Versorgungsforschungsrelevante Projekte

Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)

Integrierte, sektorenübergreifende Psychoonkologie (isPO)

Wissenschaftliche Leitung der externen Evaluation: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten, Dr. Antje Dresen

Operative Projektleitung: Imke Jenniches

Operative Projektdurchführung: Natalia Cecon, Sandra Salm

Federführende Institution: Prof. Dr. Michael Hallek, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln

Konsortialführung: PD Dr. Michael Kusch, Klinik I für Innere Medizin & LebensWert e.V., Uniklinik Köln

Konsortial- & Kooperationspartner: Prof. Dr. Alexander Gerlach, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität zu Köln; Prof. Dr. Ullrich Graeven, Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.; Prof. Dr. Stephanie Stock, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie, Uniklinik Köln; Prof. Dr. Martin Hellmich, Institut für Medizinstatistik und Bioinformatik, Uniklinik Köln; Prof. Dr. Peter Haas, Medizinische Informatik, Fachhochschule Dortmund; Prof. Dr. Jürgen Wolf, Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn; Uwe Schwarzkamp, LebensWert e.V.; PD Dr. Marcel Reiser, Praxisgemeinschaft Internistischer Onkologie und Hämatologie, Köln; Dr. Christina Hecker, Qualitätszirkel Dermato-Onkologie Köln; Ralf Rambach, Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e.V.; AOK Rheinland/Hamburg; BARMER; Techniker Krankenkasse, Landesvertretung NRW

Laufzeit: 10/2017 - 09/2021

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Jährlich erkranken über 420.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. Davon leiden etwa 20% bis 30% an komorbiden psychischen Störungen und ca. 50% unter Ängsten und Depressionen zum Diagnosezeitpunkt und im Therapieverlauf. 

Obwohl eine in die medizinische Versorgung integrierte und sektorenübergreifende psychoonkologische Versorgung national wie international als Standard gilt, ist diese in Deutschland nicht realisiert. Lediglich 9% von 6.000 befragten Krebspatienten geben an, im Krankenhaus psychoonkologisch betreut worden zu sein und nur 3%, eine Krebsberatungsstelle aufgesucht zu haben. 

Das Projekt isPO zielt darauf ab, ein psychoonkologisches Versorgungsprogramm zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. Dazu werden die Strukturen, Prozesse und Ergebnisse der Versorgung beschrieben, die Leistungserbringung transparent und nachprüfbar dokumentiert sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt.

Konkretes patientenbezogenes Versorgungsziel ist, wiederholt auftretende akute psychische Beanspruchungsreaktionen wie Ängste und Depressionen von Krebspatienten innerhalb des ersten Jahres nach Erstdiagnose zu reduzieren. Die Versorgung eines Patienten beginnt somit zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose und wird über einen Zeitraum von 12 Monaten sektorenübergreifend erbracht. Dies soll mittels koordinierter, individualisierter psychoonkologischer Unterstützung und Patienteninformationen im Ballungsraum Köln und drei ländlichen Regionen in NRW geschehen. Über ärztlich geleitete Versorgungsnetzwerke wird realisiert, dass ein Krebspatient – je nach persönlichem Bedarf – psychosozial und/oder psychotherapeutisch begleitet wird.

Das IMVR übernimmt als isPO-Kooperationspartner die unabhängige Evaluation zur Überprüfung der Wirksamkeit und Qualität des Versorgungsprogramms. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt als prospektive, formative und summative Evaluation. Hierbei werden Dokumentenanalysen, qualitative und quantitative Befragungen mit Patienten, Leistungserbringern und sonstigen potentiellen Nutzern des isPO-Programms sowie Analysen von GKV-Routinedaten durchgeführt.


Evaluation des Fitkids-Programms zum gesunden Aufwachsen von Kindern suchtkranker Eltern (EvaFit II)

Wissenschaftliche Projektleitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann

Operative Projektleitung: Kira Hower

Kooperationspartner: Jörg Kons und Sandra Groß, Information und Hilfe in Drogenfragen e.V. Wesel

Laufzeit: 07/2017 bis 12/2018

Projektförderung: Auridis GmbH

Projektbeschreibung:

Schätzungen zufolge berücksichtigen nur 10 % der Drogen-/ Suchtberatungsstellen der Bundesländer spezielle Angebote für Kinder suchtkranker Eltern, bzw. werden die Kinder mit in der Hilfeplanung berücksichtigt. In der Dokumentation von Bella Donna zum Expertengespräch mit dem Bundesministerium im März 2013 wird festgestellt: „Die Sucht- und Drogenhilfe ist nicht auf die Arbeit mit den Kindern eingestellt und ist damit nicht geübt.“

Die Implementierung des Kinderthemas in bestehende Strukturen und Prozesse der Drogen- und Suchthilfe ist eine komplexe Aufgabe. Vor diesem Hintergrund wurde das Fitkidsprogramm von der Drogenberatung in Wesel entwickelt. FitKids bieten einen unterstützenden Rahmen, der das Thema in Drogenberatungsstellen kontinuierlich im Gespräch hält und Raum schafft für Fortbildungen, Informationen und Umsetzungsprozesse.

Das übergeordnete Ziel von FitKids ist es, Kindern drogenkranker Eltern ein gesundes und altersentsprechendes Aufwachsen zu ermöglichen. Erreicht werden soll dies durch veränderte Strukturen und Prozessen in Beratungseinrichtungen der Drogenhilfe. Dazu werden neben bereits bestehenden Handlungsabläufen zusätzliche, kinderorientierte Vorgehensweisen nachhaltig in die soziale Arbeit  integriert  (weitere Informationen finden Sie hier: http://www.fitkids-wesel.de/).

In Anschluss an die Ergebnisse einer Pilotstudie zum Fitkidsprogramm (2015) und den darüber optimierten Implementierungsprozess, wurde das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) mit einer weiteren Evaluation beauftragt (2015-2017).  Diese „Studie zur Evaluation des Fitkids-Programmes zur Kinderorientierung in Drogenberatungsstellen“ (EvaFit) war im Unterschied zur ersten Evaluation summativ ausgerichtet (http://www.imvr.de/index.php?page=fitkids).

Um das Fitkidsprogramm als komplexe Intervention umfassend zu evaluieren, werden die Ergebnisse von EvaFit zur Implementation des Programms in den Drogenberatungsstellen aus Sicht der Leitungen und Mitarbeiter der Drogenberatungsstellen durch EvaFit II um die Ergebnisqualität des Programms aus Sicht der betroffenen Zielgruppe ergänzt.


MamBo – Multimorbide Menschen in der ambulanten Betreuung: Patientenzentriertes, Bedarfsorientiertes Versorgungsmanagement

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Ute Karbach

Operative Projektleitung: Johannes Hartrampf

Projektmitarbeiter: Ibrahim Demirer

Kooperationspartner: Pronova BKK; Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen (RGL); Organisationsberatung (N.N.); Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin GmbH (InGef)

Laufzeit: 07/2017 - 06/2020

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Eine adäquate und effiziente Behandlung von PatientInnen, die sich in einer komplexen – multimorbiden – Krankheitssituation befinden, verlangt nach einer gut strukturierten, informierten und indikationsübergreifenden Behandlung. Krankheitsspezifische Versorgungsstrukturen können nicht für jede Krankheit vorgehalten werden. Im MamBo-Projekt wird daher eine krankheitsübergreifende Metastrategie verfolgt und die dafür notwendigen Strukturen werden etabliert.

Für die indikationsübergreifende Kollektivversorgung sollen Public-Health- und Individualziele gleichermaßen fokussiert werden. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, die es ermöglichen, dass patientenrelevante und sektorenumfassende Informationen den Behandelnden Mediziner erreichen. Dieser wird dadurch entlastet, dass patientennahe sowie koordinative Aufgaben praxisübergreifend delegiert werden.

Die für diese Versorgungsinnovation notwendige Struktur besteht aus einem Bedarfsmanagement auf Seiten des Kostenträgers, einem Versorgungsmanagement seitens des beteiligten Arztnetzes und aus kontinuierlichen Verbesserungsprozessen, die im Rahmen regelmäßiger Sitzungen von Prozessbeteiligten thematisiert werden.

Ziel des Projektes ist zum einen, in einer begleitenden formativen Evaluation förderliche und hemmende Faktoren in der Implementierung dieser Versorgungsinnovation zu identifizieren. Zum anderen werden im Rahmen einer summativen Evaluation Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität multiperspektivisch untersucht. So wird geprüft, ob die Versorgungsqualität und Versorgungseffizienz in der Region Leverkusen durch die MamBo-Struktur verändert, und wie sich die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen entwickelt.

Im Rahmen der formativen Evaluation werden jährlich stattfindende Fokusgruppen und Einzelinterviews mit Prozessbeteiligten geführt, aufgezeichnet, transkribiert, inhaltsanalytisch ausgewertet und im Rahmen von Ergebnisworkshops zurückgespiegelt.

In der summativen Evaluation werden verschiedene primäre und sekundäre Datenquellen verwendet. Postalische Befragungen von PatientInnen, ÄrztInnen und Praxismitarbeitenden zu zwei Zeitpunkten ermöglicht einen Prä-Post-Vergleich. Die BKK-Sekundärdaten (Routinedaten) der MamBo-Population werden zu verschiedenen Leistungsbereichen in einem quasiexperimentellen Design denen einer Vergleichspopulation gegenübergestellt. Die Vergleichspopulation wird nach der Methode Propensity Score Matching gebildet. Zudem werden Sekundärdaten aus der Dokumentation des Arztnetzes im Rahmen der summativen Evaluation analysiert.


Evaluation der Wirksamkeit von SAPV in Nordrhein (APVEL)

Wissenschaftliche Leitung des Teilprojekts: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten

Konsortialführer: Prof. Dr. Roman Rolke, Direktor Klinik für Palliativmedizin, Uniklinik RWTH Aachen

Konsortialpartner: Univ.-Prof. Dr. med. Raymond Voltz und Dr. Dr. Julia Strupp, Klinik für Palliativmedizin, Uniklinik Köln; Univ.-Prof. Dr. med. Lukas Radbruch, Klinik für Palliativmedizin, Uniklinik Bonn; Univ.-Prof. Dr. Holger Pfaff und Dr. Nadine Scholten, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln; Prof. Dr. Martin Hellmich, Leiter der Abteilung Medizinische Statistik und Epidemiologie, Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universität zu Köln; Prof. Dr. Christian Rietz, Professur für Forschungsmethodik, Leiter des Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Universität zu Köln; Dr. rer. soc. Ingrid Schubert, PMV Forschungsgruppe, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Köln

Kooperationspartner: AOK Rheinland/Hamburg

Projektdurchführung (Projektteil IMVR): Anna Arntz, Sophie Peter

Laufzeit: 06/2017 - 05/2019

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Es gibt mit der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) und der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Deutschland zwei ambulante Formen der Palliativversorgung. Beide ermöglichen terminal erkrankten Personen, die letzten Lebenstage in ihrer vertrauten, häuslichen Umgebung zu verbringen und auch dort zu versterben. Ziele der AAPV und SAPV sind, neben der Unterstützung der Betroffenen und deren Angehörigen in Fragen der Selbstbestimmung und Lebensqualität, unter anderem die Schmerzreduktion und die Linderung weiterer Krankheitssymptome, die individuell von Patient zu Patient variieren können. In der SAPV findet eine aufwändige inter- und multidisziplinäre Betreuung statt. Im Gegensatz zur AAPV ist die Verordnung der SAPV somit nur für Personen mit einem sehr komplexen Symptomgeschehen vorgesehen.

Mit dem Projekt APVEL möchten die Lehrstühle für Palliativmedizin der Unikliniken Aachen (Konsortialführung), Bonn und Köln die SAPV in der Region Nordrhein (Aachen, Köln und Bonn) evaluieren. Das Gesamtprojekt umfasst drei Arbeitspakete: Dazu gehören die Analyse von Routinedaten zu Patientencharakteristika und der Versorgungssituation, sowie die Analyse der Versorgungsunterschiede zwischen Patienten mit AAPV und SAPV. Ein weiterer Projektteil umfasst die Evaluation der Wirksamkeit von AAPV und SAPV aus Patienten-, Angehörigen, Versorger- und Zuweiserperspektive in Bezug auf die Linderung belastender Symptome.

Das IMVR übernimmt die Evaluation der Verordnungspraxis der SAPV im Vergleich zur AAPV und der Regelversorgung. Fokussiert wird dabei, auf Basis welcher Kriterien niedergelassene Hausärzte und Onkologen die SAPV verordnen. Zudem soll aufgezeigt werden, wie beide Facharztgruppen ein komplexes Symptomgeschehen bezogen auf palliativ versorgte Patienten definieren. Das Studiendesign folgt einem Mixed-Methods-Ansatz: Zunächst sollen anhand qualitativer Methoden Kriterien identifiziert werden, nach denen in der Praxis die Verordnung der SAPV (oder der AAPV) erfolgt. Dazu werden Experteninterviews und eine Fokusgruppenbefragung mit niedergelassenen Hausärzte und Onkologen in der Region Nordrhein (Aachen, Köln und Bonn) durchgeführt. Auf Grundlage der qualitativen Analyseergebnisse wird ein standardisiertes Fragebogeninstrument entwickelt, mit dem die tatsächliche Verordnungspraxis der niedergelassenen Hausärzte und Onkologen erhoben wird.


AdAM (Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management)

Wissenschaftliche Projektleitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Ute karbach

Projektmitarbeiter: Sara Söling

Kooperationspartner: Barmer GEK; KV Westfalen Lippe; Prof. Ferdinand Gerlach, Institut für Allgemeinmedizin, Universität Frankfurt; Prof. Hans Trampisch, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum; Prof. Wolfgang Greiner, Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld; Dr. Ingrid Schubert, PMV forschungsgruppe, Universität Köln

Laufzeit: 10/2016 - 09/2019

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Viele ältere Menschen leiden unter Multimorbidität und benötigen mehrere Arzneimittel gleichzeitig. Bei der ärztlichen Behandlung steigt für diese Patienten das Risiko von Wechsel- und Nebenwirkungen, sowie Medikationsfehlern stark an.

Das Projekt AdAM (Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management) unterstützt Ärzte digital die Qualität, Sicherheit und Koordination des Arzneimitteltherapie- und Versorgungsmanagements zu verbessern, indem für diese Zwecke eine spezielle Software entwickelt wurde. Diese hat verschiedene Funktionen, wie

  • die Möglichkeit mit Einverständnis der Patienten behandlungsrelevante Informationen in Echtzeit aus Routinedaten der Krankenkassen zu extrahieren
  • eine elektronisch unterstützte Arzneimittelsicherheitsprüfung durchzuführen und für die Patienten den erforderlichen bundeseinheitlichen Medikationsplan in verschiedenen Sprachen auszudrucken
  • automatisch Risikowarnungen bei Medikationsfehlern zu erhalten
  • bei stationärer Aufnahme ambulanter Patienten automatisch informiert zu werden und mit dem Krankenhaus die Arzneimitteleinnahme koordinieren

Die formative Evaluation der neuen Versorgungsform wird vom IMVR durchgeführt und soll darstellen welche implementationsfördernden und hemmenden Faktoren bei Anwendung des digital unterstützten Arzneimittel-Managements beobachtet werden können. In leitfadengestützten Telefoninterviews werden die teilnehmenden Hausärzte der Interventionsgruppe- und Kontrollgruppe zu implementationsfördernden und hemmenden Faktoren befragt (Nutzerfreundlichkeit der Software, Barrieren) und Fokusgruppen mit Früh- und Spätanwendern geführt. Basierend auf den Ergebnissen der qualitativen Datenerhebung wird ein Fragebogen entwickelt und als postalischer Survey (quantitativ) zur repräsentativen Erfassung arzt- und praxisseitiger Faktoren in teilnehmenden Praxen eingesetzt. Die qualitative Auswertung erfolgt je nach Fragestellung inhaltsanalytisch oder qualitativ-deskriptiv, die des Surveys deskriptiv.


Multidimensionale Analyse der Ursachen für die niedrige Prävalenz der ambulanten Peritonealdialyse in Deutschland (MAU-PD)

Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Nadine Scholten

Operative Projektleitung: Tim Ohnhäuser

Projektmitarbeiter: Dr. Ute Karbach, Isabell Schellartz

Kooperationspartner: Dr. Gero von Gersdorff, Dr. Katherine Rascher (Klinik II für Innere Medizin, Uniklinik Köln – Gruppe „Qualität in der Nephrologie“ (QiN), KfH-Qualitätsprogramm); Prof. Dr. Martin Hellmich, Christina Samel (Institut für Med. Statistik, Informatik und Epidemiologie (IMSIE), Universität zu Köln (UzK)); Prof. Dr. Thomas Mettang (Nierenzentrum Wiesbaden); Prof. Dr. Stephanie Stock, Dusan Simic, Kristina Lorrek (Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE), UzK); Krankenkasse DAK Gesundheit; Siemens Betriebskrankenkasse (SBK)

Laufzeit: 05/2017 - 04/2020

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Aus medizinischer Sicht werden Peritonealdialyse (PD) und Hämodialyse (HD) als gleichwertige Dialyseverfahren angesehen. Auf nationaler und regionaler Ebene finden sich jedoch weltweit sehr unterschiedliche PD-Raten (z.B. Hong Kong 79,4 %, Schweden 23,8 %, Deutschland 5,4 %, Luxemburg 0,7 %). Ziel dieser im Rahmen des Innovationsfonds geförderten Studie ist es, Faktoren zu identifizieren, die für die in Deutschland im internationalen Vergleich niedrige PD-Rate ursächlich sind. Eruiert werden förderliche und hemmende Faktoren aus Sicht der unterschiedlichen Akteure (Patienten, Ärzte, Pflegepersonal, Kassen etc.). Im Rahmen einer Querschnittsstudie werden die aktuelle Versorgungssituation von Dialysepatienten auf regionaler Ebene, die unterschiedlichen Kosten und Kostenarten (HD vs. PD), sowie die Identifikation und Gewichtung der Einflussfaktoren bei Patienten, Ärzten und Pflegepersonal, die die Entscheidung für bzw. gegen die PD beeinflussen, analysiert.

Hierzu wird zunächst eine Sekundärdaten-basierte Analyse der Versorgungssituation durchgeführt. Datenbasis stellen die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten gemäß §295 SGB V (ZI der KBV), die GKV-Daten zweier kooperierender Krankenkassen sowie die Qualitätssicherungsdaten des KfH (QiN) dar. Hinzu kommen im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes qualitative Einzelinterviews mit Patienten, Fokusgruppen mit Nephrologen und leitenden Pflegekräften sowie standardisierte quantitative Befragungen möglichst aller (postalisch) erreichbaren Akteure. Anhand dieser Daten werden mögliche Einflussfaktoren auf die Erbringung der PD identifiziert und ihre Verbreitung und Relevanz quantitativ analysiert.

Erwartet wird die umfassende und repräsentative Identifikation und quantitative Analyse der Einflussfaktoren für bzw. gegen die Wahl eines der beiden Dialyseverfahren (HD vs. PD). Aus den Ergebnissen wird ein Maßnahmenplan mit praktischen Lösungen erarbeitet. Dabei können sich Lösungsvorschläge ergeben, die auf der organisationalen (interne und/ oder externe Organisationsstrukturen und -prozesse) sowie auf der individuellen Ebene (Arzt oder Patient) ansetzen. Die Bearbeitung der Ergebnisse mit den beteiligten Akteuren wird eine weit gefächerte Diskussion zu diesem Thema ermöglichen und den Boden bereiten für gemeinsame Lösungsmöglichkeiten im Gespräch mit den Dialyseanbietern, den Kostenträgern sowie den weiteren Akteuren der Gesundheitsversorgung.

http://www.maupd.uni-koeln.de


Value Stream Mapping in Brustzentren – Ein Lösungsansatz zur Optimierung des Entlassungsprozesses „VaMB“

Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Ute Karbach

Operative Projektleitung: Marina Nowak

Projektmitarbeiter: Kerstin Dittmer

Kooperationspartner: Prof. Dr. Martin Hellmich, Christina Samel (Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln); Hilde Schulte (Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V.); Prof. Dr. Rita Schmutzler (Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln)

Laufzeit: 05/2017 bis 04/2020

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

Die Entlassung von Brustkrebspatientinnen aus den Brustzentren muss für eine nahtlose Behandlungsübernahme durch niedergelassene Ärzte gut vorbereitet sein. Häufig kommt es im Entlassungsprozess jedoch zu unnötigen Wartezeiten in den Brustzentren. Patientinnen bewerteten diesen Prozess eher schlecht. Auch für die beteiligten Mitarbeiter ist dieser Prozess herausfordernd.

Mithilfe des Value Stream Mappings wird der Entlassungsprozess optimiert. Diese Methode stellt komplexe Arbeitsprozesse bildlich dar und soll helfen, die Entlassung effizienter und wertschöpfender zu gestalten. Ein zusätzlicher Wert für die Patientinnen könnte z.B. eine Nachsorgeberatung im Brustzentrum sein.

Forschungsfrage: Das vorliegende Forschungsvorhaben geht der Frage nach, inwieweit mit Hilfe des Value Stream Mappings der Entlassungsprozess in Brustzentren optimiert werden kann. Das Projekt hat das Ziel, die Methode des Value Stream Mappings mit Anwendung auf den Entlassungsprozess in BZ zu evaluieren. Dabei soll der Entlassungsprozess im Alltag optimiert werden.

Vier zertifizierte BZ aus Nordrhein-Westfalen bilden Projektteams. Sie bestehen aus mindestens einem Vertreter aller am Entlassungsprozess beteiligten Gruppen (z.B. Verwaltung, Pflege, Ärzte). Gemeinsam mit einem geschulten Facilitator wird der Entlassungsprozess visualisiert. Das Projektteam analysiert das Diagramm gemeinsam mit einer Patientinnen-Vertretung. Die für die Entlassung benötigte Zeit wird bestimmt, Abläufe werden hinterfragt und Ursachen fehlender Wertschöpfung identifiziert. Im nächsten Schritt optimiert das Team den Entlassungsprozess und stellt ihn erneut durch ein Diagramm dar. Anschließend wird der neue Prozess implementiert.

Es handelt sich um ein Prä-Post-Follow-up-Studiendesign. Vor Anwendung der Intervention, direkt nach der Umsetzung der Optimierungen und sechs Monate später wird der Entlassungsprozess in allen teilnehmenden BZ überprüft. Für die Erfolgskontrolle werden Zeitmessungen und Befragungen von Patientinnen und Mitarbeitern (Fragebogen) der BZ durchgeführt. Zur Auswertung werden deskriptive und inferenzstatistische Methoden wie Prä-Post-Vergleiche und Subgruppenanalysen angewandt.


Cologne Research and Development Network (CoRe-Net)

Projektleitung am IMVR: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Ute Karbach

Projektmitarbeiter: Dr. Nadine Scholten

Kooperationspartner: Prof. Dr. Christian Albus, Dept. of Psychosomatics and Psychotherapy, Faculty of Medicine (FM), University Hospital Cologne (UHC); Jun-Prof. Dr. Lena Ansmann, Inst. of Medical Sociology, Health Services Research and Rehabilitation Science (IMVR), Faculty of Human Sciences (FHS), UoC; Prof. Dr. Frank Jessen, Dept. of Psychiatry and Psychotherapy, FM, UHC; Prof. Dr. Ludwig Kuntz, Dept. of Business Administration and Health Care Management, Faculty of Management, Economics and Social Sciences (FMESS), UoC; Prof. Dr. Christian Rietz, Dept. for Therapeutic Pedagogy, FHS, UoC; Dr. Ingrid Schubert, PMV Health Care Research Group, FM, UoC; Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Inst. for Sociology and Social Psychology, FMESS, UoC; Prof. Dr. Stephanie Stock, Inst. for Health Economics and Clinical Epidemiology, FM, UHC; Prof. Dr. Raymond Voltz, Dept. of Palliative Medicine, FM, UHC; Dr. Dr. Julia Strupp, Dept. of Palliative Medicine, FM, UHC

Laufzeit: 02/2017 - 01/2020

Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektbeschreibung:

Ziel dieses Netzwerkes ist, die Forschung und Versorgungspraxis in Köln näher zusammen zu bringen. Hierzu werden Strukturen geschaffen, die den Austausch untereinander fördern und darüber neue, innovative Versorgungs(forschungs)projekte für den Raum Köln ermöglichen. Hierzu wird eine einzigartige Datenbank für Köln aufgebaut werden. Diese beinhaltet u.a. krankenkassenübergreifende GKV Routinedaten, Sozialdaten und Primärdaten. Hier erfahren Sie mehr über CoRe-Net und die Datenbank für Köln.

Aktuell werden im Rahmen von CoRe-Net drei Projekte (LYOL-C, MenDis-CHD und OrgValue) durchgeführt. Diese untersuchen die sektorenübergreifende Versorgung spezifischer Patientengruppen in Köln. Des Weiteren möchten wir Faktoren identifizieren, die eine patientenzentrierte Versorgung fördern bzw. hemmen.

Weiter Informationen finden Sie auf der Webseite: CoRe-Net: Kölner Kompetenznetzwerk aus Praxis und Forschung


OrgValue – Characteristics of Value-Based Health and Social Care from Organizations‘ Perspective

Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Anna Choi

Operative Projektleitung: Kira Hower

Kooperationspartner: Prof. Dr. Stephanie Stock, Vera Vennedey (Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie), Prof. Dr. Ludwig Kuntz, Hendrik Hillen (Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen)

Laufzeit: 02/2017 bis 01/2020

Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektbeschreibung:

Gesundheitssysteme stehen vor der Herausforderung, bei knappen Ressourcen Patientenversorgung so zu erbringen, dass sie sich an den Bedarfen und Präferenzen der Patienten orientiert. Verschiedene Studien zeigen, dass die Gesundheitsversorgung jedoch teilweise vom Angebot gesteuert wird und die Patientenzentrierung teilweise auf der Strecke bleibt. 

Aus diesem Grund zielt Value-based Healthcare (wertorientierte Versorgung) auf die Umgestaltung von Versorgungsprozessen und -strukturen hin zu mehr Patientenzentrierung bei gleichzeitigem Ressourcenbewusstsein ab. 

Das Forschungsprojekt OrgValue ist eines von drei Teilprojektes des Verbundprojektes Cologne Care Research and Development Network (CoRe-Net).

OrgValue verbindet die beiden weiteren Unterprojekte LYOL-C und MenDis-CHD. In einer Analyse der an der Versorgung von Patienten aus beiden Unterprojekten beteiligten Organisationen der Gesundheits- und Sozialversorgung in der Stadt Köln wird die Umsetzung des Konzeptes von Value-based Healthcare mit Mixed Methods untersucht.

Mittels qualitativen Einzelinterviews und einer quantitativen Befragung der Entscheidungsträger Kölner Versorgungsorganisationen werden der Implementierungsstand einer patientenzentrierten und ressourcenorientierten Versorgung und entsprechende Förderfaktoren und Barrieren der Umsetzung untersucht.

In Fokusgruppen und Einzelinterviews mit Patienten wird zudem untersucht, was diese unter Patientenzentrierung verstehen und welche Präferenzen und Bedarfe für sie zentral sind. Dies soll einen Abgleich zwischen der Perspektive von Patienten und Organisationen hinsichtlich der Patientenzentrierung ermöglichen. Die Befragungsinstrumente decken die drei Kategorien Patientenzentrierung, Ressourcenorientierung und Determinanten der Implementierung, z.B. Klima und Kultur, ab.

Zusätzlich ist eine Entwicklung von Diagnostik- und Feedback-Instrumenten zur Selbstevaluation der beteiligten Organisationen vorgesehen.


BGM-innovativ: Arbeitsplatznahes, trägerübergreifendes Versorgungsmanagement der Betriebskrankenkassen

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff, Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann

Projektmitarbeiter: Kira Hower

Kooperationspartner: BKK Dachverband e.V.; 15 Betriebskrankenkassen und 22 Betriebe; Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln; Träger der Deutschen Rentenversicherung; Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V.

Laufzeit: 04/2017 bis 03/2021

Projektförderung: Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Projektbeschreibung:

BGM-innovativ für Beschäftigte mit Muskel-Skelett-Erkrankungen ist eine Antwort auf den spezifischen Bedarf an gesundheitlicher Versorgung in Betrieben. Ziel des Programmes ist es, erkrankten oder gefährdeten Beschäftigten eine gezielte und auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete Unterstützung im Genesungs- und Versorgungsprozess anzubieten. Dies geschieht durch eine träger- und sektorenübergreifend koordinierte Versorgung.

Bei präventiven, kurativen und rehabilitativen Behandlungs-, Versorgungs- und Unterstützungsleistungen stehen die verschiedenen Sozialversicherungsträger vor einem ähnlichen Handlungsbedarf, deren Maßnahmen finden bisher jedoch eher unverbunden und unkoordiniert nebeneinander statt. Aus diesem Grund sieht BGM-innovativ eine enge Kooperation und Abstimmung der zuständigen Krankenkassen, Rentenversicherungen und Betriebe vor. Dadurch ist BGM-innovativ ein Ansatz zur Überwindung der mangelnden sektorenübergreifenden Zusammenarbeit bei der Versorgung von Beschäftigten mit Einschränkungen im Bewegungsapparat.

Durch das Programm sollen Krankheit bzw. Chronifizierung vermieden, Krankheitsdauer und Fehlzeiten verkürzt und die Beschäftigungsfähigkeit dauerhaft erhalten werden. Betriebe und Beschäftigte werden im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) durch ein auf die individuelle Arbeitsplatzsituation ausgerichtetes Versorgungsmanagement unterstützt. Zentrale Innovation ist ein Fallmanager der Betriebskrankenkassen, der persönlicher Ansprechpartner für die Versicherten ist und die spezifische, bedarfsgerechte Versorgung organisiert sowie Schnittstellen der verschiedenen Akteure koordiniert. Die Beschäftigten werden vom Fallmanager durch den Versorgungsprozess geleitet und an allen Planungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt. BGM-innovativ ist multimodal aufgebaut und sieht arbeitsplatzbezogene, individualisierte und sektorenübergreifende Versorgungsmaßnahmen vor. Je nach Krankheitsstadium und Schweregrad der Beschäftigten sind dies Maßnahmen der Frühintervention, der Rehabilitation oder Eingliederung.

BGM-innovativ ist ein sogenanntes Meta-Konzept. Statt der Schaffung zusätzlicher Strukturen und Angebote soll das systemübergreifende Denken und Bewusstsein der verschiedenen Akteure gestärkt werden. Maßgebliche Faktoren wie der Fallmanager, der für den Versicherten eine Lotsenfunktion im Versorgungsprozess übernimmt, werden einmalig implementiert und können anschließend auf andere Kontexte, Indikationen, Branchen, Regionen und Kassen übertragen werden. Während in dem geförderten Projekt Muskel-Skelett-Erkrankungen fokussiert werden, kann das Konzept bei erfolgreichem Projektverlauf auf andere Krankheiten mit hoher Prävalenz übertragen werden.

Die Evaluation des BGM-innovativ-Programms wird vom IMVR koordiniert. Das Studiendesign bedient sich eines Mixed-Methods-Ansatzes und beinhaltet sowohl eine begleitende, prozessorientierte (formative) als auch eine ergebnisorientierte (summative) Evaluation.

Summative Evaluation durch randomisiert-kontrollierte Studie

Die summative Evaluation zielt auf die Überprüfung der Wirksamkeit des Programms ab. Dies geschieht durch eine randomisiert-kontrollierte Studie (RCT). Dazu werden die Teilnehmer vor Beginn des Programms zufällig in zwei Behandlungsgruppen eingeordnet. Alle Teilnehmer erhalten zu Beginn und zu Ende der Programmteilnahme einen standardisierten Fragebogen. Darüber hinaus werden weitere Kennzahlen der Teilnehmer wie die AU-Daten ausgewertet. Durch den prä-post-Vergleich sowie den Vergleich beider Gruppen in jedem Modul können belastbare Aussagen über die Wirksamkeit des Programmes getroffen werden. Zusätzliche qualitative Interviews mit einigen Teilnehmern ergänzen die summative Evaluation.

Formative Evaluation mittels qualitativer Methoden

Begleitend zum Programm wird eine formative Evaluation mit qualitativer Implementationsforschung stattfinden, die hemmende und fördernde Faktoren der Programm-Implementierung identifizieren soll. In Fokusgruppen und Experteninterviews werden relevante Akteure (z.B. Fallmanager, Betriebsärzte) nach ihren subjektiven Erfahrungen bei der Programmumsetzung befragt. Die Erhebungen werden zu mehreren Zeitpunkten während der Projektlaufzeit stattfinden, um ein möglichst umfangreiches Bild zu erhalten.

Die Ergebnisse der Evaluation liefern einen Beitrag zum evidenzbasierten betrieblichen Gesundheits- und Versorgungsmanagement. Sie sollen helfen, eine träger- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Akteuren der Versorgung und dadurch eine gezielte und individuelle Unterstützung erkrankter Arbeitnehmer im Genesungs- und Versorgungsprozess zu fördern.


Das Akutkrankenhaus und seine ambulanten und stationären Versorgungsleistungen – ein Player in beiden Sektoren?

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Ute Karbach, Dr. Nadine Scholten

Projektdurchführung: Anna Arntz

Laufzeit: 01/2017 bis 12/2017

Projektförderung: Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi)

Projektbeschreibung:

Im deutschen Gesundheitswesen besteht eine historisch gewachsene Sektorentrennung zwischen ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. Um negativen Effekten der Sektorentrennung, wie beispielsweise mangelnder (integrierter) Versorgung in bevölkerungsarmen Regionen oder kostensteigenden Ineffizienzen entgegenzuwirken, wurde 2012 das GKV Versorgungsstrukturgesetz (GKV VStG) verabschiedet. Es ermöglicht Krankenhäusern ihr ambulantes Leistungsspektrum über Medizinische Versorgungszentren (§ 95 SGB V), ambulante Behandlung bei Unterversorgung (§ 116a), ambulante spezialfachärztliche Versorgung (§ 116b) sowie Hochschulambulanzen (§ 117) zu erweitern. Neben dem GKV VStG erlaubt § 115b des SGB V die Durchführung ambulanter Operationen im Krankenhaus. Beide gesetzlichen Regelungen gestatten Krankenhäusern die Erweiterung ihres Leistungsangebotes in den Sektor ambulanter Versorgung und könnten somit zum Aufbruch der Sektorentrennung im deutschen Gesundheitswesen führen. Das Forschungsprojekt soll daher untersuchen, ob und inwieweit deutsche Akutkrankenhäuser tatsächlich in den ambulanten Sektor vordringen und ob sie sich durch die Gesetzesänderungen zu einem Player in diesem entwickeln. In besonderem Fokus steht dabei die Evaluation der Nutzung ambulanter Behandlungsmöglichkeiten durch Krankenhäuser unter Berücksichtigung struktureller und kontextueller Determinanten.

Die Datenbasis des Projektes bilden unterschiedliche Datenquellen: Die gesetzlich strukturierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser (2006 bis 2015), die Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes (DRG-Statistik) sowie Indikatoren zur Raum- und Stadtentwicklung (INKAR-Daten) des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).


Studie zur Evaluation des Fitkids-Programms zur Kinderorientierung in Drogenberatungsstellen (FitKids)

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff, Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann

Projektmitarbeiter: Kira Hower

Kooperationspartner: Jörg Kons und Sandra Groß, Information und Hilfe in Drogenfragen e.V. Wesel

Laufzeit: 06/2015 bis 12/2017

Projektförderung: Auridis GmbH

Projektbeschreibung:

In Deutschland leben etwa 50.000 Kinder von drogenabhängigen Eltern. Immer wieder stehen sie durch Meldungen tragischer Todesfälle von Säuglingen und Kleinkindern im Fokus der Öffentlichkeit. Um die Kinder von Suchtkranken in den Blick nehmen zu können, ist eine Öffnung und Ergänzung der derzeitigen Angebote der Sucht- und Drogenberatungsstellen nötig.Bisher gibt es in nur 10% der Beratungsstellen spezielle Angebote für Kinder suchtkranker Eltern bzw. werden diese mit in die Hilfeplanung einbezogen. Die Sucht- und Drogenhilfe ist demnach bisher nicht auf die Arbeit mit Kindern eingestellt.

Die Drogenberatungsstelle Wesel hat vor vielen Jahren ein Programm entwickelt, um das Kinderthema in die Sucht- und Drogenberatungsstellen zu tragen – das Fitkids-Programm. Das Programm bietet einen unterstützenden Rahmen, der das Thema kontinuierlich im Gespräch hält und Raum schafft für Fortbildungen, Informationen und Umsetzungsprozesse. Die Prozessevaluation der Pilotierungsphase in den Jahren 2011 und 2012, in denen das Programm in 7 Standorten implementiert worden ist, ergab, dass der gegliederte Prozess des Fitkids-Programms praxisnah und realistisch ist (weitere Informationen finden Sie hier: http://www.fitkids-wesel.de).

Im Jahr 2015 wird das Programm auf ca. 13 weitere Sucht- und Drogenberatungsstellen unter Berücksichtigung wichtiger Prinzipien der Organisationsentwicklung und des Change Managements übertragen. Das IMVR ist nun damit beauftragt, die Wirksamkeit sowie die Implementierung des Programmes in den neu rekrutierten Standorten zu evaluieren.

Die summative Evaluation besteht aus zwei Modulen:

Modul 1: Quasi-Experiment mit Pre-Post-Design

In einer summativen Evaluation sollen sowohl die Implementierungs- als auch die Ergebnisqualität untersucht werden. Bezüglich der Implementierung interessieren folgende Aspekte:

  • Umsetzungsbarrieren und Förderfaktoren
  • Beachtung von Prinzipien guter Implementierung
  • Akzeptanz der Veränderung unter den Mitarbeitern
  • Entwicklung der Strukturen und Prozesse zur Kinderorientierung
  • Arbeitsbelastung und Betriebsklima

Hinsichtlich der Ergebnisqualität interessieren folgende Punkte:

  • Kinderorientierung
  • Netzwerkorientierung Zufriedenheit/Akzeptanz der Mitarbeiter und Eltern
  • Image der Beratungsstelle
  • Handlungssicherheit der Mitarbeiter

In einem Quasi-Experiment mit Vorher-Nachher-Design werden die Beratungsstellenleitungen und –mitarbeiter sowohl vor dem Start des Fitkids-Programms (t0) als auch ein Jahr nach Programmstart (t1) schriftlich mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Die Angaben der Leitungen und Mitarbeiter werden verknüpft und über die beiden Zeitpunkte hinweg verglichen.

Modul 2: Quasi-Experiment im Querschnitt

Im zweiten Modul werden Sucht- und Drogenberatungsstellen, die bereits Fitkids-Standorte sind, anhand von Sekundärdaten mit Beratungsstellen verglichen werden, die keine Fitkids-Standorte sind. Als Sekundärdatenquelle dient der Erfassungsbogen zur Situation der Kinder drogenabhängiger Eltern, der ab Herbst 2015 flächendeckend in allen Beratungsstellen in NRW genutzt werden soll. Mitarbeiter der Drogenberatungsstellen füllen den Bogen für jeden ihrer Klienten aus. Die Erfassungsbögen werden an den Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V. (Bella Donna) gesendet. Bella Donna stellt dem Projekt Fitkids die Daten zur Verfügung, die diese dem IMVR zur Auswertung liefern. Das IMVR untersucht mittels statistischer Verfahren Unterschiede zwischen am Fitkids-Programm teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Beratungsstellen. In den Analysen kann nach strukturellen Merkmalen der Beratungsstellen kontrolliert werden, z.B. Region, Klientenzahl, Zahl der Mitarbeiter oder Trägerschaft.

Die Ergebnisse der Evaluation liefern einen Beitrag zum evidenzbasierten Change Management in der sozialen Arbeit und sollen helfen, das gesunde Aufwachsen von Kindern suchtkranker Eltern wirkungsvoll in die Arbeit der Sucht- und Drogenberatungsstellen zu implementieren.


Promoting the health literacy of managers – An evidence-based training program (HeLEvi)

Projektleiter: Prof. Dr. Holger Pfaff

Projektmitarbeiter: Dr. Anika Nitzsche (operative Projektleitung), Dr. Timo-Kolja Pförtner, Silja Fiedler

Praxispartner: T-Systems International GmbH, BGF Institut Köln

Laufzeit: 02/2015 bis 01/2018

Projektbeschreibung:

Bei der Gesundheitsförderung in Betrieben spielen Führungskräfte eine Schlüsselrolle. Denn diese können nicht nur die Rahmenbedingungen der Arbeit ihrer Mitarbeiter bis zu einem gewissen Maße beeinflussen, sondern besitzen auch eine Vorbildfunktion durch ihr eigenes gesundheitliches Verhalten. Des Weiteren belegen viele Studien einen Zusammenhang zwischen dem Führungsverhalten und der Gesundheit von Mitarbeitern.

Weiter sollte nicht vernachlässigt werden, dass Führungskräfte selbst eine wichtige Zielgruppe von gesundheitsförderlichen Maßnahmen darstellen. So zeigen Studienergebnisse, dass Führungskräfte besonderen Belastungen ausgesetzt sind und häufiger über Unterbrechungen, eine hohe Arbeitsdichte und Zeitdruck berichten als Beschäftigte ohne Personalverantwortung.

Folglich bildet die Entwicklung der Gesundheitskompetenz bei Führungskräften einen Baustein zur Förderung und Sicherung sowohl der eigenen Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit als auch der Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter.

Ziel des Projekts ist die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines evidenzbasierten Schulungs-programms zur Förderung der Gesundheitskompetenz von Führungskräften. Dabei werden die folgenden Fragen im Projekt bearbeitet:

  • Wie kann eine Basisqualifizierung in Gesundheitskompetenz bei Führungskräften durch ein akzeptables, praktikables und erfolgsversprechendes Schulungsprogramm erzielt werden?
  • Ist das Schulungsprogramm zur Förderung der Basisqualifikation in Gesundheits-kompetenz von Führungskräften wirksam?
  • Wirkt sich eine Basisqualifizierung in Gesundheitskompetenz auf den (physischen und psychischen) Gesundheitszustand von Führungskräften aus?

Um valide Aussagen zur Wirksamkeit der geplanten Intervention treffen zu können, erfolgt ein randomisiertes Pretest-Posttest Kontrollgruppendesign.

Die Ergebnisse können einen Beitrag zur evidenzbasierten betrieblichen Gesundheitsförde-rung leisten und bieten durch die inhaltliche und methodische Evidenzbasierung Innovati-onspotential und Anknüpfungspunkte weiterführender Forschung.


Value Stream Mapping in Versorgungseinrichtungen – eine evidenzbasierte Maßnahme der Organisationsentwicklung?

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Ute Karbach

Projektdurchführung und Ansprechpartner: Marina Nowak

Laufzeit: 03/2015 bis 2016

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Da sich Qualitätsdefizite z. B. Schnittstellenproblematik, Hygienemängel oder Doppeldiagnostik innerhalb der Dienstleistungsgesellschaften meist auf Probleme im System und nicht auf die Personenebene beziehen, wird folglich für eine Qualitätsverbesserung in der Versorgung eine Veränderung und Umgestaltung des Versorgungssystems benötigt. Entsprechend muss im Hinblick auf die Organisation, das Management, die Qualitätsüberprüfung sowie die Finanzierung eine strukturelle Umgestaltung stattfinden. Qualitätsverbesserung meint somit nicht weitere (finanzielle, personelle o. ä.) Investitionen, sondern setzt auf eine Reorganisation des Systems. Die Methodik des Lean Management – zunächst in der Automobilindustrie angewandt – zielt auf die Erfüllung der Bedürfnisse des Kunden durch eine effiziente, verschlankte Gestaltung der Arbeitsprozesse. Seit einiger Zeit wird Lean Management auch zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung angewandt. Value Stream Mapping (VSM) ist eine Methode des Lean Management, mit ihr können komplexe Arbeitsabläufe visualisiert, quantifiziert und ggf. verbessert werden. Da sich die Leistungserbringung im Dienstleistungssektor von der im industriellen Sektor unterscheidet ist für die Überwindung der Herausforderungen und für eine umfangreiche Implementierung in Versorgungseinrichtungen ein verbessertes Verständnis des Value Stream Mappings notwendig.

Eine systematische Übersichtsarbeit über die Anwendung und die Effektivität des Value Stream Mappings im Versorgungsbereich besteht bisher nicht. Es lassen sich bislang vereinzelt Artikel auffinden, die die Methode im Versorgungskontext beschreiben, beispielsweise in der Notfallaufnahme oder in multidisziplinären Klinikbetrieben. Ziel des aktuellen Projekts ist es aus diesem Grund zu überprüft, ob Value Stream Mapping als eine evidenzbasierte Lean Management Methode in Versorgungseinrichtungen fungiert.


HSR-NICU Health Services Research in care of very-low-birth-weight-infants in Neonatal Intensive Care Units

Projektleitung: Prof. Dr. Ludwig Kuntz (Projektkoordinator), Universität zu Köln, Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen,
Prof. Dr. Bernhard Roth, Uniklinik Köln, Abteilung Neonatologie,
Prof. Dr. Christiane Woopen, Uniklinik Köln, Forschungsstelle Ethik,
Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel, Rheinische Fachhochschule Köln, Institut für Medizin-Ökonomie und Medizinische Versorgungsforschung (iMöV) ,
Prof. Dr. Holger Pfaff und Dr. Anika Nitzsche, Universität Köln, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)

Laufzeit: 02/2015 bis 12/2015

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert

Projektbeschreibung:

Versorgungsforschung zur Behandlung und Pflege von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g – Einfluss von Human- und Organisationsfaktoren auf die Leistungsfähigkeit neonatologischer Intensivstationen.

Frühgeburtlichkeit ist die Hauptursache für perinatal erworbene Behinderungen und Mortalität. Die bedarfsgerechte Versorgung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g wird durch verschiedene Faktoren geprägt. Das seit 2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt Health Services Research in Neonatal Intensive Care Units (HRS-NICU) greift die Fragestellung auf, inwieweit Human- und Organisationsfaktoren einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von neonatologischen Intensivstationen haben.

In einer Pilotstudie an 5 deutschen Perinatalzentren erwiesen sich die Arbeitsbelastung, Einstellung der Mitarbeiter sowie strukturelle Merkmale als relevante Einflussgrößen für das Outcome von Frühgeborenen.

In der aktuellen interdisziplinären Multizenterstudie werden in Zusammenarbeit von Medizin, Ethik, Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an 60 neonatologischen Zentren die Zusammenhänge zwischen medizinischem Outcome, Arbeitsbedingungen, Mitarbeiter- und Elternzufriedenheit, ökonomischen Ergebnisfaktoren, Zielen und organisatorischen Abläufen untersucht. Die Datenerhebung erfolgt mittels Mitarbeiter- und Elternfragebögen, medizinischen Daten sowie allgemeinen Angaben (Kapazitäten, Strukturen, Schichtplänen, Kosten).

Die im Rahmen des interdisziplinären innovativen Projektes erwarteten Ergebnisse sollen einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitspolitischen Gestaltung von Versorgungsstrukturen und -prozessen für den Bereich Neonatologie leisten.

Weitere Informationen unter: http://www.hsr-nicu.de


Exploring Leadership Skill and Leader Team Configuration as Antecedents of Safety Climate and Climate for Collaboration, and their Effects on Neonatal Outcomes (Safety4NICU)

Projektgruppe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät: Dr. Nadine Scholten (IMVR), Prof Dr. Roth, PD Dr. Angela Kribs, Kyriakos Martakis (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bereich Neonatologie)

Projektgruppe Medizinische Fakultät: Prof. Dr. Ludwig Kuntz, Dr. Michael Wittland, Hendrik Hillen (Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen), Dr. Hendrik Wilhelm (Seminar für ABWL, Unternehmensentwicklung und Organisation)

Laufzeit: 2015

Projektförderung: UoC-Forum Universität zu Köln

Projektbeschreibung:

Neben strukturellen Faktoren, wie z.B. die Ausstattung mit Personal, ist die Qualität der Versorgung von vielen weiteren Faktoren abhängig. Was die intensivmedizinische Versorgung von Neugeborenen angeht, so ist hier die enge Zusammenarbeit in interprofessionellen Teams von besonderer Bedeutung. Neben der guten Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Professionen wird das Sicherheitsklima immer wieder als relevanter Einflussfaktor für die Versorgungsqualität gesehen.

Ziel dieser Studie ist es daher den Einfluss der Leitung auf das Klima im NICU Team genauer zu untersuchen. Die Leitung einer neonatologischen Intensivstation (NICU) erfolgt meist durch eine ärztliche und eine pflegerische Führungsperson (Führungsdyade). Dass die Führungskompetenz von Leitungspersonen einen maßgeblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Teams haben, ist in der Literatur belegt. Bisher noch nicht hinreichend untersucht ist jedoch die Bedeutung der Führungskompetenzen in Führungsdyaden und wie sich sowohl die Kongruenz persönlicher Ziele als auch die während der Interaktion wahrgenommenen Affekte auf das unterstellte Team auswirken. Ziel der Studie ist es somit den Einfluss der Führungskompetenz der ärztlichen und pflegerischen Leitung auf NICUs auf die Sicherheitskultur und das Klima zwischen Ärzten und Pflegekräften hin zu untersuchen. Neben den Führungsfähigkeiten geht die Kongruenz hinsichtlich ausgewählter Ziele, wie auch die interpersonalen Affekte zwischen ärztlicher und pflegerischer Leitung mit in das Modell ein. Die medizinische Versorgungsqualität wird anhand der AQUA Indikatoren Neonatologie gemessen, so wie sie im Rahmen der externen Qualitätssicherung erhoben werden.

Das Projekt ist als zweistufige, prospektive, fragenbogenbasierte Multicenter-Studie geplant. Hierbei werden die Führungsteams als auch die Ärzte und Pflegekräfte der teilnehmenden NICUs befragt. In die Studie eingeschlossen werden alle Level I und Level II Perinatalzentren in Deutschland (Stand Juli 2014: 243 Einrichtungen)

Eingebettet ist das Teilprojekt: „Exploring Leadership Skill and Leader Team Configuration as Antecedents of Safety Climate and Climate for Collaboration, and their Effects on Neonatal Outcomes” in das Uoc Forum “Managerial Risk Factors in Medicine” , welches im Rahmen der Exzellenzinitiative der Universität zu Köln gefördert wird.

Weitere Informationen zum UoC Forum sowie den Teilprojekten im UoC Forum„Managerial Risk Factors in Medicine“ finden Sie hier.


Versorgungsforschungsprojekt zum Stand der palliativmedizinischen Versorgung in deutschen Krankenhäusern

Projektleitung und Durchführung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten

Laufzeit: 11/2014 bis 01/2016

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Mit der Zunahme an Krebs- und anderen chronischen, lebenslimitierenden Erkrankungen in einer immer älter werdenden Gesellschaft, steigt auch der Bedarf an palliativmedizinscher Versorgung. Das Ziel der Palliativmedizin ist die Steigerung der Lebensqualität und die Linderung, sowohl physischer als auch psychosozialer Beschwerden bei Krebs und Nicht-Krebs Patienten. Hierbei sollte die Palliativmedizin als begleitende Therapie bereits möglichst früh in die Behandlung integriert werden. Der Zugang zur palliativmedizinischen Versorgung stellt besonders jetzt, wo in Deutschland aktuell über Sterbehilfe diskutiert wird, ein relevantes Thema dar. Trotz anerkannten palliativmedizinschen Bedarf in Deutschland, ist nur sehr wenig über die aktuelle stationäre Versorgung bekannt.

Ziel des aktuellen Versorgungsforschungsprojektes ist daher die Beschreibung der stationären palliativmedizinschen Versorgung in Deutschland. Hierbei soll auf regionale Unterschiede hinsichtlich des Angebots eingegangen werden, wie auch auf die Verbreitung palliativmedizinscher Expertise in den unterschiedlichen Fachrichtungen. Datenbasis hierfür stellen die, von den Krankenhäusern veröffentlichten gesetzlichen Qualitätsberichte dar. Des Weiteren sollen die Patienten, die in Krankenhäusern palliativmedizinsch betreut werden, näher beschrieben werden. Dabei sollen die folgenden Fragen beantwortet werden: Welche Erkrankungen liegen zu Grunde, wie lang ist die durchschnittliche Liegedauer und wohin werden die Patienten meist entlassen. Diese Auswertungen erfolgen anhand der DRG Statistik des Statistischen Bundesamtes (Datenjahr 2012).


Krankenhausbedingte Unterschiede bei Häufigkeit und Dauer der beruflichen Wiedereingliederung nach Brustkrebs (B-Rehab)

Projektleitung und Durchführung: Prof. Dr. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten

Laufzeit: 02/2014 - 2020

Projektförderung: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Zum Zeitpunkt der erstmaligen Erkrankung an Brustkrebs ist die Mehrheit der Betroffenen noch im erwerbsfähigen Alter (Median: 60 Jahre). Bei vorheriger Berufstätigkeit ist die Fortführung/Wiederaufnahme der Arbeit nach der Erkrankung ein erklärtes Ziel, da eine berufliche Tätigkeit assoziiert ist mit mehr Lebensqualität, einem gesteigertem Selbstwertgefühl und einem Gefühl von Normalität. Es konnte gezeigt werden, dass besonders onkologische Patienten berufliche Probleme haben. Die Wahrscheinlichkeit, nach der Erkrankung weiter berufstätig zu sein, ist mit zahlreichen Faktoren assoziiert, wie etwa dem Erkrankungsalter, der Erkrankungsschwere und der Art der Behandlung. Wenig ist hingegen bislang darüber bekannt, ob der Anteil der wiedereingegliederten Patientinnen oder der Zeitpunkt der Wiedereingliederung über die behandelnden Krankenhäuser variiert. Ziel des Projekts ist es unter anderem zu untersuchen, ob sich der Anteil der wiedereingegliederten Patientinnen in den behandelnden Krankenhäusern unterscheidet, ob der Zeitpunkt variiert und ob Krankenhausmerkmale identifiziert werden können, die diese Unterschiede (mit-)erklären. Das Projekt findet in Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg statt.

Das Einverständnis der Patienten zur Verknüpfung und Auswertung der Daten der AOK Rheinland/Hamburg vorausgesetzt, werden diese Daten mit den Daten der Patientinnenbefragung in den NRW-Brustzentren verknüpft und hinsichtlich der beruflichen Rehabilitation der Patienten und Patientinnen nach 2 Jahren und nach insgesamt 5 Jahren ausgewertet.


Statistische Auswertungen im Rahmen der Gesundheitsbefragung des innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements der Techniker Krankenkasse (TK)

Projektleitung und Durchführung: Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann

Laufzeit: 04/2014 bis laufend

Projektbeschreibung:

Eine wesentliche Aufgabe des Innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements in der Personalentwicklung der Techniker Krankenkasse (TK) besteht in der stetigen Erfassung der Ressourcen und Belastungen, deren Einfluss auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen. Dabei ist die schriftliche Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine effektive Methode, um die Wirksamkeit von Maßnahmen des Innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements zu messen. Eine bundesweite Befragung aller TK-Mitarbeiter zum Thema Gesundheit (TK Gesundheitsbefragung) wurde im April 2014 durchgeführt. Das Ziel der Befragung auf den Ebenen der verschiedenen Organisationseinheiten der TK ist es, spezifische Einflussfaktoren auf die Arbeitsfähigkeit zu ermitteln, um gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit abzuleiten.

Das Projekt beinhaltet die Aufbereitung des Rohdatensatzes sowie die Durchführung statistischer Analysen als Grundlage zur Erstellung von Ergebnisberichten für die Organisationseinheiten der TK. Im Rahmen des Projekts werden über 750 Organisationseinheiten betrachtet, welche aus Teams, Dienststellen, Fach- und Vorstandsbereichen und der TK gesamt bestehen. Dies beinhaltet u. a. die Aufbereitung des Rohdatensatzes, die Skalenbildung, Datentransformation, Häufigkeitsauswertungen und multivariate Regressionsanalysen der von der Techniker Krankenkasse erhobenen Mitarbeiterdaten. Des Weiteren werden Mehrebenenanalysen zu den Zusammenhängen zwischen den zentralen Konstrukten (z. B. Tätigkeitsspielraum und Arbeitsfähigkeit) auf verschiedenen Ebenen analysiert. Die Ergebnisse dienen der Personalentwicklung der TK für die Berichterstellung. Weiterhin ist das IMVR damit beauftragt, basierend auf den Analyseergebnissen, Empfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit und -leistung abzuleiten.


Analyse geriatrischer Versorgungsstrukturen in Baden-Württemberg

Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Ingrid Schubert, PMV-forschungsgruppe, Prof. Dr. Holger Pfaff

Operative Projektleitung: Dr. Sascha Abbas, PMV-forschungsgruppe, Dr. Ute Karbach

Kooperationspartner: Prof. Dr. Wilhelm Niebling, Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Dr. Achim Siegel, MPH, Lehrbereichs Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, AOK Baden-Württemberg

Laufzeit: 03/2015 - 09/2016

Förderer: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

Projektbeschreibung:

Im Fokus der Analyse steht die rehabilitative Versorgungssituation geriatrischer Patienten. Hintergrund ist das Bemühen, den Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ in der Versorgung älterer und hier insbesondere geriatrisch erkrankter Menschen flächendeckend umzusetzen. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist, dass geriatrische Patienten und ihr Rehabilitationspotential erkannt werden und den Patienten eine entsprechende rehabilitative Behandlung angeboten werden kann. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Generierung von quantitativen / qualitativen Daten und Erkenntnissen über die Realisierung rehabilitativer Potenziale geriatrischer Patienten/Patientinnen im Rahmen der bestehenden geriatrischen Versorgungsstrukturen.

Diese Erkenntnisse sollen einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Geriatriekonzeptes in Baden-Württemberg in Form von Empfehlungen leisten.


Sozialdienstliche Betreuung onkologischer Patienten in Deutschland (SoBoP): Eine Befragung ambulant und stationär tätiger Sozialarbeiter und Sozialpädagogen

Projektleitung und -durchführung: Holger Adolph (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e. V.), Dr. Anika Nitzsche, Dr. Christoph Kowalski, Simone Wesselmann (Deutsche Krebsgesellschaft e.V.)

09/2014 bis 09/2016

Förderer: Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.

Projektbeschreibung:

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen übernehmen eine Fülle von Aufgaben in der Beratung und Betreuung von Patienten in Deutschland, darunter psychosoziale und sozialrechtliche sowie wirtschaftliche Interventionen, Unterstützung bei der ambulanten und stationären Nachsorge oder der medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Ein erheblicher Teil der mehr als 40.000 im Gesundheitsbereich beschäftigten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen arbeitet in Krankenhäusern. Im Rahmen der Versorgung von onkologischen Patienten in den nach den Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren kommt dieser Berufsgruppe eine wichtige Bedeutung zu. Auch wenn die Inanspruchnahme von Leistungen des Sozialdienstes in der Versorgung in zertifizierten Zentren erkennbar steig, so ist doch über die konkret durchgeführten Tätigkeiten des Sozialdienstes in zertifizierten Zentren nur wenig bekannt und zwar gleichermaßen hinsichtlich Beratungsumfang und behandelten Themen.

Zu diesem Zweck findet eine Befragung der Mitglieder der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) statt. Untersucht werden Tätigkeitsbereiche der Sozialarbeiter in der Betreuung onkologischer Patienten, die Einschätzungen zu besonderen sozialen Belastungen der onkologischen Patienten und Problemen beim Leistungszugang, den Anteil der Arbeitszeit, den sie mit onkologischen Patienten verbringen und die Arbeitsbedingungen klinisch tätiger Sozialarbeiter in der onkologischen Versorgung.

 


Determinants and Effects of inadequate health literacy in chronically ill (DHL-C)

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Stephanie Stock (IGKE), Jun.Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann

Projektdurchführung: Sibel Altin (IGKE), Sarah Halbach

Kooperationspartner: Univ.-Prof. Dr. Christian Rietz (Arbeitsbereich Forschungsmethoden der Universität zu Köln)

01/2014 bis 12/2015

Förderer: UoC-Forum Universität zu Köln

Projektbeschreibung:

Die internationale Literatur zeigt, dass eine niedrige Gesundheitskompetenz mit erhöhten Mortalitäts- und Morbiditätsraten sowie mit vermehrten Hospitalisierungen und dementsprechend höheren Ressourcenverbräuchen und Kosten assoziiert ist. Eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz erfordert den Einsatz von Maßnahmen, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst sind. In Deutschland mangelt es bislang an subgruppenspezifischen Analysen, die sich mit möglichen Determinanten und Effekten einer geringen Gesundheitskompetenz bei chronisch kranken Menschen befassen. Darüber hinaus steht derzeit kein Instrument zur Erhebung der Gesundheits- und Krebskompetenz im deutschen Versorgungskontext zur Verfügung.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes in Zusammenarbeit des IGKE und des IMVR werden daher exemplarisch an dem als chronisch betrachteten Krankheitsbild Brustkrebs die folgenden Ziele festgesetzt. Es sollen erstens Determinanten einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Deutschland identifiziert werden. Dafür wird im Rahmen einer explorativen Analyse untersucht, ob und inwieweit soziodemographische sowie krankheits- und personenbezogene Faktoren mit einer niedrigen Gesundheitskompetenz von Brustkrebspatientinnen assoziiert sind. Zweitens werden die ökonomischen Auswirkungen einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Bezug auf eine höhere Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Gesundheitsleistungen und damit verbundenen Kosten analysiert. Drittens werden die Konstrukte Gesundheitskompetenz und Krebskompetenz aus dem Blickwinkel von KrebspatientInnen konkretisiert und die Ergebnisse als Grundlage zur Entwicklung von Instrumenten genutzt. Viertens soll ein möglicher Zusammenhang zwischen den Konstrukten Gesundheitskompetenz und Progredienzangst untersucht werden.

 


Kölner Infarkt Modell (KIM)

Wissenschaftliche Projektleitung: Prof. Höpp

Kooperationspartner: Prof. Dr. Holger Pfaff

Operative Projektleitung: Dr. Antje Hammer

Laufzeit: 06/2013 - 12/2014

Förderer: Stiftungsgelder (iEVF)

Projektbeschreibung:

Das Kölner Infarkt Modell (KIM) ist eine Initiative des Rettungsdienstes der Stadt Köln und aller Kölner Kliniken zur optimalen Versorgung von PatientInnen mit akutem Herzinfarkt. Es ist bundesweit der bislang einmalige Versuch, in einer Millionenstadt mit komplexer Versorgungsstruktur Sektoren-übergreifende Standards zu etablieren und damit Leitlinienempfehlungen im Alltag konsequent umzusetzen.

Ziel des vom IMVR begleitetem Projektteils ist die Analyse zweier Fragestellung:

(1) Inwieweit wirkt sich der Zeitpunkt (Tageszeit, Jahreszeit etc.) auf die leitlinienkonforme Versorgung der PatientInnen im KIM-Modell aus?<