 41,1% zu. Bezogen auf alle Arzneimittelkosten inklusive Rezepturen war ein Anstieg der Onkologikaausgaben um 18,4% zu beobachten. Rund 12% der Patienten erhielten Onkologika, die seit 2005 zugelassen wurden; auf diese neuen Medikamente entfielen 45% der Kosten für Onkologika. Nicht alle neuen Onkologika wurden bislang einer Nutzenbewertung unterzogen, jedoch gerade diese Wirkstoffe wurden häufig verordnet: Rund 60% der mit neuen Onkologika behandelten Patienten erhielten Wirkstoffe ohne Nutzenbewertung, immerhin entfielen gut 50% der Kosten auf diese Gruppe.

Deutliche Einsparpotentiale ohne Qualitätsverlust würden sich bei einer anderen Handhabung des sogenannten Verwurfs ergeben. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffmengen, die bei der Herstellung einer Rezeptur – oftmals bedingt durch ungünstige Packungsgrößen des zu verarbeitenden Wirkstoffs – übrigbleiben und nicht anderweitig verwendet werden können. Im Jahr 2015 beliefen sich die Kosten für Verwurf allein bei BARMER Patienten auf rund 10 Millionen Euro. Schätzungen des GKV Spitzenverbandes gehen insgesamt von 60 Millionen Euro aus.

Abschließend wurde das Thema Versorgungsengpässe beleuchtet. Hiervon sind auch Patienten mit Onkologika betroffen. 2015 hatten knapp 20.000 BARMER Versicherte onkologische Arzneimittel mit insgesamt 3 Millionen Tagesdosen erhalten, bei denen bereits einmal ein dokumentierter Versorgungsengpass aufgetreten war.

Vollständiger Bericht unter www.barmer.de/blob/121882/fb95b983d313c453d9ebaa01c2ac783d/data/dl-barmer-arzneimittelreport-2017.pdf


Bericht zur gesundheitlichen und sozialen Situation von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau K. Blaschke, Frau Dr. I. Schubert

Laufzeit: 09/2017 – 03/2018

Fördernde Institution: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familien (MASGF) des Landes Brandenburg

Projektkurzbeschreibung:

Das MASGF des Landes Brandenburg plant die Erstellung eines Berichtes zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Kindern und Jugendlichen. Hierzu ist ein Gutachten zu erstellen, das an bestehende Sozial- und Gesundheitsberichte anschließt, die aktuellen Gesundheitsziele aufgreift und aufzeigt, wo regionale Daten vorhanden sind bzw. fehlen. Der Bericht soll einleitend Basisdaten zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg zusammenstellen (soziodemographische Daten, soziale Lage der Familien, Betreuungssituation). Ein Kapitel widmet sich der gesundheitlichen Situation (Lebenserwartung, Lebensqualität) und beschreibt Gesundheit im Spiegel von Schuleingangsuntersuchungen und Krankenkassendaten. In einem weiteren Abschnitt werden Versorgungsaspekte und das Inanspruchnahmeverhalten, auch im Hinblick auf Früherkennungsuntersuchungen, beleuchtet.

Unter Bezugnahme auf die im Land Brandenburg fokussierten Gesundheitsziele werden sich die Schwerpunktkapitel des Gutachtens mit „Gesundheit rund um die Geburt“, „Substanzkonsum“ und „Mundgesundheit“ befassen.

Abschließend werden vorhandene und geplante Aktivitäten zur Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit im Land Brandenburg dargestellt und ein Fazit hinsichtlich der Chancen für mehr Kinder- und Jugendgesundheit und Abbau sozialer Ungleichheit gezogen.


Vergleichende Analyse der Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit Prostatakarzinom – eine retrospektive Beobachtungsstudie auf Basis anonymisierter GKV-Routinedaten (Modul 1)

Projektleitung für Datenanalyse: Herr P. Ihle

Ansprechpartner: Herr P. Ihle

Laufzeit: 12/2016 – 12/2017

Fördernde Institution: Ferring GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Das Prostatakarzinom (PCa) stellt die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland dar. Ungefähr 20% aller Krebsneuerkrankungen bei Männern sind auf das PCa zurückzuführen. Bei Patienten mit PCa ist die medikamentöse Androgen-Deprivationstherapie (ADT) zusätzlich zur radikalen Prostatektomie und Strahlentherapie eine etablierte Säule der modernen PCa-Therapie. Bei PCa-Patienten, die mit einer medikamentösen ADT behandelt werden, zeigte sich in den letzten Jahren unter der Anwendung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Agonisten im Vergleich zu GnRH-Antagonisten in Beobachtungsstudien und post-hoc Analysen von randomisierten Studien eine Assoziation von GnRH-Agonisten und kardiovaskulären Ereignissen wie z.B. Myokardinfarkt oder Schlaganfall. Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat im Jahr 2010 eine Warnmeldung herausgegeben, die von einer Assoziation zwischen einer ADT und einem erhöhten Risiko von kardiovaskulären Ereignissen berichtete. Die Effekte, die in den Beobachtungsstudien gefunden wurden, waren dabei meist größer als die in der Re-Analyse von randomisierten Studien beobachteten. Dabei fanden die randomisierten Studien meist kein erhöhtes Risiko. Auch zeigten sich Unterschiede im relativen Risiko von kardiovaskulären Ereignissen zwischen GnRH-Agonisten und GnRH-Antagonisten mit einem geringeren Risiko bei der Verwendung von GnRH-Antagonisten.

Vor diesem Hintergrund soll auf der Basis bundesweiter GKV-Daten (DaTrAV-Daten) untersucht werden, wie häufig kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten mit PCa unter medikamentöser ADT mit GnRH-Agonisten oder GnRH-Antagonisten beziehungsweise bei Patienten ohne medikamentöse Androgendeprivationstherapie dokumentiert sind. Das Projekt erfolgt in mehreren Modulen.

Im ersten Modul werden prävalente und inzidente Patienten mit Prostatakarzinom im Datensatz bestimmt. Inzidente Prostatakrebspatienten werden in drei Therapiegruppen (ADT mit GnRH-Agonisten, ADT mit GnRH-Antagonisten, Patienten ohne ADT) eingeteilt und deskriptiv beschrieben. Für die Patienten der ADT-Gruppen wird die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen und das Ereignis Tod nach Initiierung einer ADT erhoben und der Gruppe der Patienten ohne ADT, beobachtet ab Inzidenzzeitpunkt, gegenübergestellt.


Blutungsereignisse und ischämische Schlaganfälle unter direkten oralen Antikoagulantien versus Phenprocoumon bei Patienten mit Vorhofflimmern

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert in Kooperation mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (Dr. M. Ujeyl)

Ansprechpartner: Frau Dr. R. Hein

Laufzeit: 06/2015 - 04/2017

Fördernde Institution: AOK Bundesverband

Projektkurzbeschreibung:

Zur Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern stehen neben den Vitamin-K-Antagonisten, wie dem in Deutschland verwendeten Phenprocoumon, seit 2012 die direkten oralen Antikoagulantien (DOAK) Rivaroxaban, Dabigatran und Apixaban sowie seit August 2015 auch Edoxaban zur Verfügung. Die unerwartet hohe Anzahl an Verdachtsmeldungen von Blutungsereignissen unter DOAKs, die der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Rahmen des Spontanerfassungssystems unerwünschter Arzneimittelwirkungen gemeldet wurden, sind Ausgangspunkt für dieses Projekt, in dem die Häufigkeit von Blutungsereignissen, ischämischen Schlaganfällen und Mortalität bei Patienten mit Vorhofflimmern unter antikoagulatorischer Therapie mit DOAKs versus Phenprocoumon ermittelt wird. Patienten werden während eines maximal 2-jährigen Follow-up Zeitraums beobachtet. Eine Überlebenszeitanalyse wird mittels competing risks Ansatz durchgeführt. Datengrundlage für diese Untersuchung sind Routinedaten von ca. 24 Millionen AOK-Versicherten, die vom Wissenschaftlichen Institut der AOK zur Verfügung gestellt werden.


Vergleichende Analyse zur Adhärenz bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Projektleitung: Herr Peter Ihle

Ansprechpartner: Herr Peter Ihle

Laufzeit: 04/2016 - 01/2017

Fördernde Institution: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Projektkurzbeschreibung:

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – führt zurzeit die PHARM-CHF-Studie (“Pharmacy-based interdisciplinary Program for Patients with Chronic Heart Failure: A Randomized Controlled Trial”) durch. Das Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob eine kontinuierliche, interdisziplinäre Intervention die Therapietreue (Medikamentenadhärenz) verbessert sowie die Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte bei älteren Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz reduziert. Zur Untersuchung der Adhärenz werden durch die PMV forschungsgruppe methodische Vorarbeiten geleistet. Es wird u.a. der Frage nachgegangen, wie sich verschiedene Methoden der Adhärenzmessung bei Herzinsuffizienzpatienten auf Basis von Routinedaten (hier der BARMER GEK) in ihrem Ergebnis unterscheiden. Eine Literaturstudie zu Methoden der Adhärenzmessung mittels Routinedaten wurde vorgeschaltet.


Entwicklung der Verordnungsweise von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva vor und nach dem EMA Referralverfahren 2013/2014. Eine Analyse auf bundesweiten Krankenkassendaten für den Zeitraum 08/2010 bis 07/2015

Projektleitung: Frau Dr. Ingrid Schubert in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (G. Selke, Dr. U. Eichler) und der Medizinischen Fakultät Hradec Králové (Dr. I. Selke-Krulichová)

Ansprechpartner: Frau Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: 04/2016 - 01/2017

Fördernde Institution: Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Projektkurzbeschreibung:

Die Hersteller kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KhK) wurden durch das BfArM aufgefordert, in die Gebrauchs- und Fachinformation mit Wirkung vom 01.08.2014 Hinweise auf das erhöhte Risiko für venöse Thromboembolien aufzunehmen. Die Auswirkungen dieser Auflage auf die Verordnungsweise sollen mittels Krankenkassendaten (Daten des WIdO) für die Jahre 2010 bis 2015 untersucht werden. Folgende Fragen werden bearbeitet:

  • Wie entwickelt sich die Verordnungsmenge (Tagesdosen) an Kombinationspräparaten oraler Kontrazeptiva vor und nach Durchführung des Referralverfahrens?
  • Zeigen sich Veränderungen in den verordnenden Berufsgruppen über die Zeit?
  • Zeigen sich unterschiedliche regionale Entwicklungen?
  • Wie entwickelt sich die Rate an Neuverordnungen über die Zeit?
  • Wie entwickelt sich die Behandlungsprävalenz mit kombinierten hormonalen Kontrazeptiva?
  • Wie hoch ist der Anteil der Versicherten mit einer KhK-Verordnung und Dokumentation der Diagnose Akne?

In der Studie werden die KhK sowohl nach Generationen als auch nach Risikoklassen untersucht. Für die statistische Analyse wurde ARIMA mit Erweiterung für Interventionen gewählt. Die vorhandene Datenbasis erlaubt allerdings nur indirekte Rückschlüsse (ökologisches Design), da andere Einflussfaktoren nicht erfasst werden können.


Evaluation des Vertrages zur Integrierten Versorgung zur psychoonkologischen Versorgung von an Krebs erkrankten Patienten(innen) in der Region Aachen

Projektleitung: Frau Dr. Ingrid Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. Veronika Lappe

Laufzeit: 07/2016 - 09/2016

Fördernde Institution: AOK Rheinland/Hamburg

Projektkurzbeschreibung:

Die Studie evaluierte mittels Sekundärdatenanalyse die Maßnahmen, die im Rahmen der »Integrierten Versorgung« basierend auf dem Vertrag zur psychoonkologischen Versorgung von an Krebs erkrankten Patienten(innen) in der Region Aachen zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und dem Universitätsklinikum Aachen durchgeführt wurden. Ziel der integrierten Versorgung zur Psychoonkologie ist es, Patienten mit einer Krebserkrankung bedarfsgerechte, niedrigschwellige und kurzfristige psychoonkologische Krisenintervention zur Verfügung zu stellen. Die Effekte des Angebots intensivierter psychoonkologischer Versorgung wurden auf Basis von der AOK Rheinland/Hamburg zur Verfügung gestellten Versichertendaten von Patienten mit stationärer Tumorbehandlung untersucht. Es wurde die Inanspruchnahme von Psychotherapie, Psychopharmaka, stationären Aufenthalten, Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung bei Patienten mit stationärer Tumorbehandlung im Universitätsklinikum Aachen (Interventionsgruppe) im Vergleich zum Universitätsklinikum Essen (Kontrollgruppe) untersucht. Es wurde analysiert, ob die Intervention Einfluss auf die Inanspruchnahme hatte und ob sich hieraus ökonomische Effekte ergaben.


BARMER GEK Arzneimittelreport 2016: Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel

Projektleitung für Datenanalyse: Frau Dr. Ingrid Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. Veronika Lappe, Frau Dr. Jutta Küpper-Nybelen

Laufzeit: 12/2015 - 05/2016

Fördernde Institution: Barmer GEK

Projektkurzbeschreibung:

Schwerpunktthema des BARMER GEK Arzneimittelreports 2016 waren biotechnologisch hergestellte Arzneimittel. Diese Arzneimittel werden von vier Prozent der Versicherten benötigt, verursachen aber 21 Prozent der gesamten Arzneimittelkosten. Die Analyse von bundesweiten Versichertendaten der BARMER GEK untersuchte die Prävalenz und die Kosten der Therapie mit Biologika in den Jahren 2010 bis 2015 insgesamt sowie für die Gruppen Antianämika, antineoplastische Mittel, Immunstimulantien und Immunsuppresiva. Die Verordnungen wurden für das Jahr 2014 auch nach Indikationsgebieten analysiert (rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Morbus Bechterew, Spondylopathien, Psoriasis). Für die Indikation rheumatoide Arthritis wurde die Behandlung mit konventionellen und biologischen erkrankungsmodifizierenden Arzneimitteln im Jahr 2014 im Detail einschließlich der Untersuchung von Medikationsverläufen ausgewertet. Einsparpotentiale durch die Verordnung von Biosimilars wurden berechnet. Anhand von regionalen Unterschieden in den Verordnungszahlen auf Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen wurde Veränderungspotential deutlich gemacht.


Frühgeburten und frühzeitige Wehen in der Schwangerschaft: Morbidität, Inanspruchnahme und Kosten der medizinischen Versorgung bei Kindern und Müttern

Projektleitung: Herr Dr. S. Abbas, Frau Dr. V. Lappe

Ansprechpartner: Herr Dr. S. Abbas, Frau I. Köster

Laufzeit: 05/2015 - 04/2016

Fördernde Institution: Evidera und GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG

Projektkurzbeschreibung:

Frühgeburten gehen mit einer hohen neonatalen Morbidität und Mortalität einher und stellen das Gesundheitssystem vor hohe organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Für Deutschland sind wenige Daten über Umfang und Ausmaß von Frühgeburten und frühzeitigen Wehen verfügbar. Ziel der Studie ist die Darstellung von Kosten und Inanspruchnahme der medizinischen Versorgung sowie die Darstellung von allgemeiner Morbidität und neonataler Morbidität bei Müttern mit frühzeitigen Wehen bzw. Frühgeburten und deren Kindern. Hierbei werden in einem Fall-Kontroll-Vergleich getrennt Mütter mit bzw. ohne frühzeitige Wehen/Frühgeburten und Frühgeborene bzw. termingerecht geborene Kinder gegenübergestellt und von Geburt bis maximal 3 Jahre nach Geburt nachverfolgt.


Regionale Gesundheitsnetze im Landkreis Gießen / Kleinräumige Versorgungsanalyse mit einem Indikatorenset für Versicherte mit Demenzerkrankungen im Landkreis Gießen

Projektleitung: Herr P. Ihle

Ansprechpartner: Frau Dr. V. Lappe

Laufzeit: 04/2015 - 12/2015

Fördernde Institution: Institut für Allgemeinmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Projektkurzbeschreibung:

Ziel des Projektes „Bildung regionaler Gesundheitsnetze im Landkreis Gießen“ ist die Gesundheitsberichterstattung und datengestützte Versorgungsplanung für den Landkreis Gießen. Am Beispiel der Erkrankung Demenz sollen die hierfür notwendigen Schritte erarbeitet und implementiert werden. Die PMV forschungsgruppe trägt dazu Informationen bei, die aus der Analyse von Routinedaten der Kranken- und Pflegeversicherung von Versicherten mit der Erkrankung Demenz gewonnen werden können. Es werden epidemiologische Kennzahlen zur Inzidenz und Prävalenz der Zielerkrankung ermittelt sowie versorgungsrelevante Kennzahlen für den stationären Sektor, den ambulanten Sektor (haus- und fachärztliche, medikamentöse, Hilfs-/Heilmittel-Versorgung) und für Pflegeleistungen. Die Ergebnisse für den Landkreis Gießen und Hessen werden vergleichend dargestellt. Die Auswertungen basieren auf den Daten der AOK Hessen und der BARMER-GEK.


Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen: Zeitliche Trends, Langzeitverläufe und Einflussfaktoren für eine Verordnung auf der Basis von Daten deutschlandweit tätiger Krankenkassen

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert in Kooperation mit GEOMED, Bonn

Ansprechpartner: Herr Dr. S. Abbas, Herr P. Ihle

Laufzeit: 02/2012 - 07/2015

Fördernde Institution: BMBF

Projektkurzbeschreibung:

In Deutschland zeigen schätzungsweise 10-20 % der Kinder und Jugendlichen psychische Störungen oder Verhaltensstörungen. Ein erstes Vorhabensziel besteht in einer detaillierten Beschreibung sowohl der Behandlung mit Psychopharmaka als auch der Anlässe für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland basierend auf den Daten zweier großen Krankenkassen (AOK/TK).

Neben der Darstellung zeitlicher Trends der Verordnungsweise über die Jahre 2004 bis 2011 ermöglicht die Analyse patientenindividueller Langzeitverläufe Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme von medizinischer Leistungen (auch unter Berücksichtigung des vorhandenen Angebotes an kinder- und jugendpsychiatrischen TherapeutInnen/Einrichtungen) und die Verordnung von Psychopharmaka zu erheben. Von besonderem Interesse ist hierbei, wie sich Diagnosen, Therapien und Inanspruchnahmeverhalten beim Übergang vom 17. in das 18. Lebensjahr (Phase der Transition) verändern. Darüber hinaus soll untersucht werden, welchen Faktoren zu einer Psychopharmakaverordnung bzw. psychotherapeutischen Behandlung führen. Hierbei wird auch die Entfernung vom Wohnort des Patienten/der Patientin zum Arzt/zu einer Einrichtung als erklärende Variable berücksichtigt. Ebenso werden Einflussfaktoren auf die Art der Antipsychotikaverordnung (1./2. Generation) bzw. der Stimulantienverordnung (Methylphenidat oder Atomoxetin) erhoben.


Untersuchung zur Erfassung von Schweregraden in Routinedaten bei ausgewählten Diagnosen: Literaturüberblick und Routinedatenanalyse zu unterschiedlichen Operationalisierungen sowie deren Bewertung

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. I. Schubert, Frau I. Köster

Laufzeit: 07/2014 - 06/2015

Fördernde Institution: Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung - ZI

Projektkurzbeschreibung:

In der Versorgungsepidemiologie ist oftmals eine Stratifizierung nach dem Schweregrad von Erkrankungen erwünscht. In den Routinedaten liegen hierzu nur wenige Angaben vor. Die Studie hat deshalb die folgenden Ziele: a) die Erarbeitung einer Übersicht zum Forschungsstand hinsichtlich der Abbildung (Operationalisierung) von Schweregraden einer Erkrankung in Routinedaten (Literaturanalyse), b) die Darstellung der vorhandenen Kodiergewohnheiten (Datenanalyse), sowie c) die Generierung von Erkenntnissen zu den Auswirkungen verschiedener Operationalisierungen von Schweregraden bei gleicher Erkrankung hinsichtlich vorab definierter Outcomes wie Ressourcenverbrauch und Versterben (Datenanalyse). Hierbei wird von der Hypothese ausgegangen, dass ein höherer Schweregrad einer Erkrankung mit einem höheren Ressourcenverbrauch und/oder Versterben verbunden ist. Als Datengrundlage wird die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen herangezogen.


Kosten des Schlaganfalls bei Patienten mit Vorhofflimmern

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. J. Küpper-Nybelen

Laufzeit: 09/2014 - 04/2015

Fördernde Institution: Pfizer Deutschland GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Die Behandlung, Behandlungsqualität sowie die -kosten von Patienten mit Vorhofflimmern sind von großem Public Health Interesse. Etwa 1% bis 2% der Bevölkerung leidet an Vorhofflimmern mit einer großen Anzahl unentdeckter Fälle. Eine große Herausforderung stellt bei diesen Patienten die Prävention von Thrombosen und damit von Schlaganfällen dar. Bisherige Untersuchungen der Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern zeigen, dass insbesondere ältere Patienten nicht leitliniengerecht therapiert werden. Sie erhalten häufig keine oralen Antikoagulantien. Im Zuge der neuen Behandlungsmöglichkeiten mit direkten Antikoagulantien, ist es von Interesse, die Inanspruchnahme und die Kosten zu untersuchen.

Ziel dieser Studie ist es, für Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfall die medizinische Versorgung darzustellen und die Exzesskosten im ersten, zweiten und dritten Jahr nach Schlaganfall zu ermitteln. Die Studie ist als retrospektive Kohortenstudie angelegt und basiert auf Daten der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen zwischen 2007 und 2012.


Pilotprojekt zur Operationalisierung und Häufigkeitsschätzung einer Statinintoleranz

Projektleitung: Herr P. Ihle

Ansprechpartner: Herr P. Ihle

Laufzeit: 12/2014 - 03/2015

Fördernde Institution: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Das Auftreten von Muskelschmerzen stellt eine bekannte Nebenwirkung der Statinbehandlung dar und erfordert meist einen Wechsel auf ein anderes Statin oder eine andere lipidsenkende Therapie. Zur Häufigkeit des Auftretens liegen nur wenige Daten vor. Ziel der Studie ist die Bestimmung von Inzidenz und Prävalenz der Statinintoleranz für Deutschland. Hierzu wird zunächst auf der Basis der Daten der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. In einem ersten Schritt werden nach einer entsprechenden Literaturrecherche Operationalisierungen für die Statinintoleranz, die nicht als solche dokumentiert ist, erprobt und darauf beruhend erste Prävalenz- und Inzidenzschätzungen vorgenommen.


Bayerischer Kindergesundheitsbericht

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. I. Schubert

Laufzeit: 11/2014 - 03/2015

Fördernde Institution: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Projektkurzbeschreibung:

Das Bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Gesundheitsberichte zu ausgewählten Themen, auf die im jeweiligen Jahr ein besonderer Schwerpunkt gelegt wird (z. B. Krebs, Diabetes). In 2015 stellt die Kindergesundheit einen solchen Themenschwerpunkt dar. Zwar geht es, wie Untersuchungen zeigten, den meisten Kindern gesundheitlich gut, doch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass rund 16% der Kinder und Jugendlichen nach Einschätzung ihrer Eltern unter chronischen Erkrankungen leiden (KiGGS 1-Welle, RKI 2014). Auch psychische Auffälligkeiten, die zu einer Beeinträchtigung im Alltag der Betroffenen führen, werden zu einem hohen Prozentsatz berichtet.

Der Gesundheitsbericht wird Daten zur gesundheitlichen Lage und zu ausgewählten häufigen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen in Bayern enthalten. Darüber hinaus werden Risikofaktoren und Ressourcen für ein Aufwachsen in Gesundheit beschrieben sowie eine Übersicht über Präventionsprojekte erstellt.


Multimedikation bei älteren Patienten mit (ambulanter) Pflege (MuPP)

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. V. Lappe

Laufzeit: 04/2014 - 02/2015

Fördernde Institution: Landeszentrum für Gesundheit NRW

Projektkurzbeschreibung:

Multimorbidität ist weitgehend mit Multimedikation verbunden, beides steigt im Alter deutlich an. Aufgrund der demographischen Entwicklung haben deshalb die Themen Arzneimittelsicherheit (AMTS) und Multimedikation in der letzten Zeit erhöhte Aufmerksamkeit erfahren. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie Umfang und Art von Multimedikation bei Patienten mit Pflege im Vergleich zu Patienten ohne Pflege. Hierbei wird nach ambulanter und stationärer Pflege und nach Pflegestufe differenziert. Qualitative Aspekte der Multimedikation, z. B. die Verordnung von PRISCUS-Arzneimitteln, die Multimedikation mit Psychopharmaka und die Verordnung von Wirkstoffen mit hohem Interaktionspotential werden beleuchtet. Datenbasis der Studie sind GKV-Routinedaten der AOK Nordwest und der AOK Rheinland/Hamburg für Versicherte aus Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2012.


Versorgungsepidemiologische Untersuchung zu Brustkrebs mit Fokus auf der medikamentösen Therapie

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. R. Hein

Laufzeit: 03/2014 - 02/2015

Fördernde Institution: Roche Pharma AG

Projektkurzbeschreibung:

Das Mammakarzinom ist mit Abstand der häufigste bösartige Tumor bei Frauen in Deutschland. Dagegen ist diese Erkrankung bei Männern sehr selten: laut RKI werden zwischen 0,5% und 1% der Mammakarzinome bei Männern festgestellt.

Der erste Teil dieses Projekts befasst sich mit der Schätzung der administrativen Inzidenz und Prävalenz von Brustkrebs bei Männern und Frauen. Im zweiten Projektteil werden versorgungsepidemiologische Fragestellungen sowie der Krankheitsverlauf untersucht. Außerdem werden die Krankheitskosten von Brustkrebs aus der GKV-Perspektive unter Verwendung des Exzesskosten-Ansatzes geschätzt. Datenbasis für die Untersuchung sind die bundesweiten GKV-Daten der Barmer GEK.


Epidemiologie und Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau I. Köster

Laufzeit: 10/2014 - 01/2015

Fördernde Institution: MedInform - Informations- und Seminarservice Medizintechnologie

Projektkurzbeschreibung:

Chronische Wunden können bei einer Vielzahl von Erkrankungen als Komplikationen auftreten. An erster Stelle sind hier Ulcus cruris, das diabetische Fußsyndrom und Dekubitus zu nennen. Patienten mit chronischen Wunden erleiden in einem hohen Ausmaß einen Verlust an Lebensqualität. Neben den medizinischen Herausforderungen, die sich bei der Therapie chronischer Wunden stellen, entstehen durch die lange andauernde Behandlung hohe Kosten für die Krankenversicherung sowie auch hohe gesellschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit oder Frühberentung. Angaben zur Häufigkeit des Auftretens chronischer Wunden insgesamt sowie differenziert nach den zugrunde liegenden Erkrankungen liegen nicht vor.

Das Projekt hat die folgenden Ziele: a) Prävalenzschätzung chronischer Wunden gesamt sowie differenziert nach Erkrankungsgruppe auf Basis der ICD-10 kodierten Diagnosen, b) Charakterisierung der Patienten mit chronischen Wunden und c) Erhebung von Grunddaten zur Versorgung. Die Analyse wird auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen durchgeführt.


Begleitforschung zum Franziskus-Carré

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. I. Schubert (Kooperation mit Frau Dr. U. Karbach, IMVR)

Laufzeit: 03/2014 - 01/2015

Fördernde Institution: Franziskus Hospital Münster

Projektkurzbeschreibung:

Seit mehreren Jahren findet eine enge Kooperation zwischen dem Franziskus-Hospital und dem eigens in räumlicher Nähe angesiedelten Facharztzentrum Franziskus-Carré statt. Ziel ist eine Verbesserung der Patientenversorgung. Im Fokus der Begleitforschung soll zunächst die Frage stehen, welchen Nutzen die verschiedenen Akteure/Partner für sich in der jetzigen Konstruktion sehen. Des Weiteren soll nach Erfahrungen in der Kooperation, nach Erwartungen an die Netzwerkpartner sowie die Bereitschaft für eigene Aktivitäten für die Netzwerkarbeit erhoben werden. Die gewonnenen Informationen dienen der Weiterentwicklung des Netzwerkes im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Hierzu sind die subjektiven Erfahrungen der verschiedenen Teilnehmer am Netzwerk, die in weiteren Schritten um objektive Parameter (Kennzahlen) erweitert werden können, wichtig.


Verlaufsbeobachtung zur Inanspruchnahme von inzidenten/erneut erkrankten Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. R. Hein, Frau Dr. I. Schubert

Laufzeit: 07/2014 - 10/2014

Fördernde Institution: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Projektkurzbeschreibung:

Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) stellen die Hauptformen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) dar und weisen eine Reihe vergleichbarer Symptome und extraintestinaler Manifestationen auf, was eine Abgrenzung dieser Krankheiten in der klinischen Praxis erschwert. Bei einer Untersuchung der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen konnte jedoch festgestellt werden, dass für ca. 96% der Versicherten mit Dokumentation der Diagnose MC, CU und/oder Reizdarmsyndrom eine eindeutige Zuordnung der Patienten zu einer der Krankheiten MC, CU und Reizdarmsyndrom möglich war.

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Inanspruchnahme der gesundheitlichen Versorgung von inzidenten/erneut erkrankten Patienten mit MC bzw. CU in den ersten Behandlungsjahren nach Auftreten eines akuten Ereignisses, hier: erstmalige bzw. erneute Diagnosedokumentation. Datenbasis für die Untersuchung war die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen (2005 bis 2012).


Epidemiologie, Versorgung und Kostenschätzung für Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. R. Hein

Laufzeit: 03/2014 - 07/2014

Fördernde Institution: Takeda Pharma Vertrieb GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Morbus Crohn (MC) stellt zusammen mit der Colitis ulcerosa (CU) die Hauptform der chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) dar. Beide Erkrankungen verlaufen schubweise, weisen jedoch unterschiedliche Manifestationen auf.

Die Ziele der Studie sind eine Schätzung der administrativen Prävalenz von MC und CU insgesamt sowie nach Schweregraden und Komorbiditäten, eine Darstellung der medizinischen Versorgung von MC- und CU-Patienten, eine Schätzung der Exzesskosten für beide Erkrankungen nach Sektoren und Schweregraden sowie eine Ermittlung der Behandlungsprävalenz und der zeitlichen Abfolge von Verordnungen für ausgewählte Wirkstoffe und Leistungen. Die Studie wurde basierend auf den Daten der AOK Hessen (Volldatensatz) für das Jahr 2011 durchgeführt.


Diabetesbarometer

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau I. Köster

Laufzeit: 03/2009 - 03/2014

Fördernde Institution: Novo Nordisk Pharma GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Der Diabetes mellitus gehört zu den Krankheiten, bei denen in entwickelten Ländern mit einer weiter steigenden Prävalenz gerechnet wird. Mögliche Einflussfaktoren auf die steigende Prävalenz sind nicht nur die Alterung der Bevölkerung und eine verbesserte Versorgung, sondern auch die Zunahme von Risikofaktoren (hier vor allem Adipositas) in der Bevölkerung. Ziel der Studie ist es, auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen die Entwicklung der Prävalenz, der Versorgung und der Kosten des Diabetes mellitus für die Jahre 1998 bis 2012 in jährlicher Fortschreibung darzustellen.


Arthritis: Patientencharakteristika, Inanpruchnahme, Krankheitskosten und Behandlungsmuster

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. R. Hein

Laufzeit: 02/2013 - 01/2014

Fördernde Institution: Evidera

Projektkurzbeschreibung:

Der Fokus dieses Projektes zur Arthritis liegt auf der rheumatoiden Arthritis, einer Autoimmunkrankheit, die sich durch eine chronische Entzündung der Gelenke und einer daraus resultierenden Schädigung der Gelenke auszeichnet. Die medikamentöse Behandlung erfolgt durch First-line-Medikamente wie nichtsterodiale Antirheumatika (NSAIDs), Analgetika und Glucocorticoide sowie durch Second-line-Wirkstoffe, die disease-modifying anti-rheumatic drugs (DMARDs). PatientInnen, die nicht auf eine Therapie mit First-line-Medikamenten oder konventionellen DMARDs ansprechen, werden auch mit Biologika (biologische DMARDs) behandelt.

Die Ziele dieser Studie sind die Beschreibung der Charakteristika (Alter, Geschlecht, Komorbiditäten) sowie der Versorgung und Kosten der Behandlung von inzidenten und prävalenten Arthrits-PatientInnen. Außerdem sollen für inzidente Patienten Behandlungsmuster in den 365 Tagen nach Inzidenzdiagnose dargestellt werden. In den Untersuchungen wird zwischen PatientInnen, die mit versus ohne Biologika behandelt werden, unterschieden. Datenbasis ist die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen. Es werden inzidente Arthritis-PatientInnen der Jahre 2009 und 2010 zum Zeitpunkt der Inzidenzdiagnose sowie in den 365 Tagen nach Inzidenzdiagnose und prävalente Arthrits-PatientInnen im Querschnitt des Jahres 2011 untersucht. Ein Fall-Kontroll-Ansatz dient der Darstellung von Exzess-Inanspruchnahme und -Kosten. Dazu werden Kontrollen herangezogen, die 1:4 nach Alter und Geschlecht gematcht wurden.


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Rheumatoide Arthritis: Inzidenz, Prävalenz und Therapieregime

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. V. Lappe, Herr Dr. S. Abbas, Frau Dr. R. Hein

Laufzeit: 10/2013 - 12/2013

Fördernde Institution: Roche Pharma AG

Projektkurzbeschreibung:

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, die sich durch eine chronische Entzündung der Gelenke und einer daraus resultierenden Schädigung der Gelenke auszeichnet. Die medikamentöse Behandlung erfolgt durch First-line-Medikamente wie nichtsterodiale Antirheumatika (NSAIDs), Analgetika und Glucocorticoide sowie durch Second-line-Wirkstoffe, die disease-modifying anti-rheumatic drugs (DMARDs). PatientInnen, die nicht auf eine Therapie mit First-line-Medikamenten oder konventionellen DMARDs ansprechen, werden auch mit Biologika (biologische DMARDs) behandelt. Ziel dieses Projektes ist die Schätzung von Inzidenz und Prävalenz (jeweils für die Jahre 2005 bis 2011) der Arthritis. Außerdem werden Anzahl und Anteil der prävalenten PatientInnen im Querschnitt des jeweiligen Jahres (2005 bis 2011) nach relevanten Therapieregimes berichtet. Hierbei sind Therapien von Interesse, die konventionelle und/oder biologische DMARDs als Mono- bzw. Kombinationstherapie umfassen. Zusätzlich werden Anzahl und Anteil der PatientInnen mit Beginn des interessierenden Therapieregimes im jeweiligen Jahr (2005 bis 2011) dargestellt. Die Therapieregimes werden dann hinsichtlich Dauer und Wechsel zwischen unterschiedlichen Regimes untersucht. Datenbasis für die Untersuchung ist die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen (1998 bis 2011).


Häufigkeit von Tetrazepamverordnungen in Deutschland

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. J. Küpper-Nybelen

Laufzeit: 7/2013 - 10/2013

Fördernde Institution: Eigenmittel

Projektkurzbeschreibung:

Das Benzodiazepin Tetrazepam wird eingesetzt zur Behandlung von schmerzhaften Muskelverspannungen und spastischen Syndromen mit krankhaft gesteigerter Muskelspannung. Zum 1. August 2013 ordnete das BfArM auf Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA und der Koordinierungsgruppe für das Verfahren der gegenseitigen Anerkennung und das dezentralisierte Verfahren bei Humanarzneimitteln (CMDh) der HMA das Ruhen der Zulassung für tetrazepamhaltige Arzneimittel an. Die Empfehlungen sind das Ergebnis einer Neubewertung des Wirkstoffes aufgrund von Berichten über schwere Hautreaktionen und Kontaktdermatitiden unter Tetrazepam.

Ziel dieses Projektes ist die Schätzung der Verordnungsprävalenz von Tetrazepam im Jahr 2011 sowie der Verordnungsdauer und die Analyse der zugrunde liegenden Indikationen. Letztere werden durch einen Vergleich mit alters- und geschlechtsgleichen Kontrollen ermittelt. Datenbasis für die Untersuchung ist die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen.


Verordnung von Inkontinenzhilfen

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. V. Lappe

Laufzeit: 04/2013 - 07/2013

Fördernde Institution: new-market-access GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Die Studie zur Verordnung von Inkontinenzhilfen befasst sich speziell mit inzidenten Empfängern von Windeln und Hosen. Zentrales Ziel der Studie ist die Untersuchung des Versorgungsgeschehens, der Morbidität und Medikation bei im Jahr 2010 inzidenten InkontinenzpatientInnen im Vergleich zu alters- und geschlechtsgleichen Kontrollen im Halbjahr vor und nach Inzidenz auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen.


Evaluationsmodul der Integrierten Versorgung "Gesundes Kinzigtal": Identifizierung und Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau I. Köster, Herr P. Ihle

Laufzeit: 10/2007 bis 05/2013

Fördernde Institution: Gesundes Kinzigtal GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Die "Gesunde Kinzigtal GmbH" hat mit der AOK Baden-Württemberg sowie mit der LKK Baden-Württemberg einen populationsbezogenen Vertrag zur Integrierten Versorgung nach §140 SGB V für die Region Kinzigtal abgeschlossen. Der IV-Vertrag Gesundes Kinzigtal zeichnet sich jedoch nicht nur durch den Populationsbezug und eine lange Laufzeit von neun Jahren aus, sondern auch durch eine umfangreiche Begleitforschung. Das von uns auf der Basis von Routinedaten durchgeführte Evaluationsmodul hat zum Ziel, "Unter-, Über- und Fehlversorgung" zu identifizieren, um einerseits festzustellen, ob durch das Konzept des Einspar-Contractings, das dem IV-Vertrag zugrunde liegt, nicht intendierte Risikoselektionen auftreten und um andererseits zu prüfen, ob die gesundheitsbezogenen Ziele des Projektes erreicht werden. Das Projekt umfasst sowohl den Zeitraum vor Beginn der Integrierten Versorgung als auch den weiteren Verlauf.


Schätzung unerwünschter Ereignisse bei Kombination ausgewählter Arzneimittel

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Herr Dr. S. Abbas, Herr P. Ihle

Laufzeit: 09/2012 bis 4/2013

Fördernde Institution: AOK Bundesverband

Projektkurzbeschreibung:

Ziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit mit dem Schwerpunkt der Vermeidbarkeit unerwünschter Ereignisse durch problematische Arzneimittelkombinationen. Als Beispiele werden hier das Blutungsrisiko bei Antibiotikagabe unter Phenprocoumontherapie sowie das Hyperkaliämierisiko bei Behandlung mit Spironolacton unter ACE-Hemmertherapie bei Herzinsuffizienz untersucht.

Für beide Teilstudien wird in einer Kohorte von Dauertherapieempfängern (d.h. Phenprocoumonempfänger bzw. ACE-Hemmerempfänger mit Herzinsuffizienz) eine genestete Fall-Kontrollstudie durchgeführt. Als Ereignis wird ein Krankenhausaufenthalt mit Entlassungsdiagnose „Blutung“ bzw. Hyperkaliämie definiert. Kontrollen ohne entsprechendes Ereignis werden zu den Fällen nach Geburtsjahr, Geschlecht, Jahr des Kohorteneintritts und Dauer des Follow-Ups gematcht. In einem vorab definierten Zeitraum vor Ereignis wird der Einfluss einer Antibiotikatherapie bzw. Spironolactontherapie untersucht. Die Risiken (Odds Ratios inkl. 95 % Konfidenzintervallen) werden für verschiedene Antibiotikaklassen und nach Dauer der Spironolactontherapie präsentiert.


Versorgungsepidemiologie des Diabetes mellitus

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. V. Lappe

Laufzeit: 7/2012 bis 3/2013

Fördernde Institution: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung mit hoher und weiterhin steigender Prävalenz. Die Begleit- und Folgeerkrankungen sind schwerwiegend. Die Behandlungskosten sowie die Folgekosten durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall sind beträchtlich. Auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen wird eine versorgungsepidemiologische Analyse zum Diabetes mellitus durchgeführt. Sie untersucht die Exzessmorbidität und Exzessmedikation bei DiabetikerInnen im Vergleich zu Kontrollen. Sie analysiert Patientencharakteristika prävalenter Diabetiker bei Beginn einer antidiabetischen Medikation und betrachtet den Medikationsverlauf und die Morbiditätsentwicklung inzidenter DiabetikerInnen über acht Jahre.


Feststellung und Analyse von Verbrauchsmengen für eine realistische Schätzung der Umweltrisiken von Humanarzneimitteln

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. J. Küpper-Nybelen, P.Ihle

Laufzeit: 12/2011 - 03/2013

Fördernde Institution: Umweltbundesamt

Projektkurzbeschreibung:

Ziel des Vorhabens ist es, einen Beitrag zu einer besseren Einschätzung der Umweltexposition durch Humanarzneimittel zu leisten. Der Fokus des Vorhabens liegt auf der Frage, ob und in welcher Weise der für die Umweltrisikobewertung (Phase I) bisher herangezogene Marktdurchdringungsfaktor (Fpen) von 1 % bei unterschiedlichen Wirkstoffen/Arzneimittelgruppen aufgrund des vorhandenen Verbrauchsmusters ggf. stoff- oder indikationsgruppenspezifisch angepasst werden müsste.

Ebenso wird untersucht, in welchem Ausmaß unterschiedliche Dosierungen (DDD vs. maximal Tagesdosis), die für die Berechnung des Fpen-Wertes herangezogen werden, diesen beeinflussen. Für die empirische Ermittlung des Fpen-Wertes stehen Arzneimittelverbrauchsdaten der Jahre 2001 bis 2009 (ggf. ab 1996) durch den Auftraggeber zur Verfügung. Soweit möglich werden auch Informationen zu Verbrauchsdaten aus anderen europäischen Ländern einbezogen und länderspezifische Fpen-Werte errechnet. Von Interesse sind außerdem beispielhafte Berechnungen von Fpen-Werten, die auf Schätzungen von Erkrankungsprävalenzen beruhen.

Zusätzlich werden Hinweise auf Informationsquellen und Kriterien zur Bewertung der Qualität von Prävalenzdaten gegeben.


Krankheitskostenstudie zum Morbus Crohn

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau Dr. R. Hein, Frau I. Köster

Laufzeit: 03/2012 bis 07/2012

Fördernde Institution: Abbott GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Morbus Crohn stellt zusammen mit Colitis ulcerosa die Hauptform der chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) dar. In einer Voruntersuchung zum Kodierverhalten konnte festgestellt werden, dass bei einem Teil der Versicherten im Laufe eines Jahres sowohl Diagnosen für Morbus Crohn als auch für Colitis ulcerosa sowie Reizdarmsyndrom (Mischformen der Erkrankung) kodiert wurden. Dennoch lassen sich prävalente Fälle mit diesen Erkrankungen in den GKV-Routinedaten erkennen. Ziel des Vorhabens ist eine Krankheitskostenstudie für prävalente Morbus-Crohn Patienten aus der Perspektive der GKV (Ressourcenverbrauch) sowie zusätzlich unter Berücksichtigung der durch Arbeitsunfähigkeit entstehenden Kosten. Datenbasis ist der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen.


Komplikationen des Diabetes mellitus: Häufigkeit und Kosten. Eine Analyse der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen für das Jahr 2009 (KoDIM-Update)

Projektleitung: Frau Dr. I. Schubert

Ansprechpartner: Frau I. Köster

Laufzeit: 12/2011 bis 07/2012

Fördernde Institution: Lilly pharma GmbH, Novo Nordisk GmbH

Projektkurzbeschreibung:

Der Diabetes mellitus stellt eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem in Deutschland und anderen Industrienationen dar. Dies liegt an der Chronizität dieser Erkrankung und seiner hohen und weiterhin zunehmenden Prävalenz, den komplexen Behandlungserfordernissen sowie den schwer wiegenden Folgeerkrankungen, die beträchtliche Ressourcen der Gesundheitsversorgung beanspruchen. Neben der Prävention des Diabetes mellitus durch gesundheitsfördernde Maßnahmen kommt der Vermeidung und Verzögerung der Progression Diabetes bedingter Komplikationen eine hohe Public Health Relevanz und große gesundheitsökonomische Bedeutung zu. Die hier durchgeführte Studie schließt an die KoDiM-Studie (Daten von 2001) an. Auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen sollen zum einen Schätzungen zur Häufigkeit der Komplikationen des Diabetes mellitus vorgenommen sowie die Kosten der Komplikationen für das Jahr 2009 erhoben und analysiert werden.


Aufbau einer pseudonymisierten Versichertendatenbank

Projektleitung: Herr P. Ihle

Ansprechpartner: Herr P. Ihle

Laufzeit: 09/1999 bis 06/2012

Fördernde Institution: AOK Hessen, KV Hessen, Hessisches Sozialministerium

Projektkurzbeschreibung:

Daten der Gesetzlichen Krankenversicherung bilden eine geeignete Datenbasis für Fragen der Versorgungsforschung, Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsökonomie. In Kooperation mit der AOK Hessen und der KV Hessen wurde aus den Daten beider Institutionen eine 18,75%-Zufallsstichprobe von Versicherten gezogen. Beobachtungszeitraum sind die elf Kalenderjahre 1998 bis 2008 (Fortschreibung geplant). Damit stehen pro Jahr von ca. 320.000 Versicherten alle relev