Versorgungsforschungsrelevante Projekte

Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Informationsbedarf innerhalb Beratungsgesprächen im Rahmen einer kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung - Erfassung der Patienten und Arztperspektive

Projektleitung: Dr. med. dent. Isabelle Graf

Ansprechpartner: Dr. Isabelle Graf und Prof. Dr. Bert Braumann

Laufzeit: 10/2015- fortlaufend

Fördernde Institution: Eigenmittel

Mittels des vorliegenden Forschungsvorhabens soll sowohl die Patienten- als auch die Expertensicht bezüglich der Informationsvermittlung und Arzt-Patienten-Kommunikation im Zuge von Beratungsgesprächen für eine kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erhoben werden. Hierfür werden zum einen Patienten in leitfadengestützten Interviews befragt, deren aktive kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie beendet ist. Zu keinem Zeitpunkt fällt im Rahmen dieser Untersuchung ein rein studienbedingter Besuch des Zentrums an. Die Probanden werden im Rahmen bzw. im Anschluss einer routinemäßigen Nachkontrolle interviewt.

Darüber hinaus soll die Meinung von an Universitätskliniken tätigen Kieferorthopäden, Mund-, Kiefer, Gesichtschirurgen und Physiotherapeuten über Fokusgruppen eingeholt werden. Dabei wird eruiert, welche Themen hinsichtlich der Erstberatung von Erwachsenen mit (non-syndromalem) kieferorthopädisch-kieferchirurgischem Behandlungsbedarf aus fachlicher Sicht relevant sind.

Ein langfristiges und weiterführendes Ziel ist die Erstellung einer evidenzbasierten Patienteninformations-broschüre, die sowohl den aktuellen Wissensstand, als auch die Patienten- und die Expertenperspektive einbezieht. In Deutschland fehlt zur Zeit eine solche Informationsbroschüre mit patientenbezogenen Informationen zur Diagnose der skelettalen Dysgnathie, zu Therapieoptionen, Details zur eigentlichen kieferorthopädischen und kieferchirurgischen Behandlung, zu Risiken und Nebenwirkungen, sowie zu Zielen und Vorteilen der Behandlung.


Objektive und subjektive Bewertung von kieferorthopädischen Behandlungen in Deutschland- Eine multizentrische Pilotstudie

Projektleitung: Dr. med. dent. Isabelle Graf

Ansprechpartner: Dr. Isabelle Graf und Prof. Dr. Bert Braumann

Laufzeit: 01/2015- fortlaufend

Fördernde Institution: Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO)

Ziel dieser Studie ist die deutschlandweite, stichprobenartige Ermittlung des objektiven okklusal-dentalen und subjektiv durch den Patienten beurteilten Behandlungserfolges von durchgeführten kieferorthopädischen Behandlungen mit unterschiedlichen Initialbefunden. Zur objektiven, okklusalen Bewertung werden Kiefermodelle von Patienten, deren aktive orthodontische Behandlung bereits beendet wurde, mittels eines standardisierten Indexes vermessen. Diese Modelle von der Anfangs- und Endsituation nach aktiver Behandlung stehen aufgrund der gängigen kieferorthopädischen Praxis bei allen Patienten zur Verfügung. Mit validierten Befragungsinstrumenten wird die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität von kieferorthopädisch behandelten Patienten nach der aktiven Behandlung erfasst.


Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ) bei Kindern und Jugendlichen: die Entwicklung und Evaluation deutschsprachiger MLQ-Instrumente

Projektleitung: Dr. med. dent. D. Sagheri

Ansprechpartner: Dr. D. Sagheri, Prof. Dr. med. Bert Braumann

Laufzeit: 01/2007 - fortlaufend

Fördernde Institution: Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO)

An dieser multizentrischen Studie zur Konstruktion psychometrischer Messinstrumente im Rahmen der mundbezogenen Lebensqualitätsforschung bei Kindern und Jugendlichen ist neben der Poliklinik für Kieferorthopädie, Fachbereich Public Dental Health, die Forschungsgruppe Child Public Health, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, beteiligt.

Projektkurzbeschreibung:

Die vergangenen zwei Jahrzehnte sind durch einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Kriterien zur Bewertung medizinisch-therapeutischer Ergebnisse gekennzeichnet: Klassische Kriterien wie Rückgang von Krankheitssymptomen wurden ergänzt durch subjektive Einschätzungen der Patienten. Der Begriff Gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) bezieht sich auf diese ergänzende Blickrichtung. In psychologischen Begriffen bezeichnet HRQoL ein multidimensionales Konstrukt, das verschiedene Komponenten des Wohlbefindens und der Funktionsfähigkeit aus der subjektiven Sicht der Betroffenen beinhaltet

Mund- und Allgemeingesundheit sind eng miteinander verbunden. Allerdings umfasst Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ) spezifische Aspekte, die nicht mit auf die allgemeine Lebensqualität ausgerichteten Instrumenten beschrieben werden können. In der Medizin ist dem Trend zunehmender Globalisierung auch mit der Entwicklung international anerkannter Instrumente für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die die gesundheitsbezogene Lebensqualität beschreiben, Rechnung getragen worden. Im zahnmedizinischen Bereich wurden Instrumente zur Bestimmung der MLQ bei Erwachsene entwickelt. Ähnlich wie bei der erwachsenen Bevölkerung dürften auch behandlungssuchende Kinder und Jugendliche mit Zahnschmerzen, umfangreichen ästhetischen Beeinträchtigungen oder funktionellen Problemen und deren Familien bzw. soziale Bezugsgruppe hinsichtlich ihrer Lebensqualität wesentlich von zahnmedizinischen Interventionen profitieren. Daher bietet sich die Beschreibung der Lebensqualität vor, während und nach der Behandlung an, um klinische Indikatoren des Behandlungserfolges durch die subjektive Einschätzung des Therapieergebnisses durch den jungen Patienten/die Patientin zu ergänzen.

Die Erhebung und Bestimmung von MLQ bei Kindern ist auch im deutschsprachigen Raum von immer größerem gesundheitswissenschaftlichem Interesse. Entsprechend ist der Bedarf nach einem Verfahren zur effizienten, ökonomischen und validen Erfassung dieses Bereichs der Gesundheit hoch. Daher besteht die Notwendigkeit zur Entwicklung und Validierung international vergleichbarer, deutschsprachiger Instrumente zur Bestimmung von MLQ.

Ziel dieser Studie ist:

  • die Entwicklung und Validierung deutschsprachiger Instrumente zur Bestimmung von mundgesundheitsbezogener Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen;
  • die Häufigkeit von subjektiv wahrgenommenen Beeinträchtigungen der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität mittels eines deutschsprachigen Instruments an PatientInnen des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Uniklinik Köln) zu untersuchen.