ZVFK-Fortbildung "Einführung in die Mehrebenenanalyse"

29. September 2014
13:30 – 17:00 Uhr

 

Vortragsort:
IMVR
Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und
Rehabilitationswissenschaft
Eupener Straße 129 / 50933 Köln (Technologiepark Braunsfeld)
Raum Seminar 1 (Erdgeschoss)

Die Teilnahme an der Fortbildungsreihe ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Referent:
Prof. Dr. Markus Wirtz
Pädagogische Hochschule Freiburg

Zur Person:
  • Leiter der Abteilung für Forschungsmethoden des Instituts für Psychologie der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Mitglied der Studiengangsleitung BA und MA Gesundheitspädagogik
  • Sprecher des Kompetenzverbundes empirische Bildungs- und Unterrichtsforschung Freiburg (KeBU, www.kebu-freiburg.de)
  • Sprecher der 'AG Methoden' der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaftene.V. (DGRW)

Einführung in die Mehrebenenanalyse

Klassische statistische Analyseverfahren stoßen an ihre Grenzen, wenn Daten von Einzelpersonen
modelliert werden sollen, die natürlichen oder versorgungsbedingten Gruppen angehören. In Patientengruppen (z.B. Patienten innerhalb einer Versorgungseinrichtung; Patienten, die von demselben Arzt behandelt werden) hängen die Merkmalsausprägungen der Patienten ggf. wesentlich von der Gruppenzugehörigkeit ab. So werden die Behandlungsmotivation und der Behandlungserfolg ggf. systematisch durch die Betreuung und Versorgung in der spezifischen Behandlungseinrichtung mitbedingt.
Eine angemessene statistische Analyse muss die gruppierungsbedingten Informationskomponenten
berücksichtigen. Das Verfahren der Mehrebenenanalyse bietet hierfür eine adäquate Grundlage.
Hierbei werden explizit datenstrukturrelevante Ebenen unterschieden: z.B. Ebene 1: Patienten;
Ebene 2: Behandelnder Arzt oder Stationszugehörigkeit; Ebene 3: Versorgungseinrichtung/Krankenhaus.
Die Mehrebenenanalyse lässt sich insbesondere zur Analyse folgender Fragestellungen einsetzen:
(1) Welcher Informationsanteil in den Patientendaten ist mit der Gruppenzugehörigkeit assoziiert?
(2) Wie hängen Patientenmerkmale nach Kontrolle von Gruppierungsmerkmalen zusammen? (3) Wie
lassen sich Patientenmerkmale simultan durch andere Patientenmerkmale und Merkmale höherer
Ebene (z.B. Arztmerkmale) vorhersagen? (4) Moderiert die Gruppenzugehörigkeit den Zusammenhang zwischen Patientenmerkmerkmalen? (z.B. Variiert die Stärke des Zusammenhangs eines Patientenmerkmals mit dem Behandlungserfolg zwischen Stationen/Versorgungseinrichtungen?). Aufgrund dieser Potentiale wird die Mehrebenenanalyse im Memorandum für organisationsbezogene Versorgungsforschung (Pfaff et al. 2009) als Standard für die Analyse gruppiert erhobener Daten empfohlen. In der Fortbildung werden Anwendungsbeispiele und -empfehlungen behandelt und die Umsetzung mittels der Software HLM 7.0 demonstriert.

Weitere Hinweise zu der Veranstaltung und ein Anmeldeformular finden Sie hier.