Versorgungsforschungsrelevante Projekte

Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)

Studie zur Evaluation des Fitkids-Programms zur Kinderorientierung in Drogenberatungsstellen (FitKids)

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff, Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann

Projektmitarbeiter: Kira Hower

Kooperationspartner: Jörg Kons und Sandra Groß, Information und Hilfe in Drogenfragen e.V. Wesel

Laufzeit: 06/2015 bis 12/2017

Projektförderung: Auridis GmbH

Projektbeschreibung:

In Deutschland leben etwa 50.000 Kinder von drogenabhängigen Eltern. Immer wieder stehen sie durch Meldungen tragischer Todesfälle von Säuglingen und Kleinkindern im Fokus der Öffentlichkeit. Um die Kinder von Suchtkranken in den Blick nehmen zu können, ist eine Öffnung und Ergänzung der derzeitigen Angebote der Sucht- und Drogenberatungsstellen nötig.Bisher gibt es in nur 10% der Beratungsstellen spezielle Angebote für Kinder suchtkranker Eltern bzw. werden diese mit in die Hilfeplanung einbezogen. Die Sucht- und Drogenhilfe ist demnach bisher nicht auf die Arbeit mit Kindern eingestellt.

Die Drogenberatungsstelle Wesel hat vor vielen Jahren ein Programm entwickelt, um das Kinderthema in die Sucht- und Drogenberatungsstellen zu tragen – das Fitkids-Programm. Das Programm bietet einen unterstützenden Rahmen, der das Thema kontinuierlich im Gespräch hält und Raum schafft für Fortbildungen, Informationen und Umsetzungsprozesse. Die Prozessevaluation der Pilotierungsphase in den Jahren 2011 und 2012, in denen das Programm in 7 Standorten implementiert worden ist, ergab, dass der gegliederte Prozess des Fitkids-Programms praxisnah und realistisch ist (weitere Informationen finden Sie hier: http://www.fitkids-wesel.de).

Im Jahr 2015 wird das Programm auf ca. 13 weitere Sucht- und Drogenberatungsstellen unter Berücksichtigung wichtiger Prinzipien der Organisationsentwicklung und des Change Managements übertragen. Das IMVR ist nun damit beauftragt, die Wirksamkeit sowie die Implementierung des Programmes in den neu rekrutierten Standorten zu evaluieren.

Die summative Evaluation besteht aus zwei Modulen:

Modul 1: Quasi-Experiment mit Pre-Post-Design

In einer summativen Evaluation sollen sowohl die Implementierungs- als auch die Ergebnisqualität untersucht werden. Bezüglich der Implementierung interessieren folgende Aspekte:

  • Umsetzungsbarrieren und Förderfaktoren
  • Beachtung von Prinzipien guter Implementierung
  • Akzeptanz der Veränderung unter den Mitarbeitern
  • Entwicklung der Strukturen und Prozesse zur Kinderorientierung
  • Arbeitsbelastung und Betriebsklima

Hinsichtlich der Ergebnisqualität interessieren folgende Punkte:

  • Kinderorientierung
  • Netzwerkorientierung Zufriedenheit/Akzeptanz der Mitarbeiter und Eltern
  • Image der Beratungsstelle
  • Handlungssicherheit der Mitarbeiter

In einem Quasi-Experiment mit Vorher-Nachher-Design werden die Beratungsstellenleitungen und –mitarbeiter sowohl vor dem Start des Fitkids-Programms (t0) als auch ein Jahr nach Programmstart (t1) schriftlich mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Die Angaben der Leitungen und Mitarbeiter werden verknüpft und über die beiden Zeitpunkte hinweg verglichen.

Modul 2: Quasi-Experiment im Querschnitt

Im zweiten Modul werden Sucht- und Drogenberatungsstellen, die bereits Fitkids-Standorte sind, anhand von Sekundärdaten mit Beratungsstellen verglichen werden, die keine Fitkids-Standorte sind. Als Sekundärdatenquelle dient der Erfassungsbogen zur Situation der Kinder drogenabhängiger Eltern, der ab Herbst 2015 flächendeckend in allen Beratungsstellen in NRW genutzt werden soll. Mitarbeiter der Drogenberatungsstellen füllen den Bogen für jeden ihrer Klienten aus. Die Erfassungsbögen werden an den Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V. (Bella Donna) gesendet. Bella Donna stellt dem Projekt Fitkids die Daten zur Verfügung, die diese dem IMVR zur Auswertung liefern. Das IMVR untersucht mittels statistischer Verfahren Unterschiede zwischen am Fitkids-Programm teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Beratungsstellen. In den Analysen kann nach strukturellen Merkmalen der Beratungsstellen kontrolliert werden, z.B. Region, Klientenzahl, Zahl der Mitarbeiter oder Trägerschaft.

Die Ergebnisse der Evaluation liefern einen Beitrag zum evidenzbasierten Change Management in der sozialen Arbeit und sollen helfen, das gesunde Aufwachsen von Kindern suchtkranker Eltern wirkungsvoll in die Arbeit der Sucht- und Drogenberatungsstellen zu implementieren.


Promoting the health literacy of managers – An evidence-based training program (HeLEvi)

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff

Projektmitarbeiter: Dr. Anika Nitzsche (operative Projektleitung), Dr. Timo-Kolja Pförtner, Silja Fiedler

Praxispartner: T-Systems International GmbH, BGF Institut Köln

Laufzeit: 02/2015 bis 01/2018

Projektbeschreibung:

Bei der Gesundheitsförderung in Betrieben spielen Führungskräfte eine Schlüsselrolle. Denn diese können nicht nur die Rahmenbedingungen der Arbeit ihrer Mitarbeiter bis zu einem gewissen Maße beeinflussen, sondern besitzen auch eine Vorbildfunktion durch ihr eigenes gesundheitliches Verhalten. Des Weiteren belegen viele Studien einen Zusammenhang zwischen dem Führungsverhalten und der Gesundheit von Mitarbeitern.

Weiter sollte nicht vernachlässigt werden, dass Führungskräfte selbst eine wichtige Zielgruppe von gesundheitsförderlichen Maßnahmen darstellen. So zeigen Studienergebnisse, dass Führungskräfte besonderen Belastungen ausgesetzt sind und häufiger über Unterbrechungen, eine hohe Arbeitsdichte und Zeitdruck berichten als Beschäftigte ohne Personalverantwortung.

Folglich bildet die Entwicklung der Gesundheitskompetenz bei Führungskräften einen Baustein zur Förderung und Sicherung sowohl der eigenen Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit als auch der Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter.

Ziel des Projekts ist die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines evidenzbasierten Schulungs-programms zur Förderung der Gesundheitskompetenz von Führungskräften. Dabei werden die folgenden Fragen im Projekt bearbeitet:

  • Wie kann eine Basisqualifizierung in Gesundheitskompetenz bei Führungskräften durch ein akzeptables, praktikables und erfolgsversprechendes Schulungsprogramm erzielt werden?
  • Ist das Schulungsprogramm zur Förderung der Basisqualifikation in Gesundheits-kompetenz von Führungskräften wirksam?
  • Wirkt sich eine Basisqualifizierung in Gesundheitskompetenz auf den (physischen und psychischen) Gesundheitszustand von Führungskräften aus?

Um valide Aussagen zur Wirksamkeit der geplanten Intervention treffen zu können, erfolgt ein randomisiertes Pretest-Posttest Kontrollgruppendesign.

Die Ergebnisse können einen Beitrag zur evidenzbasierten betrieblichen Gesundheitsförde-rung leisten und bieten durch die inhaltliche und methodische Evidenzbasierung Innovati-onspotential und Anknüpfungspunkte weiterführender Forschung.


Value Stream Mapping in Versorgungseinrichtungen – eine evidenzbasierte Maßnahme der Organisationsentwicklung?

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Ute Karbach

Projektdurchführung und Ansprechpartner: Marina Nowak

Laufzeit: 03/2015 bis 2016

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Da sich Qualitätsdefizite z. B. Schnittstellenproblematik, Hygienemängel oder Doppeldiagnostik innerhalb der Dienstleistungsgesellschaften meist auf Probleme im System und nicht auf die Personenebene beziehen, wird folglich für eine Qualitätsverbesserung in der Versorgung eine Veränderung und Umgestaltung des Versorgungssystems benötigt. Entsprechend muss im Hinblick auf die Organisation, das Management, die Qualitätsüberprüfung sowie die Finanzierung eine strukturelle Umgestaltung stattfinden. Qualitätsverbesserung meint somit nicht weitere (finanzielle, personelle o. ä.) Investitionen, sondern setzt auf eine Reorganisation des Systems. Die Methodik des Lean Management – zunächst in der Automobilindustrie angewandt – zielt auf die Erfüllung der Bedürfnisse des Kunden durch eine effiziente, verschlankte Gestaltung der Arbeitsprozesse. Seit einiger Zeit wird Lean Management auch zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung angewandt. Value Stream Mapping (VSM) ist eine Methode des Lean Management, mit ihr können komplexe Arbeitsabläufe visualisiert, quantifiziert und ggf. verbessert werden. Da sich die Leistungserbringung im Dienstleistungssektor von der im industriellen Sektor unterscheidet ist für die Überwindung der Herausforderungen und für eine umfangreiche Implementierung in Versorgungseinrichtungen ein verbessertes Verständnis des Value Stream Mappings notwendig.

Eine systematische Übersichtsarbeit über die Anwendung und die Effektivität des Value Stream Mappings im Versorgungsbereich besteht bisher nicht. Es lassen sich bislang vereinzelt Artikel auffinden, die die Methode im Versorgungskontext beschreiben, beispielsweise in der Notfallaufnahme oder in multidisziplinären Klinikbetrieben. Ziel des aktuellen Projekts ist es aus diesem Grund zu überprüft, ob Value Stream Mapping als eine evidenzbasierte Lean Management Methode in Versorgungseinrichtungen fungiert.


HSR-NICU Health Services Research in care of very-low-birth-weight-infants in Neonatal Intensive Care Units

Projektleitung: Prof. Dr. Ludwig Kuntz (Projektkoordinator), Universität zu Köln, Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen,
Prof. Dr. Bernhard Roth, Uniklinik Köln, Abteilung Neonatologie,
Prof. Dr. Christiane Woopen, Uniklinik Köln, Forschungsstelle Ethik,
Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel, Rheinische Fachhochschule Köln, Institut für Medizin-Ökonomie und Medizinische Versorgungsforschung (iMöV) ,
Prof. Dr. Holger Pfaff und Dr. Anika Nitzsche, Universität Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)

Laufzeit: 02/2015 bis 12/2015

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert

Projektbeschreibung:

Versorgungsforschung zur Behandlung und Pflege von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g – Einfluss von Human- und Organisationsfaktoren auf die Leistungsfähigkeit neonatologischer Intensivstationen.

Frühgeburtlichkeit ist die Hauptursache für perinatal erworbene Behinderungen und Mortalität. Die bedarfsgerechte Versorgung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g wird durch verschiedene Faktoren geprägt. Das seit 2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt Health Services Research in Neonatal Intensive Care Units (HRS-NICU) greift die Fragestellung auf, inwieweit Human- und Organisationsfaktoren einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von neonatologischen Intensivstationen haben.

In einer Pilotstudie an 5 deutschen Perinatalzentren erwiesen sich die Arbeitsbelastung, Einstellung der Mitarbeiter sowie strukturelle Merkmale als relevante Einflussgrößen für das Outcome von Frühgeborenen.

In der aktuellen interdisziplinären Multizenterstudie werden in Zusammenarbeit von Medizin, Ethik, Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an 60 neonatologischen Zentren die Zusammenhänge zwischen medizinischem Outcome, Arbeitsbedingungen, Mitarbeiter- und Elternzufriedenheit, ökonomischen Ergebnisfaktoren, Zielen und organisatorischen Abläufen untersucht. Die Datenerhebung erfolgt mittels Mitarbeiter- und Elternfragebögen, medizinischen Daten sowie allgemeinen Angaben (Kapazitäten, Strukturen, Schichtplänen, Kosten).

Die im Rahmen des interdisziplinären innovativen Projektes erwarteten Ergebnisse sollen einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitspolitischen Gestaltung von Versorgungsstrukturen und -prozessen für den Bereich Neonatologie leisten.

Weitere Informationen unter: http://www.hsr-nicu.de


Exploring Leadership Skill and Leader Team Configuration as Antecedents of Safety Climate and Climate for Collaboration, and their Effects on Neonatal Outcomes (Safety4NICU)

Projektgruppe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät: Dr. Nadine Scholten (IMVR), Prof Dr. Roth, PD Dr. Angela Kribs, Kyriakos Martakis (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bereich Neonatologie)

Projektgruppe Medizinische Fakultät: Prof. Dr. Ludwig Kuntz, Dr. Michael Wittland, Hendrik Hillen (Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen), Dr. Hendrik Wilhelm (Seminar für ABWL, Unternehmensentwicklung und Organisation)

Laufzeit: 2015

Projektförderung: UoC-Forum Universität zu Köln

Projektbeschreibung:

Neben strukturellen Faktoren, wie z.B. die Ausstattung mit Personal, ist die Qualität der Versorgung von vielen weiteren Faktoren abhängig. Was die intensivmedizinische Versorgung von Neugeborenen angeht, so ist hier die enge Zusammenarbeit in interprofessionellen Teams von besonderer Bedeutung. Neben der guten Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Professionen wird das Sicherheitsklima immer wieder als relevanter Einflussfaktor für die Versorgungsqualität gesehen.

Ziel dieser Studie ist es daher den Einfluss der Leitung auf das Klima im NICU Team genauer zu untersuchen. Die Leitung einer neonatologischen Intensivstation (NICU) erfolgt meist durch eine ärztliche und eine pflegerische Führungsperson (Führungsdyade). Dass die Führungskompetenz von Leitungspersonen einen maßgeblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Teams haben, ist in der Literatur belegt. Bisher noch nicht hinreichend untersucht ist jedoch die Bedeutung der Führungskompetenzen in Führungsdyaden und wie sich sowohl die Kongruenz persönlicher Ziele als auch die während der Interaktion wahrgenommenen Affekte auf das unterstellte Team auswirken. Ziel der Studie ist es somit den Einfluss der Führungskompetenz der ärztlichen und pflegerischen Leitung auf NICUs auf die Sicherheitskultur und das Klima zwischen Ärzten und Pflegekräften hin zu untersuchen. Neben den Führungsfähigkeiten geht die Kongruenz hinsichtlich ausgewählter Ziele, wie auch die interpersonalen Affekte zwischen ärztlicher und pflegerischer Leitung mit in das Modell ein. Die medizinische Versorgungsqualität wird anhand der AQUA Indikatoren Neonatologie gemessen, so wie sie im Rahmen der externen Qualitätssicherung erhoben werden.

Das Projekt ist als zweistufige, prospektive, fragenbogenbasierte Multicenter-Studie geplant. Hierbei werden die Führungsteams als auch die Ärzte und Pflegekräfte der teilnehmenden NICUs befragt. In die Studie eingeschlossen werden alle Level I und Level II Perinatalzentren in Deutschland (Stand Juli 2014: 243 Einrichtungen)

Eingebettet ist das Teilprojekt: „Exploring Leadership Skill and Leader Team Configuration as Antecedents of Safety Climate and Climate for Collaboration, and their Effects on Neonatal Outcomes” in das Uoc Forum “Managerial Risk Factors in Medicine” , welches im Rahmen der Exzellenzinitiative der Universität zu Köln gefördert wird.

Weitere Informationen zum UoC Forum sowie den Teilprojekten im UoC Forum„Managerial Risk Factors in Medicine“ finden Sie hier.


Versorgungsforschungsprojekt zum Stand der palliativmedizinischen Versorgung in deutschen Krankenhäusern

Projektleitung und Durchführung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten

Laufzeit: 11/2014 bis 01/2016

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Mit der Zunahme an Krebs- und anderen chronischen, lebenslimitierenden Erkrankungen in einer immer älter werdenden Gesellschaft, steigt auch der Bedarf an palliativmedizinscher Versorgung. Das Ziel der Palliativmedizin ist die Steigerung der Lebensqualität und die Linderung, sowohl physischer als auch psychosozialer Beschwerden bei Krebs und Nicht-Krebs Patienten. Hierbei sollte die Palliativmedizin als begleitende Therapie bereits möglichst früh in die Behandlung integriert werden. Der Zugang zur palliativmedizinischen Versorgung stellt besonders jetzt, wo in Deutschland aktuell über Sterbehilfe diskutiert wird, ein relevantes Thema dar. Trotz anerkannten palliativmedizinschen Bedarf in Deutschland, ist nur sehr wenig über die aktuelle stationäre Versorgung bekannt.

Ziel des aktuellen Versorgungsforschungsprojektes ist daher die Beschreibung der stationären palliativmedizinschen Versorgung in Deutschland. Hierbei soll auf regionale Unterschiede hinsichtlich des Angebots eingegangen werden, wie auch auf die Verbreitung palliativmedizinscher Expertise in den unterschiedlichen Fachrichtungen. Datenbasis hierfür stellen die, von den Krankenhäusern veröffentlichten gesetzlichen Qualitätsberichte dar. Des Weiteren sollen die Patienten, die in Krankenhäusern palliativmedizinsch betreut werden, näher beschrieben werden. Dabei sollen die folgenden Fragen beantwortet werden: Welche Erkrankungen liegen zu Grunde, wie lang ist die durchschnittliche Liegedauer und wohin werden die Patienten meist entlassen. Diese Auswertungen erfolgen anhand der DRG Statistik des Statistischen Bundesamtes (Datenjahr 2012).


Krankenhausbedingte Unterschiede bei Häufigkeit und Dauer der beruflichen Wiedereingliederung nach Brustkrebs (B-Rehab)

Projektleitung und Durchführung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten

Laufzeit: 02/2014 - 2020

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Zum Zeitpunkt der erstmaligen Erkrankung an Brustkrebs ist die Mehrheit der Betroffenen noch im erwerbsfähigen Alter (Median: 60 Jahre). Bei vorheriger Berufstätigkeit ist die Fortführung/Wiederaufnahme der Arbeit nach der Erkrankung ein erklärtes Ziel, da eine berufliche Tätigkeit assoziiert ist mit mehr Lebensqualität, einem gesteigertem Selbstwertgefühl und einem Gefühl von Normalität. Es konnte gezeigt werden, dass besonders onkologische Patienten berufliche Probleme haben. Die Wahrscheinlichkeit, nach der Erkrankung weiter berufstätig zu sein, ist mit zahlreichen Faktoren assoziiert, wie etwa dem Erkrankungsalter, der Erkrankungsschwere und der Art der Behandlung. Wenig ist hingegen bislang darüber bekannt, ob der Anteil der wiedereingegliederten Patientinnen oder der Zeitpunkt der Wiedereingliederung über die behandelnden Krankenhäuser variiert. Ziel des Projekts ist es unter anderem zu untersuchen, ob sich der Anteil der wiedereingegliederten Patientinnen in den behandelnden Krankenhäusern unterscheidet, ob der Zeitpunkt variiert und ob Krankenhausmerkmale identifiziert werden können, die diese Unterschiede (mit-)erklären. Das Projekt findet in Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg statt.

Das Einverständnis der Patienten zur Verknüpfung und Auswertung der Daten der AOK Rheinland/Hamburg vorausgesetzt, werden diese Daten mit den Daten der Patientinnenbefragung in den NRW-Brustzentren verknüpft und hinsichtlich der beruflichen Rehabilitation der Patienten und Patientinnen nach 2 Jahren und nach insgesamt 5 Jahren ausgewertet.


Statistische Auswertungen im Rahmen der Gesundheitsbefragung des innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements der Techniker Krankenkasse (TK)

Projektleitung und Durchführung: Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann

Laufzeit: 04/2014 bis laufend

Projektbeschreibung:

Eine wesentliche Aufgabe des Innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements in der Personalentwicklung der Techniker Krankenkasse (TK) besteht in der stetigen Erfassung der Ressourcen und Belastungen, deren Einfluss auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen. Dabei ist die schriftliche Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine effektive Methode, um die Wirksamkeit von Maßnahmen des Innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements zu messen. Eine bundesweite Befragung aller TK-Mitarbeiter zum Thema Gesundheit (TK Gesundheitsbefragung) wurde im April 2014 durchgeführt. Das Ziel der Befragung auf den Ebenen der verschiedenen Organisationseinheiten der TK ist es, spezifische Einflussfaktoren auf die Arbeitsfähigkeit zu ermitteln, um gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit abzuleiten.

Das Projekt beinhaltet die Aufbereitung des Rohdatensatzes sowie die Durchführung statistischer Analysen als Grundlage zur Erstellung von Ergebnisberichten für die Organisationseinheiten der TK. Im Rahmen des Projekts werden über 750 Organisationseinheiten betrachtet, welche aus Teams, Dienststellen, Fach- und Vorstandsbereichen und der TK gesamt bestehen. Dies beinhaltet u. a. die Aufbereitung des Rohdatensatzes, die Skalenbildung, Datentransformation, Häufigkeitsauswertungen und multivariate Regressionsanalysen der von der Techniker Krankenkasse erhobenen Mitarbeiterdaten. Des Weiteren werden Mehrebenenanalysen zu den Zusammenhängen zwischen den zentralen Konstrukten (z. B. Tätigkeitsspielraum und Arbeitsfähigkeit) auf verschiedenen Ebenen analysiert. Die Ergebnisse dienen der Personalentwicklung der TK für die Berichterstellung. Weiterhin ist das IMVR damit beauftragt, basierend auf den Analyseergebnissen, Empfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit und -leistung abzuleiten.


Analyse geriatrischer Versorgungsstrukturen in Baden-Württemberg

Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Ingrid Schubert, PMV-forschungsgruppe, Prof. Dr. Holger Pfaff

Operative Projektleitung: Dr. Sascha Abbas, PMV-forschungsgruppe, Dr. Ute Karbach

Kooperationspartner: Prof. Dr. Wilhelm Niebling, Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Dr. Achim Siegel, MPH, Lehrbereichs Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, AOK Baden-Württemberg

Laufzeit: 03/2015 - 09/2016

Förderer: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

Projektbeschreibung:

Im Fokus der Analyse steht die rehabilitative Versorgungssituation geriatrischer Patienten. Hintergrund ist das Bemühen, den Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ in der Versorgung älterer und hier insbesondere geriatrisch erkrankter Menschen flächendeckend umzusetzen. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist, dass geriatrische Patienten und ihr Rehabilitationspotential erkannt werden und den Patienten eine entsprechende rehabilitative Behandlung angeboten werden kann. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Generierung von quantitativen / qualitativen Daten und Erkenntnissen über die Realisierung rehabilitativer Potenziale geriatrischer Patienten/Patientinnen im Rahmen der bestehenden geriatrischen Versorgungsstrukturen.

Diese Erkenntnisse sollen einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Geriatriekonzeptes in Baden-Württemberg in Form von Empfehlungen leisten.


Sozialdienstliche Betreuung onkologischer Patienten in Deutschland (SoBoP): Eine Befragung ambulant und stationär tätiger Sozialarbeiter und Sozialpädagogen

Projektleitung und -durchführung: Holger Adolph (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e. V.), Dr. Anika Nitzsche, Dr. Christoph Kowalski, Simone Wesselmann (Deutsche Krebsgesellschaft e.V.)

09/2014 bis 09/2016

Förderer: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen übernehmen eine Fülle von Aufgaben in der Beratung und Betreuung von Patienten in Deutschland, darunter psychosoziale und sozialrechtliche sowie wirtschaftliche Interventionen, Unterstützung bei der ambulanten und stationären Nachsorge oder der medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Ein erheblicher Teil der mehr als 40.000 im Gesundheitsbereich beschäftigten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen arbeitet in Krankenhäusern. Im Rahmen der Versorgung von onkologischen Patienten in den nach den Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren kommt dieser Berufsgruppe eine wichtige Bedeutung zu. Auch wenn die Inanspruchnahme von Leistungen des Sozialdienstes in der Versorgung in zertifizierten Zentren erkennbar steig, so ist doch über die konkret durchgeführten Tätigkeiten des Sozialdienstes in zertifizierten Zentren nur wenig bekannt und zwar gleichermaßen hinsichtlich Beratungsumfang und behandelten Themen.

Zu diesem Zweck findet eine Befragung der Mitglieder der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) statt. Untersucht werden Tätigkeitsbereiche der Sozialarbeiter in der Betreuung onkologischer Patienten, die Einschätzungen zu besonderen sozialen Belastungen der onkologischen Patienten und Problemen beim Leistungszugang, den Anteil der Arbeitszeit, den sie mit onkologischen Patienten verbringen und die Arbeitsbedingungen klinisch tätiger Sozialarbeiter in der onkologischen Versorgung.

 


Determinants and Effects of inadequate health literacy in chronically ill (DHL-C)

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Stephanie Stock (IGKE), Jun.Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann

Projektdurchführung: Sibel Altin (IGKE), Sarah Halbach

Kooperationspartner: Univ.-Prof. Dr. Christian Rietz (Arbeitsbereich Forschungsmethoden der Universität zu Köln)

01/2014 bis 12/2015

Förderer: UoC-Forum Universität zu Köln

Projektbeschreibung:

Die internationale Literatur zeigt, dass eine niedrige Gesundheitskompetenz mit erhöhten Mortalitäts- und Morbiditätsraten sowie mit vermehrten Hospitalisierungen und dementsprechend höheren Ressourcenverbräuchen und Kosten assoziiert ist. Eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz erfordert den Einsatz von Maßnahmen, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst sind. In Deutschland mangelt es bislang an subgruppenspezifischen Analysen, die sich mit möglichen Determinanten und Effekten einer geringen Gesundheitskompetenz bei chronisch kranken Menschen befassen. Darüber hinaus steht derzeit kein Instrument zur Erhebung der Gesundheits- und Krebskompetenz im deutschen Versorgungskontext zur Verfügung.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes in Zusammenarbeit des IGKE und des IMVR werden daher exemplarisch an dem als chronisch betrachteten Krankheitsbild Brustkrebs die folgenden Ziele festgesetzt. Es sollen erstens Determinanten einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Deutschland identifiziert werden. Dafür wird im Rahmen einer explorativen Analyse untersucht, ob und inwieweit soziodemographische sowie krankheits- und personenbezogene Faktoren mit einer niedrigen Gesundheitskompetenz von Brustkrebspatientinnen assoziiert sind. Zweitens werden die ökonomischen Auswirkungen einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Bezug auf eine höhere Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Gesundheitsleistungen und damit verbundenen Kosten analysiert. Drittens werden die Konstrukte Gesundheitskompetenz und Krebskompetenz aus dem Blickwinkel von KrebspatientInnen konkretisiert und die Ergebnisse als Grundlage zur Entwicklung von Instrumenten genutzt. Viertens soll ein möglicher Zusammenhang zwischen den Konstrukten Gesundheitskompetenz und Progredienzangst untersucht werden.

 


Kölner Infarkt Modell (KIM)

Wissenschaftliche Projektleitung: Prof. Höpp

Kooperationspartner: Prof. Dr. Holger Pfaff

Operative Projektleitung: Dr. Antje Hammer

Laufzeit: 06/2013 - 12/2014

Förderer: Stiftungsgelder (iEVF)

Projektbeschreibung:

Das Kölner Infarkt Modell (KIM) ist eine Initiative des Rettungsdienstes der Stadt Köln und aller Kölner Kliniken zur optimalen Versorgung von PatientInnen mit akutem Herzinfarkt. Es ist bundesweit der bislang einmalige Versuch, in einer Millionenstadt mit komplexer Versorgungsstruktur Sektoren-übergreifende Standards zu etablieren und damit Leitlinienempfehlungen im Alltag konsequent umzusetzen.

Ziel des vom IMVR begleitetem Projektteils ist die Analyse zweier Fragestellung:

(1) Inwieweit wirkt sich der Zeitpunkt (Tageszeit, Jahreszeit etc.) auf die leitlinienkonforme Versorgung der PatientInnen im KIM-Modell aus?

(2) Gibt es Unterschiede in der Versorgung in Abhängigkeit des sozioökonomischen Status der beteiligten PatientInnen?

Zur Beantwortung der Fragestellungen werden die im Projekt vorliegenden Patientendaten für den Zeitraum 2006-2012 ausgewertet.

Die Forschungsarbeit wird mit Stiftungsgeldern des iEVF gefördert und beinhaltet die in Zusammenarbeit mit Prof. Höpp gestaltete gemeinsame Betreuung von zwei Doktoranden.

www.koelner-infarktmodell.de


Soziodemographische und organisationale Faktoren und ihr Einfluss auf die Kaiserschnittrate – Eine deutschlandweite Studie auf Basis von Sekundärdaten

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten

Laufzeit: 01/2013 - 12/2014

Förderer: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich in Deutschland die Kaiserschnittrate fast verdoppelt. Diese liegt laut statistischem Bundesamt bei über 30 % und überschreitet somit deutlich die von der WHO empfohlene Rate von 15 %. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung konnte für Deutschland große regionale Unterschiede in den Kaiserschnittraten zeigen. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand eines deutschlandweiten Datensatzes mögliche Einflussfaktoren auf die Kaiserschnittrate zu untersuchen. Neben krankenhausseitigen Faktoren werden weitere regionale, soziodemographische Indikatoren untersucht, die die Rate an Schnittentbindungen möglicherweise beeinflusst.

Die Analyse basiert auf den, in den gesetzlichen Qualitätsberichten 2010, veröffentlichten Daten. Datengrundlage sind somit die Daten aller nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern. Zur Analyse des Einflusses regionaler Faktoren auf die Kaiserschnittrate werden weitere soziodemographische Faktoren (INKAR – Daten) auf Kreisebene hinzugespielt. Mögliche Zusammenhänge, zwischen Krankenhauseigenschaften (z.B. Trägerschaft, akademischer Lehrstatus), strukturellen Eigenschaften (z.B. Haupt- oder Belegabteilung, Hebammenrate) der behandelnden Abteilung, wie auch soziodemographischen Faktoren der Region und der Kaiserschnittrate werden anhand von Regressionsanalysen untersucht.


Patientenbefragung in den von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. zertifizierten Darmkrebszentren

Projekleitung: Prof. Dr. H. Pfaff

Ansprechpartner: Sophie Groß, Markus Alich

Laufzeit: 2013 - 2015

Förderer: Nach Kriterien der DKG zertifizierte Darmkrebszentren

Projektbeschreibung:

Im Rahmen der (Re-)Zertifizierung der Darmkrebszentren nach dem Anforderungskatalog der Deutschen Krebsgesellschaft ist eine jährliche Patientenbefragung vorgeschrieben. Analog zur bundesweiten Befragung der nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) zertifizierten Brustkrebszentren wurde auch den von der DKG zertifizierten Darmkrebszentren im Jahr 2013 erstmals angeboten, an einer einheitlichen Befragung von Patientinnen und Patienten mit einer erstmaligen Darmkrebserkrankung teilzunehmen. Alle Patientinnen und Patienten, die während des aktuellen Krankenhausaufenthaltes wegen Darmkrebs operiert wurden und für die eine gesicherte Diagnose und mindestens eine postoperative Histologie vorliegt, werden in die Befragung eingeschlossen. Die PatientInnen werden im Darmkrebszentrum kurz vor der Entlassung gefragt, ob sie bereit sind, an der Befragung teilzunehmen. Die ausgefüllten Einverständniserklärungen der PatientInnen werden jeweils am Ende der Woche an das IMVR geschickt. Die Befragung findet in der nächsten Woche postalisch-poststationär statt, d.h. die PatientInnen bekommt den Fragebogen nach der Entlassung vom IMVR nach Hause geschickt. Die Befragung erfolgt in Anlehnung an die Total Design Methode nach Dillman. Als Befragungsinstrument kommt der Kölner Patientenfragebogen für Darmkrebs 2.0 (KPF-DK 2.0) zum Einsatz. Der darmkrebsspezifische Kölner Patientenfragebogen 2.0 (KPF-DK 2.0) enthält u.a. Module zur Krankenhausorganisation, zur Arzt- bzw. Pflegekraft-Patient-Interaktion, zur Information und zur Zufriedenheit. Die Daten werden anschließend im IMVR eingegeben, qualitätsgesichert und anschließend ausgewertet.

Der Befragungszeitraum erstreckt sich vom 1. März bis zum 31. Oktober. Ziel der Befragung ist es, mittels einheitlichem Fragebogen und Befragungsdesign für Darmkrebszentren miteinander vergleichbare Daten zur patientenseitig wahrgenommenen Versorgungsqualität zu erhalten und so die Gegenüberstellung der Ergebnisse der Häuser untereinander zu ermöglichen. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Versorgungsqualität in den Darmkrebszentren und werden zu Benchmarking-Zwecken von den Operations-Standorten genutzt.


GemaB – Patientenseitige geschlechts- und migrationsabhängige Akzeptanzbarrieren und Verlaufscharakteristika im Rahmen eines strukturierten, integrativen Versorgungsmodells für Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. med. Hans W. Höpp, HNC HerzNetzCenter GmbH, Prof. Dr.  Holger Pfaff, IMVR

Operative Projektleitung des IMVR-Arbeitspakets: Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann, Dr. Ute Karbach

Kooperationspartner: Alere GmbH, AOK Rheinland-Hamburg, BARMER GEK, IMO Institut GmbH, Uniklinik Köln

Laufzeit: 9/2012 - 8/2015

Förderer: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW im Rahmen des NRW-EU -Ziel 2 (EFRE) Förderwettbewerbs.

Projektbeschreibung:

Siegerprojekt im Wettbewerb "IuK & Gender Med.NRW" der Europäischen Union, des Exzellenz Clusters NRW sowie des MGEPA des Landes NRW.

Strukturierte Versorgungsprogramme führen in der Regel zur Leitlinien näheren Behandlung, zur Prognoseverbesserung, zur Stärkung der Krankheitseinsicht sowie zur Steigerung der Lebensqualität. Der Zugang zu entsprechenden Modellen ist jedoch häufig bereits durch deren Ansatz und Struktur beschränkt. Darüber hinaus führen in der Alltagsrealität am ehesten wohl soziodemografische und psychologische Faktoren zu der Beobachtung, dass sich etwa die Hälfte der aus medizinischen Gründen geeigneten Patienten und Patientinnen nicht zur Teilnahme an einem solchen Programm entschließt. Ziel von GemaB ist es daher, im Rahmen eines bereits bestehenden Versorgungsmodells für Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz den Einfluss soziodemografischer Faktoren - insbesondere Geschlechtszugehörigkeit und ethnische Herkunft - auf die Bereitschaft, an einem solchen Programm teilzunehmen, zu untersuchen. Aufgabe des IMVRs ist es, zwei Fragebogen zu entwickeln: 1) Einen Fragebogen zur Modellakzeptanz, der im Rahmen von strukturierten Telefoninterviews bei allen aufgrund ihrer Erkrankung prinzipiell für das Versorgungsmodell in Frage kommenden Patienten und Patientinnen eingesetzt wird. 2) Einen Fragebogen zur Modellzufriedenheit, der 12 Monate nach Einschluss in das Modell zur Evaluation des Versorgungsmodells dient.


Informations- und Schulungsmaßnahmen zur Stärkung der Patientenkompetenz – eine Analyse des Bedarfs von Patientinnen und Patienten mit Mammakarzinom (PIAT-Studie)

Wissenschaftliche/r Leiter/in der PIAT-Studie: Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann & Dr. Christoph Kowalski

Operative Projektleitung der PIAT-Studie: Dipl. Pflegewirtin A. Schmidt M.Sc. (Public Health)

Kooperationspartner: Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

Laufzeit: 03/2012 - 03/2015

Förderer: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen der Ressortforschung „Forschung im Nationalen Krebsplan“

Projektbeschreibung:

Die Diagnose Brustkrebs und die mit der Therapie verbundenen Nebenwirkungen und Belastungen stellen Brustkrebspatientinnen vor vielfältige Herausforderungen. Um diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können, sind unterstützende Ressourcen notwendig. Für Brustkrebspatientinnen ist eine vertrauensvolle therapeutische Allianz zwischen Arzt und Patientin eine wesentliche Quelle sozialer Unterstützung. Bereits vorliegende Forschung zur Bedeutung der Arzt-Patienten-Kommunikation bei chronischen Erkrankungen unterstützt den Zusammenhang zwischen der Arzt-Patienten Beziehung und Patient-Reported Outcomes.

Ziel der PIAT-Studie ist es, den Bedarf an Informations- und Schulungsmaßnahmen zur Stärkung der Patientenkompetenz bei Patientinnen und Patienten mit Mammakarzinom zu analysieren. In einer prospektiven Kohortenstudie sollen PatientInnen aus Brustkrebszentren sowie BrustkrebszentrumleiterInnen, zur Ermittlung des Informations- und Schulungsbedarf, zu drei Messzeitpunkten schriftlich befragt werden. Zur Entwicklung des Erhebungsinstruments werden neben einer Literaturrecherche Fokusgruppen mit PatientInnen und Versorgern durchgeführt. Das primäre Studienziel ist die Bedarfsermittlung. Das sekundäre Ziel der PIAT-Studie ist die Verknüpfung und Auswertung der Ergebnisse aus den unterschiedlichen Zentren bezüglich der genannten Zielgrößen. Die Studienergebnisse sollen die Entwicklung bedarfsgerechter Informations- und Schulungsmaßnahmen für betroffene Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung hemmender und fördernder Faktoren auf Versorgungseinrichtungsebene ermöglichen.


WORG OUT - Arbeitsorganisation und Arzt-Patient-Kommunikation in nordrhein-westfälischen Brustzentren

Projektleitung: Prof. Dr. H. Pfaff, Jun.-Prof.'in Priv.-Doz.'in Dr. N. Ernstmann, Prof. Dr. M. Wirtz (Institut für Psychologie, Pädagogische Hochschule Freiburg)

Projektdurchführung: L. Ansmann

Laufzeit: 11/2012 bis 10/2014

Förderer: Deutsche Krebshilfe e.V.

Projektbeschreibung:

Die Diagnose Brustkrebs und die mit der Therapie verbundenen Nebenwirkungen und Belastungen stellen Brustkrebspatientinnen vor vielfältige Herausforderungen. Um diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können, sind unterstützende Ressourcen notwendig. Für Brustkrebspatientinnen ist eine vertrauensvolle therapeutische Allianz zwischen Arzt und Patientin eine wesentliche Quelle sozialer Unterstützung. Bereits vorliegende Forschung zur Bedeutung der Arzt-Patienten-Kommunikation bei chronischen Erkrankungen unterstützt den Zusammenhang zwischen der Arzt-Patienten Beziehung und Patient-Reported Outcomes.

Das Forschungsprojekt WORG OUT geht der Frage nach, welchen Einfluss der Versorgungskontext auf die Kommunikation zwischen Arzt und Brustkrebspatientin hat. Es soll untersucht werden, inwiefern die von Patientinnen wahrgenommene psychosoziale Versorgung durch Ärzte mit Strukturen und Prozessen innerhalb des Krankenhauses zusammenhängt. Bisher existiert kaum Forschung zum Einfluss des Krankenhauskontextes auf die Arzt-Patienten-Interaktion. Die jährlich vom IMVR durchgeführten Patientinnenbefragungen in den nordrhein-westfälischen Brustzentren ergeben eine in den meisten Bereichen sehr hohe Zufriedenheit der Patientinnen. Dennoch sind wesentliche Unterschiede in der Patientenbewertung zwischen den Brustzentren erkennbar, die nicht allein auf Unterschiede zwischen den Patientinnen zurückzuführen sind. Mit diesem Forschungsprojekt wird versucht, die Unterschiede zwischen den Versorgungseinrichtungen, vor allem im Hinblick auf die Bewertung der Arzt-Patienten-Interaktion, zu erklären. Zur Untersuchung der Fragestellung wird der Ansatz einer multiperspektivischen Organisationsdiagnostik genutzt. Es werden Daten aus Befragungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die nordrhein-westfälischen Brustzentren blicken, erstmals verknüpft. Genutzt werden Befragungsdaten von jährlich 3.000 - 4.000 Patientinnen mit primärem Mammakarzinom, Befragungsdaten von Schlüsselpersonen aus den Jahren 2007 und 2010 als auch Mitarbeiterbefragungsdaten aus dem Jahr 2010. Die Daten werden mit der Methode der Mehrebenenanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse werden dazu dienen, Empfehlungen zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Interaktion auf der Organisationsebene der Brustzentren zu formulieren. Der Transfer der Ergebnisse soll durch die Rückmeldung an die Versorgungspraxis in einem Transfer-Workshop für die NRW-Brustzentren sichergestellt werden.


Patientenbefragung in den von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifizierten Brustkrebszentren

Projektleitung: Prof. Dr. Holger Pfaff

Ansprechpartner: Sophie Groß, Markus Alich

Laufzeit: 2010 - 2015

Förderer: Nach Kriterien der DKG/DGS zertifizierte Brustkrebszentren

Projektbeschreibung:

Analog zur Befragung der nach den Anforderungen des Landes Nordrhein-Westfalen zertifizierten Brustzentren wird auch den nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) zertifizierten Brustkrebszentren angeboten, an einer einheitlichen Befragung von Patientinnen und Patienten mit primärem Mammakarzinom teilzunehmen. Alle Patientinnen, die während des aktuellen Krankenhausaufenthaltes an primärem Mammakarzinom operiert wurden und für die eine gesicherte Diagnose und mindestens eine postoperative Histologie vorliegt, werden in die Befragung eingeschlossen. Die Patientinnen werden im Brustkrebszentrum kurz vor der Entlassung gefragt, ob sie bereit sind, an der Befragung teilzunehmen. Die ausgefüllten Einverständniserklärungen der Patientinnen werden jeweils am Ende der Woche an das IMVR geschickt. Die Befragung findet in der nächsten Woche postalisch-poststationär statt, d.h. die Patientin bekommt den Fragebogen nach der Entlassung vom IMVR nach Hause geschickt. Die Befragung erfolgt in Anlehnung an die Total Design Methode nach Dillman. Als Befragungsinstrument kommt der Kölner Patientenfragebogen für Brustkrebs 2.0 (KPF-BK 2.0) zum Einsatz. Der brustkrebsspezifische Kölner Patientenfragebogen 2.0 (KPF-BK 2.0) enthält u.a. Module zur Krankenhausorganisation, zur Arzt- bzw. Pflegekraft-Patient-Interaktion, zur Information und zur Zufriedenheit. Die Daten werden anschließend im IMVR eingegeben, qualitätsgesichert und anschließend ausgewertet. Die Befragung wird in 2015 zum fünften Mal durchgeführt. Ziel der Befragung ist es, mittels einheitlichem Fragebogen und Befragungsdesign für Brustkrebszentren miteinander vergleichbare Daten zur patientenseitig wahrgenommenen Versorgungsqualität zu erhalten und so die Gegenüberstellung der Ergebnisse der Häuser untereinander zu ermöglichen. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Versorgungsqualität in den Brustkrebszentren und werden zu Benchmarking-Zwecken von den Operations-Standorten genutzt.


Patientinnenbefragung in den NRW-Brustzentren – Routinebefragung

Projektleitung: Prof. Dr. Holger Pfaff

Ansprechpartner: Sophie Groß, Markus Alich

Laufzeit: fortlaufend

Fördernde Institution: Brustzentren in NRW

Projektkurzbeschreibung:

Im Rahmen der (Re-)Zertifizierung der Brustzentren ist im "Verfahren für die Zertifizierung von Brustzentren in NRW" (Anforderungskatalog) vom Normengeber eine Patientinnenbefragung vorgeschrieben, die mindestens einmal jährlich mit einem validen, einheitlichen Fragebogen und einem einheitlichen Verfahren durchgeführt werden muss. Seit 2006 befragt das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Humanwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln jährlich über einen Zeitraum von sechs Monaten PatientInnen mit primärem Mammakarzinom, die in einem der von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifizierten nordrhein-westfälischen Brustzentren operiert wurden. Diese Befragung mit einem einheitlichen Fragebogen ist im Rahmen der (Re-)Zertifizierung für alle teilnehmenden Einrichtungen verpflichtend. Seit dem Befragungsjahr 2014 kommt der Kölner Patientenfragebogen für Brustkrebs 2.0 (KPF-BK 2.0) zum Einsatz. Dieser erhebt eine Vielzahl von Teilbereichen der Versorgung im Krankenhaus und misst daneben auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patientinnen. Vom Krankenhauspersonal werden klinische und Behandlungsdaten ergänzt.“

Zwischen 2006 und 2015 wurden auf diese Weise Daten von über 40.000 Patientinnen erhoben. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Entwicklung der Brustzentren und werden zu Benchmarking-Zwecken von den Operations-Standorten genutzt. Der Fragebogen und das Verfahren wurden von der AG Qualitätsentwicklung – ein Zusammenschluss aller Partner der Konzertierten Aktion gegen Brustkrebs in NRW –in Zusammenarbeit mit der Abteilung Medizinische Soziologie des Klinikums der Universität zu Köln entwickelt. Im Rahmen eines Pretests wurde gezeigt, dass sich das Verfahren und der Kölner Patientenfragebogen für Brustkrebs 2.0 (KPF-BK 2.0) gut für den Einsatz in der jährlichen Routinebefragung eignen. Die Befragung erstreckt sich auf den Zeitraum vom 01.02.-31.07. eines jeden Jahres. In dieser Zeit werden alle Patientinnen, die während des aktuellen Krankenhausaufenthaltes an primärem Mammakarzinom operiert wurden und für die eine gesicherte Diagnose und mindestens eine postoperative Histologie vorliegt, in die Befragung eingeschlossen. Die Patientin wird im Brustzentrum kurz vor der Entlassung gefragt, ob sie bereit ist, an der Befragung teilzunehmen. Die ausgefüllten Einverständniserklärungen der Patientinnen werden jeweils am Ende der Woche ans IMVR geschickt. Die Befragung findet in der nächsten Woche postalisch-poststationär statt, d.h. die Patientin bekommt den Fragebogen nach der Entlassung vom IMVR nach Hause geschickt. Die Befragung erfolgt in Anlehnung an die Total Design Methode nach Dillman. Die Daten werden anschließend im IMVR erfasst, qualitätsgesichert und anschließend ausgewertet.

Die Befragung fand 2013 in 52 Brustzentren mit 85 Operationsstandorten in NRW statt.


Wissenschaftliche Studie zum Stand der Versorgungsforschung in Deutschland

Projektleitung:Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Frank Verheyen (WINEG)

Projektdurchführung: Anna Schmidt, Nadine Scholten, Brigitte Grenz-Farenholtz, David Zach

Laufzeit: 01/2010 - voraussichtlich Ende 2014

Fördernde Institution: WINEG - Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen

Projektkurzbeschreibung:

Mit Hilfe der wissenschaftlichen Studie zum Stand der Versorgungsforschung in ganz Deutschland soll mehr Transparenz über Forschungsergebnisse und Kompetenzen im Bereich der Gesundheits- und Krankheitsversorgung geschaffen werden. Die systematische bundesweite Erfassung von Projekten der Versorgungsforschung in Form einer Projektdatenbank bietet eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und Erkenntnisgewinn von VersorgungsforscherInnen. Die Forschungsergebnisse sowie die Identifizierung von Best-Practice Modellen dienen als wissenschaftlicher Entscheidungshintergrund für die Gestaltung der Versorgung von Patienten und dienen der Verbesserung und schnelleren Umsetzung von neuen Versorgungsformen in den Alltag. Zudem wird die Implementierung in die Praxis, durch ein für die Akteure im Gesundheitswesen vereinfachtes Auffinden von Ergebnissen aus der Versorgungsforschung, begünstigt. Die in der Datenbank dokumentierten zahlreichen qualitativ hochwertigen versorgungsforschungsrelevanten Projekte können einen Beitrag zum Wissenstransfer leisten und den Austausch über die Ergebnisse der Versorgungsforschung anregen.


Die Versorgung von SchlaganfallpatientInnen in Deutschland – Eine Analyse anhand von Routinedaten

Projektleitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Nadine Scholten

Laufzeit: 12/2011 - 12/2013

Fördernde Institution: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektkurzbeschreibung:

Laut Leitlinie sollen PatientInnen mit einem akuten Schlaganfall in spezialisierten Zentren behandelt werden. Ziel der Studie ist es anhand von Routinedaten die Versorgungssituation der SchlaganfallpatientInnen in Deutschland darzustellen und kartographisch zu analysieren. Mögliche Ungleichheiten in der Versorgung durch die Krankenhäuser in städtischen und ländlichen Regionen werden im Hinblick auf die beobachtbare Thrombolyserate analysiert.

Grundlage der Datenanalyse sind die Qualitätsberichte der Jahre 2008 und 2010, die von allen nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern veröffentlicht werden müssen. Bei den Berechnungen für das Jahr 2010 können die Daten von 1300 unterschiedlichen Krankenhäusern (194.000 SchlaganfallpatientInnen ICD-10-GM 2010: I63) berücksichtigt werden. Anhand von logistischen Regressionen (STATA 12) werden mögliche Zusammenhänge zwischen Krankenhauseigenschaften (z.B. Lage des Krankenhauses, Bettenzahl, Anzahl der SchlaganfallpatientInnen) und der Durchführung von Lysetherapien untersucht. Die Identifikation möglicher Versorgungsprobleme erfolgt aufgrund kartographischer Darstellungen.


WIN ON – Arbeitsbedingungen in der Onkologie – Auswirkungen auf Arzt-Patient-Kommunikation und Patient

Projektleitung:

Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann & Dr. Melanie Neumann (Universität Witten/Herdecke)

Antragsteller: Dr. Melanie Neumann; Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann, Prof. Dr. Holger Pfaff, Prof. Dr. Markus Wirtz

Ansprechpartnerin: Lena Ansmann

Laufzeit: 3/2011 - 8/2013

Fördernde Institution: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektkurzbeschreibung:

Gegenstand des Forschungsvorhabens WIN ON ist die Frage, inwiefern sich die Organisationsstrukturen und -prozesse in Praxen niedergelassener Hämatologen und Onkologen (NHO) auf deren Arbeitserleben, in Folge auf die Kommunikation mit ihren Patienten und auf "patient-reported outcomes" auswirken. In einer qualitativen Vorstudie werden NHO zu den Organisationsstrukturen und -prozessen, die als Barriere auf die Arzt-Patient-Kommunikation wirken können, interviewt, um spezifische Forschungshypothesen abzuleiten.

Zur Prüfung dieser Forschungshypothesen wuerden daraufhin standardisierte Fragebögen entwickelt und in einer prospektiven Studie mit vier Messzeitpunkten eingesetzt. Hierbei werden bundesweit NHO zu ihrem individuellen Arbeitserleben und ihrer Wahrnehmung der Kommunikation mit den Patienten befragt. PatientInnen mit Kolorektalkarzinom der teilnehmenden NHO werden bzgl. ihrer Erwartungen an den Arzt und das Arztgespräch, zu ihrer Wahrnehmung der Kommunikation mit dem Arzt und nach "patient-reported outcomes" befragt. Die relevanten Daten zu den Organisationsstrukturen und -prozessen der NHO werden sekundäranalytisch aus einer Routinedatenerhebung des WINHO mit den Primärdaten verknüpft und ausgewertet.

WIN ON ist ein Kooperationsprojekt des IMVR, Universität Witten/Herdecke, PH Freiburg, WINHO und BNHO.

Wissenschaftliche Leitung des IMVR-Teilprojekts

Jun.-Prof.'in Priv.-Doz.'in Dr. N. Ernstmann

Wissenschaftliche Leitung des Teilprojekts Universität Witten/Herdecke

Dr. M. Neumann

Operative Projektleitung des IMVR-Teilprojekts

L. Ansmann

Projektmitarbeiter/innen im IMVR-Teilprojekt

L. Ansmann, T. Gloede, S. Groß

Projektmitarbeiter/innen im Teilprojekt Universität Witten/Herdecke

M. Valk-Draad

Kooperationspartner

Wissenschaftliches Institut der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen GmbH (WINHO) / Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen e.V.(BNHO)


Deepening our Understanding of Quality improvement in Europe (DUQuE)

Projektleitung: (Deutscher Projektteil) Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Oliver Ommen, MPH

Ansprechpartner: (Deutscher Projektteil) Antje Hammer

Laufzeit: 11/2009 - 04/2013

Fördernde Institution: Das Gesamtprojekt wird durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU finanziert. Zusätzlich wird das IMVR bei der Durchführung des deutschen Projektteils durch Köln Fortune finanziell unterstützt.

Projektbeschreibung (Gesamtprojekt ):

Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Qualitätsverbesserungsmaßnahmen in europäischen Krankenhäusern. Zu diesem Zweck wird die Beziehung zwischen Qualitätsverbesserungsmaßnahmen, Unternehmenskultur, Beteiligung von Berufsgruppen und Eigenverantwortlichkeit von PatientInnen einerseits und der Krankenhausversorgungsqualität (einschließlich klinischer Wirksamkeit, Patientensicherheit und Patienteneinbeziehung) andererseits untersucht.

Insgesamt sollen 240 europäische Krankenhäuser in 8 Ländern (Deutschland, Frankreich, Polen, Portugal, Spanien, Türkei, Tschechische Republik und Großbritannien) an der Studie teilnehmen. In einer Zufallsstichprobe werden in jedem Land 30 Krankenhäuser für die Datenerhebung ausgewählt. In den zufällig ausgewählten Krankenhäusern werden Fragebögen an verschiedene Berufsgruppen ausgegeben (z.B. ÄrztIn, Pflegekräfte, Führungskräfte). Die Befragung wird mit einem für die jeweiligen Berufsgruppen einheitlichen Fragebogen durchgeführt. Dabei werden krankenhausspezifische Fragen zur Beurteilung krankenhausübergreifender Parameter, wie etwa externe Anforderungen, Krankenhausleitung, Qualitätsverbesserungsmaßnahmen, Eigenverantwortlichkeit von Patienten, Unternehmenskultur und Beteiligung von Berufsgruppen, zum Einsatz kommen.

In 12 dieser 30 zufällig ausgewählten Krankenhäuser werden außerdem zusätzliche Daten auf Patientenebene z.B. zur Patientensicherheit und Patienteneinbeziehung erhoben. Ferner ist geplant, in den 12 Krankenhäusern ein externes Audit durchzuführen.

Anhand der Ergebnisse dieses Projektes werden Richtlinien für die Krankenhausleitung sowie für Einkaufsgemeinschaften und Behörden entwickelt, die in Europa an der Entwicklung und Bewertung von Systemen zur Verbesserung der Krankenhausqualität beteiligt sind. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse werden praxisbezogene Tools entwickelt, die einer weiteren Optimierung der Qualitätsverbesserungssysteme in Krankenhäusern dienen. Außerdem werden zusätzliche Qualitätskriterien für zukünftige Vertragsvergaben im Rahmen der Krankenhausversorgung bereitgestellt.

Koordination und Partner

Projektkoordination:

Rosa Suñol. Oliver Groene (stellvertretend): Avedis Donabedian University Institute, Autonomous University of Barcelona.

Partner:

Academic Medical Centre (AMC) (Niek Klazinga); Netherlands Institute of Health Services Research (NIVEL) (Cordula Wagner); Dr Foster Intelligence (DFI) (Tim Baker); Central Denmark Region (RM) (Paul Bartels); University of California in Los Angeles (UCLA) (Onyebuchi Arah); Institute for Medical Sociology, Health Services Research and Rehabilitation Science (IMVR) (Holger Pfaff); European Hospital and Healthcare Federation (HOPE) (Pascal Garel); European Society for Quality in Healthcare (ESQH) (Basia Kutryba).

Landeskoordinatoren:

Czech National Accreditation Committee (František Vlček); Haute Autorite de Santé (Charles Bruneau); Polish Society for Quality Promotion in Health Care (Halina Kutaj-Wasikowska); General Directorate of Health (Margarida Franca); Foundation for the accreditation and the development of health services (Paula Vallejo); Turkish Society for Quality Management (Hasan Kus); Dr Foster Intelligence (Ellen Klaus / Alex Kafetz)


HAROW – Neue Erkenntnisse zur Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms : Teilprojekt „Arzt-Patient-Interaktion“

Projektleitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann

Ansprechpartner: Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann

Laufzeit: 3/2008 - 3/2013

Fördernde Institution: GAZPROM Deutschland

Projektkurzbeschreibung:

HAROW-Studie Das Prostatakarzinom macht ca. 20 % aller Krebsneuerkrankungen des Mannes aus. Wenngleich es sich um einen langsam wachsenden Tumor handelt, ist das Prostatakarzinom für ca. 10 % aller Krebstodesfälle bei Männern verantwortlich. In Deutschland sterben jährlich ca. 11.000 Männer an dieser Krebsart. Die Behandlung des Prostatakarzinoms ist abhängig von der Ausbreitung des Tumors, dem Stadium bzw. Malignitätsgrad, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Patienten. Die Entscheidung für eine Therapieform sollte nach umfassender Patienteninformation über die Risiken und den Nutzen der einzelnen Therapieoptionen sowie in Absprache mit dem Patienten erfolgen. Das persönliche Arzt-Patienten-Gespräch ist dabei die bevorzugte Form der Information. Studien zeigen, dass die Compliance und Adhärenz der Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom von der gewählten Therapieform abhängig ist. Es gibt Hinweise darauf, dass wenig invasive Verfahren, die mit vergleichsweise geringen Einschränkungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität einhergehen, von den Prostatakrebs-Patienten bevorzugt werden. Insbesondere bei der Diagnose eines Prostatakarzinoms gilt es daher, die individuelle Balance zwischen dem natürlichen Krankheitsverlauf des Prostatakarzinoms und der persönlichen Lebenserwartung des Patienten zu bestimmen. Für das Stadium des lokal begrenzten Prostatakarzinoms werden fünf grundsätzliche therapeutische Strategien unterschieden, deren Überlegenheit noch nicht eindeutig belegt ist: H = Hormone, A = Active Surveillance, R = Radiotherapy, O = Operation und W = Watchful Waiting.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der HAROW-Studie, die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland zu beschreiben sowie prospektiv Krankheitsverläufe in Abhängigkeit der jeweiligen therapeutischen Strategie zu untersuchen. Dazu ist die HAROW-Studie als offene, nicht-interventionelle Beobachtungsstudie angelegt. Geplant ist, dass 5.000 Patienten mit neu diagnostiziertem, lokal begrenztem Prostatakarzinom in die Studie eingeschlossen werden.

Das ZVFK ist im Rahmen der HAROW-Studie verantwortlich für die Messung und Auswertung relevanter Aspekte der Arzt-Patient-Interaktion aus Patientensicht. Untersucht werden dabei die psychosoziale Versorgungsqualität, die Zufriedenheit mit der Behandlung, das Vertrauen zum Urologen sowie die ärztliche Empathie.


Arzt-Patient-Interaktion im Verlauf der Behandlung eines Prostatakarzinoms

Projektleitung: Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann

Laufzeit: 03/2011 - voraussichtlich 07/2013

Fördernde Institution: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Gegenstand des qualitativen Forschungsvorhabens ist die Frage, ob und aus welchem Grund sich die Kommunikation und Beziehung zwischen Patient und behandelndem Urologen im Verlauf der Therapie eines Prostatakarzinoms verändert. In längsschnittlichen Studien mit quantitativem Forschungsansatz ergeben sich erste Hinweise darauf, dass sich die Kommunikation zwischen Urologen und Patienten mit Prostatakarzinom über den zeitlichen Verlauf verändert und dass es hierbei Unterschiede zwischen den verschiedenen Therapieoptionen des Prostatakarzinoms gibt.

Zur Erklärung dieser Befunde sollen ca. 12-15 einstündige leitfadengestützte Interviews mit Betroffenen durchgeführt, aufgezeichnet, transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet werden. Die Patienten werden in Selbsthilfegruppen rekrutiert. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu dienen, mögliche Ursachen für Störungen in der Kommunikation und Beziehung zwischen Arzt und Patient, wie zum Beispiel sich verändernde Kommunikationsbedürfnisse seitens der Patienten im Verlauf der Therapie, zu beschreiben und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation abzuleiten.